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Energie & Management > Wasserstoff - Erster Offshore-Elektrolyseur produziert Wasserstoff im Atlantik
Quelle: Fotolia
Wasserstoff

Erster Offshore-Elektrolyseur produziert Wasserstoff im Atlantik

Laut eigenen Angaben hat Lhyfe als erstes Unternehmen die Offshore-Wasserstoffproduktion gestartet. Die Elektrolyseurplattform produziert im Atlantik aus Windstrom grünen Wasserstoff.
Vor kurzem nahm Lhyfe die schwimmende Elektrolyse-Anlage Sealhyfe in Betrieb. Das Pilotprojekt liegt vor der französischen Atlantikküste und kann täglich bis zu 400 Kilogramm Wasserstoff aus dem Windstrom benachbarter Turbinen erzeugen. Der dabei entstehende Sauerstoff soll zurück ins Meer geleitet werden. Einer Studie des Unternehmens zufolge könnte die Offshore-Wasserstoffproduktion so insgesamt auch dazu beitragen, den Sauerstoffmangel der Weltmeere zu reduzieren.

Außerdem hat Lhyfe das Projekt HOPE (Hydrogen Offshore Production for Europe) angekündigt. Dieses soll ab 2026 täglich bis zu vier Tonnen Offshore-Wasserstoff vor Ostende in Belgien produzieren. Zum ersten Mal auf der Welt werde dann grüner Wasserstoff auf See produziert und über eine Verbundpipeline an Land exportiert, um den Bedarf des regionalen Ökosystems zu decken. Sie sollen Mobilitätsbedarf und Kleinindustrien in Belgien, Nordfrankreich und den südlichen Niederlanden im Umkreis von 300 Kilometern versorgen.

20 Millionen Euro der EU für Hope

Dafür erhielt das Hope-Konsortium einen Zuschuss der Europäischen Kommission in Höhe von 20 Millionen Euro. Hope werde seinen Strom vom Offshore-Testgebiet vor dem Hafen von Ostende erhalten, wofür Direktlieferverträge (PPA-Power Purchase Agreement) geschlossen werden. Das für die Elektrolyse verwendete Wasser werde aus der Nordsee gepumpt, entsalzt und gereinigt. Der Produktionsstandort soll drei Einheiten umfassen: Produktion und Komprimierung (bei mittlerem Druck) auf See, Export über eine Verbundpipeline, dann Komprimierung (bei hohem Druck), Lagerung und Verteilung an Land.

Bei der Struktur, in der die Produktionseinheit untergebracht ist, handelt es sich um einen gebrauchten Hublastkahn. Dies zeige laut Lhyfe, dass es möglich ist, die zuvor für Öl und Gas genutzte Infrastruktur umzuwandeln und ihr ein zweites Leben für die Produktion erneuerbarer Energien zu geben und gleichzeitig Kosten und Durchlaufzeiten zu reduzieren. Der äußerst kompakte 10-MW-Elektrolyseur werde der erste seiner Größe sein, der Offshore installiert wird.

Wasserstoff für die Menschen, Sauerstoff fürs Meer

Parallel zu seinen Wasserstoffprojekten führt Lhyfe Forschungsarbeiten zur Sauerstoffanreicherung der Meere durch. Ziel sei es, diese zukünftig in Verbindung mit dem Einsatz künftiger Offshore-Produktionsplattformen realisieren zu können. In Zusammenarbeit mit einer Reihe von Forschungseinrichtungen werde diese Möglichkeit derzeit untersucht. Dazu gehört das Institut de Recherche pour le Developpement (IRD) in Brest.

Patricia Handmann, Beraterin für Sauerstoffanreicherung bei Lhyfe erläuterte: „Der Sauerstoffmangel in den Ozeanen ist ein großes Problem für unseren Planeten, das unsere volle Aufmerksamkeit verdient.“ Die ersten Arbeiten von Lhyfe seien ermutigend und würden in den kommenden Monaten fortgesetzt, sagte die Wissenschaftlerin. Ziel sei die Schaffung einer geeigneten wissenschaftlichen, rechtlichen und technologischen Grundlage, die den Weg für eine effektive Umsetzung der Sauerstoffanreicherung der Meere an den zukünftigen Offshore-Standorten für grünen Wasserstoff ebnet.
 
