Quelle: MVV
Der MVV-Konzern hat im ersten Halbjahr weniger verdient als im Vorjahr. Als Grund nennen die Mannheimer niedrigere Großhandelspreise bei Gas und Strom.
Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 einen Ergebnisrückgang verzeichnet. Die bereinigten Umsatzerlöse beliefen sich in den ersten sechs Monaten auf 3,1 Milliarden Euro nach 3,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Die MVV beginnt ihr Geschäftsjahr am 1. Oktober. Hauptgrund für den Rückgang waren nach Unternehmensangaben niedrigere Großhandelspreise für Gas und Strom.
„Geopolitische Konflikte, volatile Energiemärkte und eine insgesamt eingetrübte konjunkturelle Lage bestimmen derzeit die Rahmenbedingungen für die Energiebranche“, sagte Vorstandschef Gabriel Clemens bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. Zugleich verwies er auf die Bedeutung stabiler energiepolitischer Rahmenbedingungen. Weitere Unsicherheiten oder Verzögerungen, insbesondere bei der Wärmewende, könne sich Deutschland nicht leisten. Wirtschaft und Gesellschaft benötigten Orientierung und Verlässlichkeit, damit das notwendige Ambitionsniveau beim Umbau des Energiesystems erhalten bleibe.
Wie von MVV erwartet, sank auch das operative Ergebnis. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag mit 188 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 273 Millionen Euro. Belastend wirkten sich insbesondere eine geringere Anlagenverfügbarkeit im Umweltgeschäft sowie Ergebnisrückgänge in der Energieerzeugung, im Privat- und Gewerbekundengeschäft und im Bereich Commodity Services aus.
Positiv entwickelten sich dagegen das Windenergiegeschäft sowie das Wäremgeschäft durch kühlere Temperaturen. Das Adjusted Ebitda verringerte sich von 378 Millionen Euro auf 299 Millionen Euro. Der bereinigte Periodenüberschuss nach Fremdanteilen sank von 131 Millionen Euro auf 80 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten lag zum 31. März bei 6.703 und damit leicht über dem Vorjahresniveau.
Hohe Investitionen bei der MVV
Trotz des schwierigeren Marktumfelds bestätigte MVV die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem Adjusted Ebit zwischen 200 Millionen Euro und 240 Millionen Euro.
Deutlich ausgeweitet hat MVV im Berichtszeitraum die Investitionen. Insgesamt flossen im ersten Halbjahr 358 Millionen Euro in neue Projekte. Das waren 156 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum und nach Unternehmensangaben eines der höchsten Investitionsvolumina in der Unternehmensgeschichte.
International investierte MVV insbesondere in die Kreislaufwirtschaft. So begann im englischen Wisbech der Bau einer neuen thermischen Abfallbehandlungsanlage. In Deutschland lagen die Schwerpunkte auf der Strom- und Wärmeerzeugung sowie auf Ausbau und Modernisierung der Verteilnetze.
Für die weitere Dekarbonisierung der Fernwärme setzt MVV in Mannheim vor allem auf regionale Energiequellen. Geplant sind zusätzliche Flusswärmepumpen zur thermischen Nutzung des Rheins sowie der Ausbau der Geothermie.
Die „GeoHardt GmbH“, ein Gemeinschaftsunternehmen von MVV und EnBW, hat bereits erste Standorte für Geothermie-Heizwerke in Mannheim-Rheinau und Schwetzingen vorgestellt. Insgesamt plant MVV bis zu drei Geothermie-Heizwerke in der Region. Auch an den Standorten Kiel und Offenbach stellt der Konzern die Wärmeerzeugung schrittweise auf klimafreundliche Technologien um.
Dienstag, 12.05.2026, 16:31 Uhr
Stefan Sagmeister
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