Hauptsitz der EEC in Leipzig. Quelle: Shutterstock
Die Energiebörse EEX in Leipzig hat erstmals Emissionszertifikate im Rahmen des deutschen nationalen Emissionshandelssystems (nEHS) versteigert.
Mit dem Start der ersten Versteigerung von Zertifikaten im nationalen Emissionshandel (nEHS) hat Deutschland einen weiteren Schritt auf dem Weg von einem staatlich festgelegten zu einem marktbasierten CO2-Preis für Wärme und Verkehr vollzogen.
Bei der ersten Auktion am 1.
Juli wurden 21,3
Millionen „nEHS“-Zertifikate (nEZ) zu einem Preis von 65
Euro je Tonne CO2 verkauft. Wie die EEX mitteilte, wurde damit der Höchstpreis des geltenden Preiskorridors erreicht. Deshalb kam die sogenannte 65-Euro-Regel zur Anwendung, wodurch die doppelte ursprünglich vorgesehene Zertifikatsmenge versteigert wurde.
Das nationale Emissionshandelssystem (nEHS) ist seit 2021 Teil der deutschen Klimapolitik. Es erfasst die CO2-Emissionen aus den Bereichen Wärme und Verkehr, die bislang nicht unter den europäischen Emissionshandel (ETS
1) fallen. Betroffen sind vor allem Unternehmen, die Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin oder Diesel in Verkehr bringen. Sie müssen für die dabei entstehenden Emissionen Zertifikate erwerben. Die dadurch entstehenden Kosten werden in der Regel über die Brennstoffpreise an Verbraucher und Unternehmen weitergegeben.
Bis Ende 2025 galt im nEHS ein staatlich festgelegter CO2-Preis. Mit dem Jahr 2026 beginnt nun der Übergang zu einer marktbasierten Preisbildung. Für „nEZ“ für das Jahr 2026 gilt ein Preiskorridor zwischen 55 und 65
Euro. Innerhalb dieser Spanne bestimmt die Nachfrage den Preis.
Über 192 Millionen Zertifikate im Laufe des JahresBereits die erste Versteigerung erreichte den maximal zulässigen Preis von 65 Euro. Deshalb wurde nach der sogenannten 65-Euro-Regel zusätzliches Auktionsvolumen freigegeben. Insgesamt wechselten mehr als 21 Millionen „nEZ“ den Besitzer. Im Laufe des Jahres sollen etwas mehr als 192
Millionen Zertifikate versteigert werden. Die Auktionen finden jeweils mittwochs zwischen 13 und 15
Uhr statt.
Ab November 2026 können Unternehmen zusätzlich Zertifikate in unbegrenzter Menge zum sogenannten Überschussmengenpreis von 68
Euro erwerben. Damit soll verhindert werden, dass es kurzfristig zu einem Mangel an Zertifikaten kommt.
Das nationale Emissionshandelssystem ist zugleich eine Übergangslösung. Ab 2027 soll das neue europäische Emissionshandelssystem ETS
2 den CO2-Ausstoß im Gebäude- und Verkehrssektor europaweit regeln. Anders als im bisherigen deutschen System wird der Preis dann grundsätzlich am Markt ohne nationale Preisobergrenze gebildet.
Die EEX führt die Auktionen im Auftrag des Bundes durch. Sie organisiert bereits die Versteigerungen im europäischen Emissionshandel und bereitet die Einführung des EU ETS
2 vor. EEX-Vorstandschef Peter Reitz sagte: „Die erfolgreiche erste Auktion markiert einen wichtigen Meilenstein für den Emissionshandel in Deutschland.“
Für Verbraucher ergeben sich durch die erste Auktion zunächst keine unmittelbaren Änderungen. Die CO2-Kosten sind bereits Bestandteil der Preise für fossile Brenn- und Kraftstoffe. Mit dem Übergang zu einer marktbasierten Preisbildung können die CO2-Kosten künftig jedoch stärker schwanken als in den vergangenen Jahren mit staatlich festgelegten Preisen.
Freitag, 3.07.2026, 16:27 Uhr
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