Vor allem die Erlöse aus dem GuD-Kraftwerk Herdecke und des Pumpspeicherwerks Rönkhausen trugen zu einem guten Ergebnis der Südwestfalen Energie und Wasser AG (Enervie) bei.
Südwestfalen Energie und Wasser AG (Enervie) mit Sitz in
Hagen hat im zurückliegenden „Geschäftsjahr 2025 das sehr gute Unternehmensergebnis des Vorjahres bestätigt“, sagte Vorstandssprecher Erik Höhne bei der virtuellen Pressekonferenz am 22. April. „Die Erlöse aus der Kraftwerksvermarktung haben wieder wesentlich zum guten Ergebnis beigetragen.“
Aber auch Enervie spüre die Auskwirkungen des Irankrieges, der die Gas- und Strompreise an den Energiehandelsmärkten hat sprunghaft ansteigen lassen. Aufgrund einer langrfristigen Beschaffungsstrategie können die Preise jedoch derzeit „für die Bestandskunden stabil“ gehalten werden, sagte Höhne. Auch sei die Enervie weiterhin „mit einem angepassten Pricing im Neukundenvertrieb aktiv“, so der Vorstandssprecher. Einige Energieanbieter am Markt hätten dies hingegen bereits eingestellt.
Hohe Deckungsbeiträge aus der Gas- und Dampfturbinenanlage in Herdecke sowie dem Pumpspeicherwerk Rönkhausen prägten das Ergebnis. Der Vertrieb erreichte ebenfalls ein stabiles Resultat. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die Enervie Gruppe ein fast unverändertes Ergebnis vor Steuern von 64,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, wo das Ebt bei 64,4 Millionen Euro lag. Die Umsatzerlöse beliefen sich 2025 auf rund 1,14 Milliarden Euro und waren damit niedriger als im Vorjahr 2024 mit 1,45 Milliarden Euro. Die Umsatzerlöse sind zwar gesunken. Dies ist laut Höhne jedoch auf geringere Handelsmengen und gesunkene Preise zurückzuführen.
Der Gas- und Stromabsatz fiel entsprechend der geringeren Handelsmengen der Gruppe zurück. Im vergangenen Geschäftsjahr 2025 lieferte die Enervie Gruppe
mit den beiden Tochtergesellschaften Mark-E und Stadtwerke Lüdenscheid für die Versorgung der fast 400.000 Energiekunden sowie Energiehandelspartner rund 3 Milliarden kWh Strom und damit weniger als im Vorjahr mit 4,5 Milliarden kWh. Auch beim Gas sank der Absatz von 3,4 Milliarden kWh im Jahr 2024 auf rund 2,8 Milliarden kWh. Der Wärmeabsatz
blieb stabil bei 59 Millionen kWh.
Investitionen in Netze, Speicher und ErneuerbareDie Netzgesellschaft „ENERVIE Vernetzt“ investierte rund 100 Millionen Euro in Strom-, Gas- und Wassernetze. Für 2026 plant das Unternehmen eine Erhöhung auf etwa 130 Millionen Euro. „Mit Wirkung zum 1. Januar 2026 hat Enervie Vernetzt das zuvor bereits über einen Pachtvertrag betriebene Stromnetz der Stadtwerke Plettenberg gekauft. Im Messstellenbetrieb hat Enervie Vernetzt mittlerweile über 6.000 intelligente Messsysteme eingebaut“, so Vorstandsmitglied Volker Neumann. Damit sei die von der Bundesnetzagentur vorgegebene Einbauquote von 20 Prozent deutlich überschritten.
Auch der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet bei der Enervie voran: Im Bereich Windenergie beteiligte sich die Tochtergesellschaft Mark-E am Windpark Rafflenbeul. Weitere Projekte in Lüdenscheid-Kälberberg und Hagen-Mollberg befinden sich in der Umsetzung oder Planung. Auf dem Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks Cuno entsteht eine Photovoltaikanlage. Für das Areal in Werdohl-Elverlingsen, Standort eines ehemaligen Kohlekraftwerks, prüft Enervie zudem die gewerbliche und energiewirtschaftliche Nachnutzungen, darunter Batteriespeicher.
Elektromobilität und Kooperationen im NutzfahrzeugbereichEnervie entwickelte gemeinsam mit Partnern ein digitales Werkzeug zur Planung von Ladeinfrastruktur. Kommunen und Unternehmen sollen damit künftig Standorte bewerten und vorschlagen.
Im Segment Nutzfahrzeuge kooperiert das Unternehmen mit der Jürgens Gruppe. Ziel ist der Aufbau von Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge in Nordrhein-Westfalen.
Das Unternehmen will auch weiterhin auf solche regionale Projekte, den Netzausbau und den Ausbau erneuerbarer Erzeugung setzen. Parallel treibt Enervie die Digitalisierung und Automatisierung voran, unter anderem im Kundenservice. Die Zahl der Beschäftigten stieg auf 1.263. Die Erhöhung resultiert insbesondere aus dem Betriebsübergang der Stadtwerke Hemer und dem Personalaufbau im Netzservice.
Der Vorstand von Enervie erwartet weiterhin stabile wirtschaftliche Ergebnisse und geht auch in den nächsten Jahren von Jahresergebnisses vor Steuern oberhalb von 60 Millionen Euro aus. Parallel dazu erhöht das Unternehmen die Investitionen mit Fokus auf Maßnahmen der Energiewende. Dazu zählen der Ausbau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten sowie die Entwicklung und Integration von Speicherlösungen. Im Geschäftsfeld Erzeugung geht man weiterhin von konstanten Einnahmen aus.
Mittwoch, 22.04.2026, 14:04 Uhr
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