Markus Janscheidt kehrt von der Elbe zurück ins Ruhrgebiet. Quelle: Stadtwerke Magdeburg
Noch vor Ablauf seines zweiten Jahres im Amt hat der kaufmännische Chef der Stadtwerke Magdeburg den Rückzug angekündigt. Der Versorger benötigt ab 1. Oktober eine neue Führungskraft.
Seine Zelte in Magdeburg bricht Markus Janscheidt bereits wieder ab. Der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt hat seinen Abschied für den kommenden Herbst angekündigt. Er war erst im Juli 2024 ins Amt gekommen. Für die zum 30. September angestrebte Vertragsauflösung, die der Aufsichtsrat noch formal bestätigen muss, macht Janscheidt familiäre Gründe geltend. Laut einer Mitteilung der Stadtwerke werde er daher ins Ruhrgebiet und zu seinem vorigen Arbeitgeber zurückkehren. Das ist die Gelsenwasser AG, mit 19,33 Prozent Minderheitsgesellschafter in Magdeburg.
Janscheidt war Leiter des Beteiligungsmanagements beim Gelsenkirchener Unternehmen, bevor er den Wechsel an die Elbe antrat. Er folgte damals Carsten Harkner, der den Vorstandsvorsitz der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH übernommen hatte. Jetzt wartet auf Janscheidt die Leitung des Bereichs Kaufmännische Steuerung von Gelsenwasser. Der scheidende Geschäftsführer spricht in der Mitteilung davon, den Weggang aus Magdeburg zu bedauern. Der „intensive Austausch im familiären Umfeld“ habe zu der Entscheidung geführt. Neben der kaufmännischen Leitung bei den Stadtwerken wird im selben Zuge die Geschäftsführung der Abwassergesellschaft Magdeburg mbH (AGM) nachzubesetzen sein, die Janscheidt ebenfalls innehat.
Für die Stadtwerke äußert der Sprecher der Geschäftsführung, Thomas Pietsch, Verständnis für Janscheidts Wechsel. Er spricht von „zwei sehr erfolgreichen Jahren“ der Zusammenarbeit im Vorstand. In Janscheidts Amtszeit fallen die Verschmelzung der Abwassergesellschaft Stendal mit den Stadtwerken Stendal, an denen Magdeburg 24,95 Prozent der Anteile hält, sowie der Ausbau der Mehrheitsbeteiligung an der Energie Mess- und Servicedienste GmbH (nun 85 Prozent).
Für den Aufsichtsrat bedauert die Vorsitzende, die parteilose Oberbürgermeisterin Simone Borris, das Ausscheiden Janscheidts. Er habe binnen zwei Jahren „zum wirtschaftlichen Erfolg und weiteren Wachstum des SWM-Konzerns beigetragen“. Im Jahr 2024, das Janscheidt zur Hälfte begleitete, wuchs der Gewinn um 1,4 Millionen auf 66,6 Millionen Euro. Für 2025 liegt noch kein Geschäftsbericht vor. Die Verantwortlichen waren von einem etwas geringeren Überschuss ausgegangen.
Die Stadt Magdeburg (54 Prozent der Anteile an den Stadtwerken), die Avacon AG (26,67 Prozent) und Gelsenwasser als Gesellschafter sowie der Aufsichtsrat würden nun über die Nachbesetzung der kaufmännischen Geschäftsführung ins Gespräch gehen, so Borris. Bis auf Weiteres bleibt Markus Janscheidt demnach in allen Funktionen in der Verantwortung.
Mittwoch, 13.05.2026, 12:10 Uhr
Volker Stephan
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