Transport der Bauteile zum Windpark He Dreiht. Quelle: EnBW
EnBW hat alle 64 Windkraftanlagen im Offshore-Windpark He Dreiht installiert. Bis zum Spätsommer soll der 960-MW-Park vollständig in Betrieb gehen. Eine Frage aber bleibt noch offen.
EnBW hat einer aktuellen Presseinformation zufolge die Installation aller 64 Windkraftanlagen im Offshore-Windpark He Dreiht abgeschlossen und plant die vollständige Inbetriebnahme des 960-MW-Parks in der Nordsee bis zum Spätsommer. Zuvor stehen weitere technische und elektrische Inbetriebnahmearbeiten an − und die Untersuchung eines Schadensfalls.
Die einzelnen Windkraftanlagen des rund 85 Kilometer nordwestlich von Borkum und 110 Kilometer westlich von Helgoland gelegenen Parks haben eine Leistung von jeweils 15 MW. Mit der letzten installierten Anlage ist jetzt die Bauphase abgeschlossen, die im April 2025 mit der Errichtung der ersten Turbine begonnen hatte (wir berichteten).
Ende November 2025 speiste erstmals eine Anlage des Parks Strom ins Netz ein. Zu diesem Zeitpunkt waren 27 der 64 Turbinen installiert. Den nächsten Meilenstein erreichte das Projekt im Januar 2026: Mit 32 Anlagen war die Hälfte des Parks fertig.
Die nächsten Schlagzeilen, diesmal eher unrühmlicher Art, machte das Projekt im Juli, als das Rotorblatt einer Anlage brach. Welche Folgen dieser Schaden hat, bleibt weiterhin unklar: In der aktuellen Meldung geht EnBW nicht darauf ein. Hersteller Vestas hatte am 3. August erklärt, Ermittlungen zur Ursache des Vorfalls aufgenommen zu haben (wir berichteten).
2,4 Milliarden Euro Investitionsvolumen
He Dreiht kommt nach Angaben von EnBW ohne staatliche Förderung aus. Der Konzern beziffert die Investitionssumme auf rund 2,4 Milliarden Euro. Die rechnerisch erzeugbare Strommenge soll dem Bedarf von rund 1,1 Millionen Haushalten entsprechen. Der Großteil der künftig erzeugten Strommenge ist nach Angaben von EnBW bereits über langfristige Stromabnahmeverträge abgesichert. Zu den bereits bekannten Abnehmern gehören Google und DHL. EnBW hat mit Google einen Stromabnahmevertrag über 100 MW für 15 Jahre vereinbart. DHL soll über zehn Jahre rund 20 MW beziehen. Für weitere Mengen sucht der Konzern noch Abnehmer.
Koordiniert wird das Projekt vom Offshore-Büro der EnBW in Hamburg. 49,9 Prozent der Anteile an He Dreiht hält ein Partnerkonsortium aus Allianz Global Investors, AIP Management und Norges Bank Investment Management. (kmt)
Mittwoch, 12.08.2026, 14:15 Uhr
Katia Meyer-Tien
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