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Energie & Management > Geothermie - Größtes Geothermie-Erlaubnisfeld Deutschlands entsteht
Das Erkundungsgebiet im Ruhrgebiet. Quelle: Steag Iqony Group
Geothermie

Größtes Geothermie-Erlaubnisfeld Deutschlands entsteht

Die Bezirksregierung Arnsberg hat die bislang größte deutsche Aufsuchungserlaubnis für Geothermie vergeben. Ein Konsortium will das Erdwärmepotenzial im Ruhrgebiet erkunden.
Die Bezirksregierung Arnsberg hat die Aufsuchungserlaubnis „Erdwärme Metropole Ruhr“ erteilt. Mit einer Fläche von 1.640 Quadratkilometern handelt es sich nach Angaben der Projektpartner um das bislang größte Geothermie-Erlaubnisfeld in Deutschland. Das Gebiet erstreckt sich von Oberhausen bis Hamm sowie von Marl bis Schwerte.

An dem Vorhaben beteiligen sich Eon Business Solutions Deutschland, DMT, Deutsche Erdwärme, Fernwärmeversorgung Niederrhein, Iqony Fernwärme, Iqony Wärme und die Hertener Stadtwerke. Die Unternehmen verfolgen das Ziel, die Potenziale der tiefen Geothermie für die Wärmeversorgung der Metropolregion Ruhr zu erschließen und damit zur Dekarbonisierung des Wärmesektors beizutragen, teilte die Unternehmen am 24. Juni mit. 

„Das Ruhrgebiet ist Wärmewende-Pionier“, sagte Matthias Ohl, CEO des Fernwärmegeschäfts von Iqony. Die Region hat laut Ohl „großes Fernwärmepotenzial“ – dicht, industriell, voller ungenutzter Wärmequellen. Die Geothermie könne dort ein starkes Standbein der Wärmeversorgung der Zukunft sein. 

​Seismische Untersuchungen als erster Projektschritt

Die Aufsuchungserlaubnis bildet die rechtliche Grundlage für die Erkundung möglicher geothermischer Reservoirs. In einer ersten Phase wollen die Projektpartner vorhandene Daten auswerten und geophysikalische Untersuchungen durchführen. Geplant sind zunächst zweidimensionale seismische Messungen, um die geologischen Strukturen im Untergrund zu erfassen.

Auf Basis dieser Ergebnisse sollen anschließend dreidimensionale seismische Untersuchungen folgen. Sie dienen einer detaillierteren Abbildung potenziell geeigneter Reservoirstrukturen und sollen die Grundlage für mögliche Explorationsbohrungen schaffen. Die beteiligten Unternehmen planen zudem die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens. Die Umsetzung steht noch unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Prüfung durch die zuständigen Behörden.

Perspektivisch soll die geothermische Wärme in bestehende und neue Wärmenetze eingespeist werden. Damit könnten fossile Energieträger in der Wärmeversorgung ersetzt werden. Das Ruhrgebiet gilt aufgrund seiner dichten Besiedlung, seiner industriellen Struktur und seiner umfangreichen Fernwärmeinfrastruktur als potenziell geeigneter Standort für großskalige Geothermieprojekte.

Beitrag zum Geothermie-Ausbau in Nordrhein-Westfalen

Die Projektpartner ordnen das Vorhaben in die Geothermie-Strategie des Landes Nordrhein-Westfalen ein. Der Masterplan Geothermie des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums geht davon aus, dass Geothermie langfristig einen relevanten Anteil der Wärmeversorgung des Landes übernehmen könnte. Demnach ließen sich perspektivisch bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs in Nordrhein-Westfalen durch geothermische Quellen decken.

Mit der Erteilung der Aufsuchungserlaubnis beginnt zunächst die Explorationsphase. Ob und an welchen Standorten später geothermische Anlagen entstehen, hängt von den Ergebnissen der geologischen Untersuchungen und möglicher Probebohrungen ab. Das Vorhaben zählt nach Auskunft der Projektpartner zu den größten Geothermieprojekten in Deutschland und könnte wichtige Erkenntnisse für den weiteren Ausbau der tiefen Geothermie in urbanen Regionen liefern.

