Quelle: RWE
Nach dem ersten Halbjahr steht fest. Das Unternehmen hat in allen Bereichen zugelegt. Das soll in den kommenden Jahren so weiter geht.
Der RWE-Konzern aus Essen hat im ersten Halbjahr 2026 sein operatives Ergebnis deutlich gesteigert. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 44 Prozent von 2,09 Milliarden Euro auf 3,01 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen bei Vorlage seiner Geschäftszahlen mit. Das bereinigte Nettoergebnis legte von 792 Millionen Euro auf 1,26 Milliarden Euro zu, ein Zuwachs von 58,7 Prozent.
Finanzvorstand Michael Müller gab bei der Vorstellung der Zahlen einen sehr positiven Ausblick auf das weitere langfristige Geschäft: „Wir erwarten zwischen 2026 und 2031 ein durchschnittliches jährliches Wachstum des bereinigten Ergebnisses je Aktie von rund zehn Prozent.“ Zugleich soll sich die Zusammensetzung der Erträge verändern. „Bis 2031 stammen rund 75 Prozent unserer Erträge aus regulierten oder kontrahierten Geschäftsmodellen. Das erhöht die Planbarkeit unserer Cashflows und macht unser Ergebnisprofil noch robuster.“
Beim Umsatz zeigt sich ein deutlicher Rückgang. Das hatte unter anderem bilanzielle Gründe. Der Außenumsatz ohne Erdgas- und Stromsteuer sank von 10,06 Milliarden Euro auf 7,67 Milliarden Euro. Das Minus von knapp 24 Prozent ist vor allem auf eine geänderte Bilanzierung im Großkundengeschäft von RWE Supply & Trading zurückzuführen.
Seit Juli 2025 werden laut Geschäftsbericht Weiterverkäufe von fremdbezogenem Strom und Gas weder im Absatz noch im Umsatz ausgewiesen. Im Energiehandel verringerte sich der Außenumsatz dadurch von 7,214 Milliarden Euro auf 4,776 Milliarden Euro. Die Stromerlöse des Konzerns gingen von 8,094 Milliarden Euro auf 6,628 Milliarden Euro zurück.
In den operativen Segmenten entwickelte sich das Geschäft allerdings unterm Strich ausgezeichnet. Offshore Wind steigerte das bereinigte Ebitda von 643 Millionen Euro auf 810 Millionen Euro (+26,0 %). Hauptgrund waren höhere Produktionsmengen nach dem windschwachen ersten Halbjahr 2025.
Im Segment Onshore Wind/Solar erhöhte sich das bereinigte Ebitda von 830 Millionen Euro auf 1,016 Milliarden Euro (+22,4 %). Hier wirkten der Ausbau der Erzeugungskapazitäten und günstigere Windbedingungen in Europa positiv.
Das Geschäftsfeld flexible Erzeugung, wo auch die thermischen Kraftwerke untergebracht sind, lieferte den größten Ergebniszuwachs. Das bereinigte Ebitda stieg von 606 Millionen Euro auf 1,025 Milliarden Euro (+69,1 %). Allerdings beruhte ein erheblicher Teil des Anstiegs auf einer Entschädigungszahlung des niederländischen Staates in Höhe von 332 Millionen Euro. Sie betrifft die gesetzliche Einschränkung der Kohleverstromung im Kraftwerk Eemshaven im Jahr 2022.
Im Energiehandel verlief das erste Halbjahr uneinheitlich. Nach einem schwachen Jahresauftakt verbesserte sich das Eigenhandelsgeschäft von RWE Supply & Trading im zweiten Quartal. Das bereinigte Ebitda stieg auf 134 Millionen Euro nach 16 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum (+737,5 %). Zum Ergebnis trugen allerdings auch Zuschreibungen auf eine Beteiligungsgesellschaft und die Auflösung von Rückstellungen bei.
Mehr Strom aus erneuerbarer Energie
Weniger positiv entwickelte sich die Stromerzeugung aus Gas in mehreren Märkten. In Deutschland führte unter anderem eine Revision des Kraftwerks Emsland D zu geringeren Produktionsmengen. In Großbritannien waren die Gaskraftwerke wegen der höheren Windstromeinspeisung weniger häufig im Einsatz. Auch die Erzeugungsmargen aus Stromterminverkäufen lagen in Europa unter dem Vorjahresniveau. Bei den erneuerbaren Energien war sich die Produktion dagegen besser: Die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen erhöhte sich um 13 Prozent.
RWE setzte zugleich sein Investitionsprogramm fort. Seit Jahresbeginn nahm der Konzern Anlagen mit 752 MW neuer Erzeugungskapazität in Betrieb. Weitere Projekte mit insgesamt 10.300 MW befinden sich im Bau. In den ersten sechs Monaten investierte RWE netto 6,3 Milliarden Euro.
RWE hatte die Prognose für 2026 bereits Ende Juli angehoben. Die erwartete Bandbreite für das bereinigte Ebitda wurde um 550 Millionen Euro auf 5,75 bis 6,35 Milliarden Euro erhöht. Beim bereinigten Nettoergebnis hob RWE die Spanne um 400 Millionen Euro auf 1,95 bis 2,45 Milliarden Euro an. (sag)
Donnerstag, 13.08.2026, 12:38 Uhr
Stefan Sagmeister
© 2026 Energie & Management GmbH