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Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) fordert von der Bundesregierung Maßnahmen, um das Stromsystem flexibler zu machen gegen Preisspitzen während der aktuellen Hitzeflaute.
Die aktuellen Preisspitzen am Strommarkt wegen wenig Wind und großer Hitze seien vor allem durch einen Mangel an Flexibilität im Energiesystem verursacht, konstatiert der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE). Nach Angaben des Verbandes werden Solarstromanlagen derzeit tagsüber häufig abgeregelt, während in den Abendstunden teure konventionelle Kraftwerke die Stromversorgung sichern müssen. Ursache seien fehlende Speicher und unzureichende Möglichkeiten, Stromverbrauch und -erzeugung flexibel aufeinander abzustimmen.
Laut BNE wurden seit dem 18. Juni 39 Viertelstunden mit Börsenstrompreisen von mehr als 300 Euro je MWh registriert. Der höchste Preis habe bei 747 Euro je MWh gelegen. Diese Ausschläge seien nicht auf einen generellen Strommangel zurückzuführen, sondern auf kurzfristige Engpässe in den Abendstunden.
Sieben Gegenmaßnahmen gefordert
Der Verband fordert deshalb, den Ausbau von Batteriespeichern deutlich zu beschleunigen. Nach Angaben des BNE stünden viele Projekte bereit und die Hersteller könnten die Speicher kurzfristig liefern. Verzögerungen entstünden jedoch insbesondere bei Netzanschlüssen und Genehmigungen. Diese Verfahren müssten beschleunigt werden, damit die geplanten Speicherkapazitäten zügig verfügbar würden.
Zudem spricht sich der Verband für eine stärkere Einbindung privater Batteriespeicher aus. Nach Angaben des BNE stehen in Deutschland bereits Heimspeicher mit einer Gesamtkapazität von mehr als 20 Millionen kWh zur Verfügung. Diese müssten durch geeignete regulatorische Rahmenbedingungen stärker in Markt- und Netzprozesse integriert werden. Als Beispiel nennt der Verband die schnelle Umsetzung der MISPEL-Verordnung sowie den Abbau regulatorischer Hemmnisse.
Auch Elektrofahrzeuge könnten nach Einschätzung des BNE einen wichtigen Beitrag leisten. Rund 100 Millionen kWh Speicherkapazität seien bereits auf deutschen Straßen unterwegs. Durch intelligentes und künftig bidirektionales Laden könnten die Fahrzeuge tagsüber Strom aufnehmen und in den Abendstunden teilweise wieder ins Netz einspeisen. Voraussetzung dafür seien Smart Meter und eine leistungsfähige Datenverarbeitung bei den Verteilnetzbetreibern.
Intelligentes Messen und Regeln
Darüber hinaus fordert der Verband einen deutlich schnelleren Rollout intelligenter Messsysteme. Smart Meter seien notwendig, damit Batteriespeicher, Wärmepumpen, Wallboxen und andere steuerbare Verbraucher automatisch auf Preissignale reagieren könnten. Gleichzeitig müsse auch die Digitalisierung der Stromnetze vorangetrieben werden. Nur mit einer Echtzeitüberwachung des Netzzustands lasse sich die zunehmende Zahl dezentraler Erzeugungs- und Speicheranlagen effizient koordinieren.
Ein weiterer Vorschlag betrifft die Einführung dynamischer Netzentgelte. Nach Auffassung des BNE müsse die derzeit laufende Reform der Netzentgelte dazu führen, dass Verbraucher ihren Stromverbrauch stärker an der aktuellen Netzsituation ausrichten können. Obwohl Netzbetreiber seit April 2025 verpflichtet seien, zeitvariable Netzentgelte für bestimmte steuerbare Verbrauchseinrichtungen anzubieten, sei dieses Angebot laut Verband bislang kaum verfügbar.
Außerdem fordert der Verband eine flächendeckende Verfügbarkeit dynamischer Stromtarife. Verbraucher könnten ihren Stromverbrauch gezielt in Zeiten niedriger Börsenpreise verlagern, wenn Lieferanten entsprechende Tarife einfach und transparent anbieten würden. Dadurch ließen sich Lastspitzen verringern und das Stromsystem insgesamt entlasten.
Freitag, 26.06.2026, 16:17 Uhr
Susanne Harmsen
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