Mittwoch, 24.06.2026, 13:30 Uhr
Heidi Roider
Energie & Management > Geothermie - Größtes Geothermie-Erlaubnisfeld Deutschlands entsteht
Das Erkundungsgebiet im Ruhrgebiet. Quelle: Steag Iqony Group
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Größtes Geothermie-Erlaubnisfeld Deutschlands entsteht
Die Bezirksregierung Arnsberg hat die bislang größte deutsche Aufsuchungserlaubnis für Geothermie vergeben. Ein Konsortium will das Erdwärmepotenzial im Ruhrgebiet erkunden.
Die Bezirksregierung Arnsberg hat die Aufsuchungserlaubnis „Erdwärme Metropole Ruhr“ erteilt. Mit einer Fläche von 1.640 Quadratkilometern handelt es sich nach Angaben der Projektpartner um das bislang größte Geothermie-Erlaubnisfeld in Deutschland. Das Gebiet erstreckt sich von Oberhausen bis Hamm sowie von Marl bis Schwerte.

An dem Vorhaben beteiligen sich Eon Business Solutions Deutschland, DMT, Deutsche Erdwärme, Fernwärmeversorgung Niederrhein, Iqony Fernwärme, Iqony Wärme und die Hertener Stadtwerke. Die Unternehmen verfolgen das Ziel, die Potenziale der tiefen Geothermie für die Wärmeversorgung der Metropolregion Ruhr zu erschließen und damit zur Dekarbonisierung des Wärmesektors beizutragen, teilte die Unternehmen am 24. Juni mit. 

„Das Ruhrgebiet ist Wärmewende-Pionier“, sagte Matthias Ohl, CEO des Fernwärmegeschäfts von Iqony. Die Region hat laut Ohl „großes Fernwärmepotenzial“ – dicht, industriell, voller ungenutzter Wärmequellen. Die Geothermie könne dort ein starkes Standbein der Wärmeversorgung der Zukunft sein. 

​Seismische Untersuchungen als erster Projektschritt

Die Aufsuchungserlaubnis bildet die rechtliche Grundlage für die Erkundung möglicher geothermischer Reservoirs. In einer ersten Phase wollen die Projektpartner vorhandene Daten auswerten und geophysikalische Untersuchungen durchführen. Geplant sind zunächst zweidimensionale seismische Messungen, um die geologischen Strukturen im Untergrund zu erfassen.

Auf Basis dieser Ergebnisse sollen anschließend dreidimensionale seismische Untersuchungen folgen. Sie dienen einer detaillierteren Abbildung potenziell geeigneter Reservoirstrukturen und sollen die Grundlage für mögliche Explorationsbohrungen schaffen. Die beteiligten Unternehmen planen zudem die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens. Die Umsetzung steht noch unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Prüfung durch die zuständigen Behörden.

Perspektivisch soll die geothermische Wärme in bestehende und neue Wärmenetze eingespeist werden. Damit könnten fossile Energieträger in der Wärmeversorgung ersetzt werden. Das Ruhrgebiet gilt aufgrund seiner dichten Besiedlung, seiner industriellen Struktur und seiner umfangreichen Fernwärmeinfrastruktur als potenziell geeigneter Standort für großskalige Geothermieprojekte.

Beitrag zum Geothermie-Ausbau in Nordrhein-Westfalen

Die Projektpartner ordnen das Vorhaben in die Geothermie-Strategie des Landes Nordrhein-Westfalen ein. Der Masterplan Geothermie des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums geht davon aus, dass Geothermie langfristig einen relevanten Anteil der Wärmeversorgung des Landes übernehmen könnte. Demnach ließen sich perspektivisch bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs in Nordrhein-Westfalen durch geothermische Quellen decken.

Mit der Erteilung der Aufsuchungserlaubnis beginnt zunächst die Explorationsphase. Ob und an welchen Standorten später geothermische Anlagen entstehen, hängt von den Ergebnissen der geologischen Untersuchungen und möglicher Probebohrungen ab. Das Vorhaben zählt nach Auskunft der Projektpartner zu den größten Geothermieprojekten in Deutschland und könnte wichtige Erkenntnisse für den weiteren Ausbau der tiefen Geothermie in urbanen Regionen liefern.

Mittwoch, 24.06.2026, 13:30 Uhr
Heidi Roider

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