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Energie & Management > Gasnetz - EWI sieht Gasnetz als kostengünstige Infrastruktur
Quelle: EWI
Gasnetz

EWI sieht Gasnetz als kostengünstige Infrastruktur

Das EWI Köln hat im Auftrag des Branchenverbands DGWW die Entwicklung der Ausgaben für das deutsche Gassystem untersucht und dabei die Rolle der Gasnetze als vorteilhaft bewertet.
Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) hat die historische Entwicklung der Ausgaben für das deutsche Gassystem untersucht. Die Studie entstand im Auftrag des Branchenverbands „Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft“ (DGWW) in Berlin. Analysiert wurden die Ausgaben im Zeitraum von 2010 bis 2024.

Nach Angaben des EWI sind die netzbezogenen Ausgaben über den gesamten Betrachtungszeitraum real weitgehend stabil geblieben. Deutlich stärkere Schwankungen habe es dagegen bei den Gesamtausgaben des Gassystems gegeben, insbesondere infolge der Energiepreiskrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine. Die Autoren unterscheiden deshalb zwischen der Entwicklung einzelner Ausgabenbestandteile und der langfristigen Rolle der Infrastruktur.

Gasnetzkosten unverändert

Die Studie bilanziert die Ausgaben des Gassystems nach ihrem Zweck und den jeweiligen Akteuren. Berücksichtigt werden unter anderem Kosten für Beschaffung und Vertrieb, Netze, Abgaben und Umlagen sowie öffentliche Mittel. Laut EWI lagen die realen Ausgaben für das Gasnetz im Untersuchungszeitraum konstant bei rund 1,1 bis 1,2 Cent pro kWh. Öffentliche Mittel seien während der Energiekrise vor allem eingesetzt worden, um die Versorgung zu stabilisieren und Verbraucher zu entlasten. Sie hätten dagegen nicht den laufenden Netzbetrieb finanziert.

Die Autoren vergleichen ihre Ergebnisse zudem mit einer Anfang 2026 veröffentlichten Analyse der Ausgaben im Stromsystem. Demnach transportierte das Gasnetz im Jahr 2024 rund die 1,7-fache Energiemenge des Stromnetzes, während die netzbezogenen Ausgaben lediglich etwa ein Siebtel der entsprechenden Kosten im Stromsystem ausmachten. Nach Einschätzung des EWI spricht dies für eine hohe Transportleistung des Gasnetzes bei vergleichsweise geringen Infrastrukturkosten.

Verband will Infrastruktur erhalten

Der Branchenverband „Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft“ leitet daraus die Forderung ab, die bestehende Gasinfrastruktur weiterhin in die Energie- und Wärmeplanung einzubeziehen. Vorstand Timm Kehler erklärte, das Gasnetz sei „nicht das Problem, sondern Teil der Lösung“. Es sei leistungsfähig, bereits vorhanden und könne künftig auch für klimaneutrale Gase genutzt werden.
 
Der Erdgasverbrauch in Deutschland sinkt seit dem Beginn des Ukraine-Krieges
(Für Vollbild auf die Grafik klicken)
Quelle: EWI

Nach Angaben des Verbands seien aktuelle Veränderungen bei den Gasnetzentgelten nicht auf dauerhaft steigende Netzkosten zurückzuführen. Sie stünden vielmehr im Zusammenhang mit regulatorischen Vorgaben und der Anpassung von Abschreibungszeiträumen. Im Rahmen des Modells KANU 2.0 würden Kosten zeitlich vorgezogen, um die verbleibenden Ausgaben bis 2045 auf eine größere Zahl von Netznutzern zu verteilen und spätere Belastungssprünge zu vermeiden.
 
 
Aus Sicht des Verbands sollte die vorhandene Infrastruktur deshalb nicht vorschnell zurückgebaut werden. Das bestehende Gasnetz versorge Haushalte, Gewerbe, Industrie und Kraftwerke mit großen Energiemengen und könne künftig auch Wasserstoff, Biomethan sowie weitere klimaneutrale Gase transportieren. Wo entsprechende Bedarfe bestünden, sollten Gas- und Wasserstoffnetze systematisch in die kommunale Energie- und Wärmeplanung einbezogen werden, so Kehler.

