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Die Stadtwerke Flensburg haben im vergangenen Geschäftsjahr 2025 ein „solides Ergebnis“ erwirtschaftet. Das operative Ergebnis ist jedoch zurückgegangen, ein Grund sind ÖPNV-Verluste.
Die zentrale Botschaft von Julian Wollscheidt, dem neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung der kommunalen Stadtwerke Flensburg, ist: „Wir bleiben stabil und zukunftsfähig.“ Die Kennzahlen des vergangenen Geschäftsjahres würden dies untermauern, sagte er bei der Vorstellung der Geschäftszahlen am 26. Juni. „Auch wenn unser Jahresergebnis aufgrund von Sondereffekten unter dem des Jahres 2024 liegt, befinden wir uns auf einem guten Weg hin zu nachhaltigem Wachstum.“
Die Stadtwerke Flensburg haben demnach im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 838 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr hatte der Umsatz bei 865 Millionen Euro gelegen. Der Jahresüberschuss nach Steuern sank von 10,5 Millionen Euro auf 7,2 Millionen Euro. Das operative Ergebnis legte hingegen von 16 auf 21,2 Millionen Euro zu. Die Eigenkapitalquote sank von 42,7 auf 38,9 Prozent. Hintergrund sind höhere Investitionen sowie ein Anstieg der Bilanzsumme um 56,5 Millionen Euro auf 723,3 Millionen Euro.
Nach Angaben des Unternehmens führten Einschränkungen bei der Verfügbarkeit des KWK-Kraftwerks im ersten Quartal 2025 dazu, dass geplante Strommengen nicht vermarktet werden konnten. Zudem schrieb der Bereich ÖPNV Verluste. Im öffentlichen Nahverkehr hätten hohe Investitionen, etwa in neue Elektrobusse sowie in den Neubau eines Betriebshofes, das Ergebnis zusätzlich belastet.
Die Zahl der Kundinnen und Kunden stieg um rund vier Prozent auf 330.000. Während der Stromvertrieb aufgrund der Kraftwerksausfälle keine Zuwächse verzeichnete, entwickelten sich die Geschäftsbereiche Erdgas und Telekommunikation positiv. Der Gasabsatz erhöhte sich um 119 Prozent auf 1,59 Milliarden kWh (1.595 GWh) und lag damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Der Fernwärmeabsatz entsprach mit 880 Millionen kWh (880 GWh) fast exakt dem Vorjahr (890 GWh). Der Stromabsatz hingegen ging um zehn Prozent zurück. Hier nannten die Stadtwerke Flensburg keine Absatzmengen.
Ausschüttung an die Stadt Flensburg
Insgesamt haben die Stadtwerke Flensburg im Geschäftsjahr 2025 mehr als 77 Millionen Euro investiert. „Dieses Niveau werden wir in den nächsten Jahren halten“, sagte Karsten Müller-Janßen, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg.
Zu den größten Investitionsprojekten zählt der Umbau der Fernwärmeversorgung. Im Jahr 2025 begannen die Arbeiten für eine Meerwasser-Großwärmepumpe. Nach Angaben der Stadtwerke sollen in den kommenden Jahren rund 400 Millionen Euro in die Dekarbonisierung der Energieversorgung fließen, davon mehr als 70 Millionen Euro in die Großwärmepumpe. Weiteres Geld fließt in den Netzausbau. Der Grundstein für die Anlage wurde Anfang Juni 2026 gelegt. Die Inbetriebnahme ist für 2027 vorgesehen.
Die Stadtwerke Flensburg beschäftigen 797 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 57 Auszubildende. Zum Unternehmensverbund gehören außerdem die Tochtergesellschaften Aktiv Bus, Flensburger Hafen, Flughafen sowie die Flensburger Ladeinfrastrukturgesellschaft.
Der Aufsichtsrat beschloss für das Geschäftsjahr 2025 eine Ausschüttung von 7,2 Millionen Euro an die Stadt Flensburg als alleinige Eigentümerin der Stadtwerke. Wollscheidt Fazit: „Wir sind grundsolide aufgestellt.“ Julian Wollscheidt hat bei den Stadtwerke Flensburg zum 1. Juni die Position des kaufmännischen Geschäftsführers übernommen. Er führt gemeinsam mit dem technischen Geschäftsführer, Karsten Müller-Janßen, den Energieversorger. Der studierte Wirtschaftsingenieur Wollscheidt stand zuvor als Geschäftsführer der Stadtwerke Völklingen Holding GmbH in der Verantwortung.
Freitag, 26.06.2026, 12:45 Uhr
Heidi Roider
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