Quelle: Die Energy Systems Alliance (ESA) will alle Stromanwendungen vernetzen. Quelle: ESA / Adobestock
Die Energy Systems Alliance hat die Messstellenbetreiber Metrify und Inexogy aufgenommen. Die Partner wollen integrierte Energiedienstleistungen für Installationsbetriebe ausbauen.
Die Energy Systems Alliance (ESA) erweitert ihren Partnerkreis um die wettbewerblichen Messstellenbetreiber Metrify und Inexogy. Das teilten die beteiligten Unternehmen mit. Die Allianz wurde vom Dresdner Energiemanagement-Spezialisten Kiwigrid, dem ebenfalls in Dresden ansässigen Anbieter von Photovoltaik- und Energiesystemen Solarwatt sowie dem norwegischen Stromanbieter Tibber initiiert.
Mit dem Beitritt der beiden Unternehmen wollen die Partner den Messstellenbetrieb enger mit Energiemanagement, dynamischen Stromtarifen und weiteren Energiedienstleistungen verknüpfen. Der Messstellenbetrieb soll künftig die technische Grundlage für ein durchgängiges Angebot rund um dezentrale Energiesysteme bilden.
Dazu gehören unter anderem Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Wallboxen. Voraussetzung für deren netzdienlichen Betrieb seien intelligente Messsysteme sowie der sichere Zugriff auf Messdaten. Diese Aufgaben übernehmen wettbewerbliche Messstellenbetreiber.
Ein Angebot für Messstellen und Vermarktung
Laut den Unternehmen soll die Allianz erstmals Energiemanagement, Messstellenbetrieb sowie marktnahe Energiedienstleistungen in einem abgestimmten Angebot bündeln. Das Energiemanagementsystem von Kiwigrid wird dabei mit den Messstellenbetriebsleistungen von Metrify und Inexogy kombiniert.
Ergänzend bringen Tibber dynamische Stromtarife und Solarwatt seine Erfahrung bei dezentralen Energiesystemen ein. Darüber hinaus sollen Anwendungen nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sowie die Vermarktung von Flexibilitäten in virtuellen Kraftwerken integriert werden.
Komplettangebot für Installateure
Die Partner richten das Angebot speziell an unabhängige Installationsbetriebe. Nach Unternehmensangaben sollen diese damit ihren Kunden ein vollständiges Paket aus Energiemanagement, intelligentem Messsystem, Steuerung und Energiedienstleistungen anbieten können, ohne selbst sämtliche Leistungen entwickeln oder zukaufen zu müssen. Gleichzeitig sollen sie ihre Kundenbeziehungen behalten und mit integrierten Angeboten großer Komplettanbieter konkurrieren können.
Jan Lehmann, Vice President Strategy bei Kiwigrid, bezeichnet den Messstellenbetrieb als fehlendes Bindeglied für ein durchgängiges Energieangebot. Mit Metrify und Inexogy schließe die Allianz diese Lücke und stelle Installationsbetrieben ein integriertes Angebot zur Verfügung.
Enpal-Tochter bringt 75.000 Messsysteme ein
Auch Metrify sieht in der Zusammenarbeit einen Baustein seiner Wachstumsstrategie. Das Berliner Unternehmen ist eine Tochter der Enpal-Gruppe und zählt nach eigenen Angaben mit mehr als 75.000 intelligenten Messsystemen (ImSys) im aktiven Betrieb sowie über 12.000 installierten Steuerungseinrichtungen zu den größten wettbewerblichen Messstellenbetreibern Deutschlands.
Auch Inexogy bewertet den Zugang zu Messdaten als zentrale Voraussetzung für die Digitalisierung der Energiewirtschaft. Kai Diekamp, Director of Sales and Product Management bei dem Bochumer Unternehmen erläuterte: „Standardisierte und sichere Messstellenprozesse bilden die Grundlage für transparente Abläufe, intelligente Steuerung und neue Energiedienstleistungen.“
Die Unternehmen wollen die Zusammenarbeit nach eigenen Angaben schrittweise ausbauen. Geplant sind neben der Vermittlung intelligenter Messsysteme die stärkere Integration dynamischer Stromtarife, die Umsetzung netzdienlicher Steuerungsmechanismen sowie weitere Anwendungen im Bereich virtueller Kraftwerke.
Ziel sei es, ein offenes Ökosystem für vernetzte Energielösungen zu schaffen, das Herstellern, Installationsbetrieben und Energieversorgern gleichermaßen zur Verfügung steht. (sh)
Donnerstag, 16.07.2026, 13:12 Uhr
Susanne Harmsen
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