Die EWI Studie „Ausgaben für das Gassystem in Deutschland“ steht als PDF zum Download bereit.

Freitag, 26.06.2026, 12:38 Uhr
Susanne Harmsen
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EWI sieht Gasnetz als kostengünstige Infrastruktur
Das EWI Köln hat im Auftrag des Branchenverbands DGWW die Entwicklung der Ausgaben für das deutsche Gassystem untersucht und dabei die Rolle der Gasnetze als vorteilhaft bewertet.
Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) hat die historische Entwicklung der Ausgaben für das deutsche Gassystem untersucht. Die Studie entstand im Auftrag des Branchenverbands „Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft“ (DGWW) in Berlin. Analysiert wurden die Ausgaben im Zeitraum von 2010 bis 2024.

Nach Angaben des EWI sind die netzbezogenen Ausgaben über den gesamten Betrachtungszeitraum real weitgehend stabil geblieben. Deutlich stärkere Schwankungen habe es dagegen bei den Gesamtausgaben des Gassystems gegeben, insbesondere infolge der Energiepreiskrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine. Die Autoren unterscheiden deshalb zwischen der Entwicklung einzelner Ausgabenbestandteile und der langfristigen Rolle der Infrastruktur.

Gasnetzkosten unverändert

Die Studie bilanziert die Ausgaben des Gassystems nach ihrem Zweck und den jeweiligen Akteuren. Berücksichtigt werden unter anderem Kosten für Beschaffung und Vertrieb, Netze, Abgaben und Umlagen sowie öffentliche Mittel. Laut EWI lagen die realen Ausgaben für das Gasnetz im Untersuchungszeitraum konstant bei rund 1,1 bis 1,2 Cent pro kWh. Öffentliche Mittel seien während der Energiekrise vor allem eingesetzt worden, um die Versorgung zu stabilisieren und Verbraucher zu entlasten. Sie hätten dagegen nicht den laufenden Netzbetrieb finanziert.

Die Autoren vergleichen ihre Ergebnisse zudem mit einer Anfang 2026 veröffentlichten Analyse der Ausgaben im Stromsystem. Demnach transportierte das Gasnetz im Jahr 2024 rund die 1,7-fache Energiemenge des Stromnetzes, während die netzbezogenen Ausgaben lediglich etwa ein Siebtel der entsprechenden Kosten im Stromsystem ausmachten. Nach Einschätzung des EWI spricht dies für eine hohe Transportleistung des Gasnetzes bei vergleichsweise geringen Infrastrukturkosten.

Verband will Infrastruktur erhalten

Der Branchenverband „Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft“ leitet daraus die Forderung ab, die bestehende Gasinfrastruktur weiterhin in die Energie- und Wärmeplanung einzubeziehen. Vorstand Timm Kehler erklärte, das Gasnetz sei „nicht das Problem, sondern Teil der Lösung“. Es sei leistungsfähig, bereits vorhanden und könne künftig auch für klimaneutrale Gase genutzt werden.
 
Der Erdgasverbrauch in Deutschland sinkt seit dem Beginn des Ukraine-Krieges
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Nach Angaben des Verbands seien aktuelle Veränderungen bei den Gasnetzentgelten nicht auf dauerhaft steigende Netzkosten zurückzuführen. Sie stünden vielmehr im Zusammenhang mit regulatorischen Vorgaben und der Anpassung von Abschreibungszeiträumen. Im Rahmen des Modells KANU 2.0 würden Kosten zeitlich vorgezogen, um die verbleibenden Ausgaben bis 2045 auf eine größere Zahl von Netznutzern zu verteilen und spätere Belastungssprünge zu vermeiden.
 
 
Aus Sicht des Verbands sollte die vorhandene Infrastruktur deshalb nicht vorschnell zurückgebaut werden. Das bestehende Gasnetz versorge Haushalte, Gewerbe, Industrie und Kraftwerke mit großen Energiemengen und könne künftig auch Wasserstoff, Biomethan sowie weitere klimaneutrale Gase transportieren. Wo entsprechende Bedarfe bestünden, sollten Gas- und Wasserstoffnetze systematisch in die kommunale Energie- und Wärmeplanung einbezogen werden, so Kehler.

Die EWI Studie „Ausgaben für das Gassystem in Deutschland“ steht als PDF zum Download bereit.

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