Die Sealhyfe Plattform produziert seit 20. Juni 2023 im Atlantik automatisiert Wasserstoff aus Offshore-Windstrom
Quelle: Lhyfe

Mittwoch, 26.07.2023, 14:26 Uhr
Susanne Harmsen
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Erster Offshore-Elektrolyseur produziert Wasserstoff im Atlantik
Laut eigenen Angaben hat Lhyfe als erstes Unternehmen die Offshore-Wasserstoffproduktion gestartet. Die Elektrolyseurplattform produziert im Atlantik aus Windstrom grünen Wasserstoff.
Vor kurzem nahm Lhyfe die schwimmende Elektrolyse-Anlage Sealhyfe in Betrieb. Das Pilotprojekt liegt vor der französischen Atlantikküste und kann täglich bis zu 400 Kilogramm Wasserstoff aus dem Windstrom benachbarter Turbinen erzeugen. Der dabei entstehende Sauerstoff soll zurück ins Meer geleitet werden. Einer Studie des Unternehmens zufolge könnte die Offshore-Wasserstoffproduktion so insgesamt auch dazu beitragen, den Sauerstoffmangel der Weltmeere zu reduzieren.

Außerdem hat Lhyfe das Projekt HOPE (Hydrogen Offshore Production for Europe) angekündigt. Dieses soll ab 2026 täglich bis zu vier Tonnen Offshore-Wasserstoff vor Ostende in Belgien produzieren. Zum ersten Mal auf der Welt werde dann grüner Wasserstoff auf See produziert und über eine Verbundpipeline an Land exportiert, um den Bedarf des regionalen Ökosystems zu decken. Sie sollen Mobilitätsbedarf und Kleinindustrien in Belgien, Nordfrankreich und den südlichen Niederlanden im Umkreis von 300 Kilometern versorgen.

20 Millionen Euro der EU für Hope

Dafür erhielt das Hope-Konsortium einen Zuschuss der Europäischen Kommission in Höhe von 20 Millionen Euro. Hope werde seinen Strom vom Offshore-Testgebiet vor dem Hafen von Ostende erhalten, wofür Direktlieferverträge (PPA-Power Purchase Agreement) geschlossen werden. Das für die Elektrolyse verwendete Wasser werde aus der Nordsee gepumpt, entsalzt und gereinigt. Der Produktionsstandort soll drei Einheiten umfassen: Produktion und Komprimierung (bei mittlerem Druck) auf See, Export über eine Verbundpipeline, dann Komprimierung (bei hohem Druck), Lagerung und Verteilung an Land.

Bei der Struktur, in der die Produktionseinheit untergebracht ist, handelt es sich um einen gebrauchten Hublastkahn. Dies zeige laut Lhyfe, dass es möglich ist, die zuvor für Öl und Gas genutzte Infrastruktur umzuwandeln und ihr ein zweites Leben für die Produktion erneuerbarer Energien zu geben und gleichzeitig Kosten und Durchlaufzeiten zu reduzieren. Der äußerst kompakte 10-MW-Elektrolyseur werde der erste seiner Größe sein, der Offshore installiert wird.

Wasserstoff für die Menschen, Sauerstoff fürs Meer

Parallel zu seinen Wasserstoffprojekten führt Lhyfe Forschungsarbeiten zur Sauerstoffanreicherung der Meere durch. Ziel sei es, diese zukünftig in Verbindung mit dem Einsatz künftiger Offshore-Produktionsplattformen realisieren zu können. In Zusammenarbeit mit einer Reihe von Forschungseinrichtungen werde diese Möglichkeit derzeit untersucht. Dazu gehört das Institut de Recherche pour le Developpement (IRD) in Brest.

Patricia Handmann, Beraterin für Sauerstoffanreicherung bei Lhyfe erläuterte: „Der Sauerstoffmangel in den Ozeanen ist ein großes Problem für unseren Planeten, das unsere volle Aufmerksamkeit verdient.“ Die ersten Arbeiten von Lhyfe seien ermutigend und würden in den kommenden Monaten fortgesetzt, sagte die Wissenschaftlerin. Ziel sei die Schaffung einer geeigneten wissenschaftlichen, rechtlichen und technologischen Grundlage, die den Weg für eine effektive Umsetzung der Sauerstoffanreicherung der Meere an den zukünftigen Offshore-Standorten für grünen Wasserstoff ebnet.
 
Die Sealhyfe Plattform produziert seit 20. Juni 2023 im Atlantik automatisiert Wasserstoff aus Offshore-Windstrom
Quelle: Lhyfe

Mittwoch, 26.07.2023, 14:26 Uhr
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