Die Stadtwerke Lübeck erzielen das neunte Jahr in Folge einen Gewinn. Quelle: SWHL
An der Ostsee florieren die Geschäfte. Die Stadtwerke Lübeck haben ihren Gewinn im Jahr 2025 trotz Umsatzrückgangs auf das Siebenfache gesteigert.
Die Stadtwerke-Gruppe in der Hansestadt Lübeck (SWHL) meldet einen höheren Gewinn für das Geschäftsjahr 2025. Im Vergleich zum Vorjahr kletterte der Überschuss von 800.000 Euro auf nunmehr 5,7 Millionen Euro.
Der Versorger aus Schleswig-Holstein erzielte dieses Ergebnis trotz weiter sinkender Umsätze. 2023 lagen die Erlöse laut Unternehmensangaben noch bei 670 Millionen Euro, nach 601 Millionen Euro ein Jahr später kamen die SWHL 2025 noch auf 577 Millionen Euro Umsatz. Der städtische Konzern kann den Überschuss im Unternehmen behalten. Dadurch wächst das Eigenkapital auf 71,7 Millionen Euro.
Jens Meier, CEO der Stadtwerke Lübeck Gruppe, hebt hervor, dass das Unternehmen zum neunten Mal in Folge im Plus abgeschnitten hätte. Die Hanseaten verfügten über eine stabile wirtschaftliche Basis, die für die anstehenden Investitionen in Energie, Netze, Wärme und Mobilität entscheidend sei. Alle Konzerntöchter hätten über Plan abgeschlossen.
Die Lübecker stecken weiter Geld in Projekte der Energie- und Wärmewende. So ist seit April 2026 ein Solarthermiepark im Stadtteil Moisling in Betrieb. Ein weiteres Vorhaben zur klimafreundlichen Wärmeerzeugung geht der Versorger mit den kommunalen Entsorgungsbetrieben Lübeck an: Am Zentralklärwerk soll eine Abwasserwärmepumpe entstehen.
Bei der Stromproduktion haben die SWHL im Januar Solaranlagen auf Logistikhallen im Lübecker Seebad Travemünde verwirklicht. Gemeinsam mit dem Aachener Energieunternehmen Stawag entwickelt Lübeck zudem in Ostholstein den Windpark Rohlsdorf. Die vier Turbinen mit einer Gesamtleistung von 20,1 MW stünden kurz vor der Inbetriebnahme, heißt es in der Mitteilung.
Die erforderlichen Mittel müssen die SWHL nicht allein aufbringen. Von einer gezielten Unterstützung mit Kapitaleinlagen spricht Bürgermeister Jan Lindenau (SPD), um die großen Infrastruktur- und Transformationsaufgaben bewältigen zu können. 2026 schießt die Hansestadt 7 Millionen Euro zu.
Weitere 5 Millionen Euro fließen in die Mobilsparte der SWHL. Hier befindet sich die von der Tochtergesellschaft Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft mbH (LVG) verantwortete Busflotte im Umbruch. Bis 2030 sollen mindestens 70 Prozent der Fahrzeuge einen batterieelektrischen Antrieb besitzen. 30 neue E-Busse kommen im laufenden Jahr hinzu, das macht insgesamt 86 Stromer. Für 14 elektrische Gelenkbusse ist eine Bundesförderung bewilligt. Wenn sie bis 2028 den Lübecker Fuhrpark ergänzen, sei die Antriebswende zu mehr als 50 Prozent erfolgt, heißt es weiter.
Auch die Tochter Stadtwerke Lübeck Digital weitet die Geschäftsfelder aus. Die Norddeutschen kooperieren beim Glasfaser mit 1&1 Versatel im Geschäftskundensegment. Außerdem ist im März 2026 das erste eigene Rechenzentrum in Betrieb gegangen, das energieeffizient arbeitet (wir berichteten).
Donnerstag, 25.06.2026, 13:38 Uhr
Volker Stephan
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