Die PV-Freiflächenanlage. Quelle: Linslerhof Solar
Im Beisein des Wirtschaftsministers Jürgen Barke und zahlreicher Projektpartner wurde die größte Photovoltaik-Freiflächenanlage im Saarland offiziell in Betrieb genommen.
An der Eröffnung der größten Photovoltaik-Freiflächenanlage im Saarland am 4. Februar nahmen Vertreter der Landesregierung, Vertreterinnen und Vertreter von Max Solar, dem Netzbetreiber VSE, dem Betriebspartner Famis, der GLS Bank sowie weitere Projektbeteiligte teil. Die Anlage wurde vom Geschäftsführer der Linslerhof Solar GmbH, Oliver von Boch, offiziell ans Netz gebracht.
Der Solarpark erstreckt sich über eine Fläche von rund 30 Hektar und verfügt über eine installierte Leistung von 38,5 MW. Mit einer jährlichen Stromerzeugung von rund 41 bis 42 Millionen kWh kann die Anlage rechnerisch den Jahresbedarf von etwa 12.000 Haushalten decken.
Der Linslerhof ist seit über 200 Jahren im Familienbesitz und war über Generationen hinweg landwirtschaftlich geprägt. Mit Projekten im Bereich erneuerbarer Energien wird der Standort bewusst weiterentwickelt – als Beitrag zu nachhaltiger Energieerzeugung und regionaler Verantwortung. Oliver von Boch, Geschäftsführer der Linslerhof Solar erläuterte: „Dieses Projekt ist für uns vor allem ein Ausdruck von Verantwortung: für den Boden, für die Region und für kommende Generationen. Die Nutzung erneuerbarer Energien ist keine Abkehr von unserer Geschichte, sondern ihre zeitgemäße Fortführung.“
Saarland bundesweiter PV-Spitzenreiter
Jürgen Barke (SPD), Wirtschaftsminister des Saarlands sagte: „Beim Thema Sonnenenergie ist das Saarland bundesweiter Spitzenreiter.“ Der Ausbau der erneuerbaren Energien zeige eindrucksvoll, wie langfristiges Engagement und konsequente Investitionen die Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stärke des Saarlandes voranbringen. „Projekte wie der Solarpark Linslerhof leisten einen zentralen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts und tragen zur nachhaltigen Energieversorgung sowie zu unserer Zukunftsfähigkeit bei“, so der Minister.
Die saarländische Agrarministerin Petra Berg (SPD) ergänzte: „Photovoltaik ist auf solchen ertragsarmen Flächen eine effiziente und zugleich umweltverträgliche Form der Energiegewinnung. Diese Anlage zeigt, wie wir landwirtschaftlich schwächere Böden sinnvoll einsetzen können, um sauberen Strom zu erzeugen, Ressourcen zu schützen und gleichzeitig Raum für Biodiversität zu schaffen. Ein Gewinn für Klima, Natur und Region“
Nutzung landwirtschaftlich schwacher Flächen
Errichtet wurde der Solarpark auf Ackerflächen mit durchschnittlich unter 30 Bodenpunkten, die landwirtschaftlich nur geringe Erträge ermöglichen. Zum Vergleich: Auf diesen 30 Hektar hätten unter den gegebenen Bodenverhältnissen rechnerisch lediglich rund 400 bis 500 Menschen pro Jahr mit Nahrungsmitteln versorgt werden können. Auch eine Nutzung für den Maisanbau zur Biogasproduktion hätte weniger als ein Prozent der PV-Strommenge gebracht.
Die Photovoltaikanlage erzeuge damit ein Vielfaches an Energie pro Hektar verglichen mit alternativen Nutzungsformen, so Linslerhof Solar. Gleichzeitig komme sie ohne Düngemittel, Pflanzenschutz, Bewässerung oder intensive Bodenbearbeitung aus und bietet Raum für ökologische Ausgleichsmaßnahmen wie Blühflächen und Biodiversitätskonzepte.
Bürgerbeteiligung ist Säule des Projekts
Ein wesentlicher Bestandteil der Projektfinanzierung war die Bürgerbeteiligung über die GLS Crowd. Bürgerinnen und Bürger aus der Region haben sich finanziell am Solarpark beteiligt. Viele der beteiligten Bürgerinnen und Bürger waren auch Gäste der Eröffnungsveranstaltung. Die Bürgerbeteiligung ermöglicht es, die Energiewende direkt vor Ort mitzugestalten und die regionale Wertschöpfung zu stärken.
Als nächster Entwicklungsschritt ist am Standort die Errichtung eines Batteriespeichers mit einer Leistung von rund 20 MW geplant. Der Speicher soll dazu beitragen, Netzspitzen zu glätten und die erzeugte erneuerbare Energie systemdienlich und effizient zu nutzen. Damit entwickelt sich der Solarpark zu einem integrierten Energiebaustein, der nicht nur Strom erzeugt, sondern auch aktiv zur Stabilisierung des Stromnetzes beiträgt.
Donnerstag, 5.02.2026, 09:48 Uhr
Susanne Harmsen
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