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Eine Studie von Plenum und Asew zeigt: Bei vielen Stadtwerke ist das Thema Nachhaltigkeit organisatorisch verankert. Nachbesserungsbedarf gibt dennoch.
In fast allen Stadtwerken spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle − am ehesten aber dort, wo sie nahe am Kerngeschäft und an der Rolle als kommunales Unternehmen liegt. Das ist eines der Ergebnisse einer gemeinsamen Studie der Managementberatung Plenum und dem Stadtwerkenetzwerk Asew − Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung. 31 Stadtwerke unterschiedlicher Größe haben dafür vom zweiten Halbjahr 2025 bis Anfang 2026 Fragen zum aktuellen Stand ihres Nachhaltigkeitsmanagements beantwortet.
Bei 30 von 31 Stadtwerken, heißt es in der Studie, gebe es eine zentrale Ansprechperson oder Zuständigkeit für Nachhaltigkeit beziehungsweise Environmental, Social and Governance (ESG). Mit der Unternehmensgröße wachse auch der Personaleinsatz: Kleine Stadtwerke mit weniger als 250 Beschäftigten setzen durchschnittlich 0,76 Vollzeitäquivalente für das Thema ein, Unternehmen mit 250 bis 1.000 Beschäftigten 1,27 und größere Stadtwerke 2,03.
Deutlicher fallen die Unterschiede bei der strategischen Verankerung aus. Eine dokumentierte Nachhaltigkeitsstrategie haben 23 Prozent der kleinen Stadtwerke. Bei den mittleren Unternehmen sind es 57 Prozent, bei Stadtwerken mit mehr als 1.000 Beschäftigten 55 Prozent.
Keine zentrale Rolle in der Unternehmensstrategie
Allerdings ordnet keines der befragten Unternehmen dem Thema Nachhaltigkeit die höchste Bewertungsstufe „zentrale Rolle“ in der Unternehmensstrategie zu. Inhaltlich konzentrieren sich die Unternehmen vor allem auf Klimaschutz und Energiemanagement, Mitarbeiterzufriedenheit sowie Werte und Führungskultur. Biodiversität und Artenschutz sowie Menschenrechte in Lieferketten erhalten dagegen die geringste Priorität.
Informationssicherheit und Datenschutz sind bei jeweils 94 Prozent der Befragten vollständig in Richtlinien verankert, Arbeitssicherheit bei 84 Prozent. Beim Umweltmanagement sind es 48 Prozent, bei der Personalentwicklung 32 Prozent und bei nachhaltigen Lieferketten 29 Prozent.
Potenziellen Handlungsbedarf zeigt die Studie bei der Verwendung von Softwarelösungen sowie beim Thema Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD): Etwas mehr als ein Drittel der Befragten (zwölf von 31) setzen für das Nachhaltigkeitsmanagement überhaupt keine speziellen Softwarelösungen ein. Spezialisierte ESG-Lösungen verwenden 31 Prozent der kleinen, 29 Prozent der mittleren und 64 Prozent der großen Stadtwerke.
85 Prozent der kleinen Stadtwerke veröffentlichen gar keinen Nachhaltigkeitsbericht. Bei den Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten sind es 55 Prozent. Daraus lasse sich allerdings nicht unmittelbar auf ihre Vorbereitung auf die CSRD schließen, schränken die Autoren ein: Unternehmen könnten die erforderlichen Strukturen und Daten bereits intern aufbauen, ohne bislang einen Bericht zu veröffentlichen.
Insgesamt, heißt es in der Studie, hätten Stadtwerke Nachhaltigkeit zwar personell und organisatorisch verankert. Der nächste Entwicklungsschritt bestehe nun aber darin, Nachhaltigkeit auch durch Strategien, klare Rollen, belastbare Datenstrukturen, gezielte Richtlinienerweiterungen und digital unterstützte Prozesse steuerungsfähig zu machen.
Dienstag, 29.09.2026, 12:02 Uhr
Katia Meyer-Tien
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