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Energie & Management > Mobilität - E-Mobilität effektivste Wahl für Verkehrswende
Quelle: Shutterstock / ModernNomads
Mobilität

E-Mobilität effektivste Wahl für Verkehrswende

Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft erörterten beim Zukunftsforum Energiewende die Rolle von E-Mobilität, Wasserstoff und E-Fuels für die Dekarbonisierung im Verkehr.
Beim Zukunftsforum Energiewende in Berlin haben Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft über die zukünftige Ausrichtung der Verkehrswende diskutiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle batterieelektrische Antriebe, Wasserstoff und E-Fuels künftig für den Klimaschutz und die Industriepolitik spielen sollen.

Prof. Martin Wietschel, Leiter der Abteilung Energietechnologien am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe, sieht batterieelektrische Antriebe klar im Vorteil. E-Fuels würden dauerhaft höhere Kosten verursachen als die Elektromobilität. Zudem würden E-Fuels überwiegend außerhalb Europas produziert. Angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten sei dies ein Nachteil.

Wietschel verwies zudem auf die geringere Energieeffizienz von Verbrennungsmotoren. E-Fuels und andere alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff oder Biokraftstoffe seien daher für Anwendungen geeignet, die sich nur schwer elektrifizieren lassen. Dazu zählten etwa der Flug- und Schiffsverkehr. Für diese Bereiche würden nach Wietschels Angaben künftig zwischen 150 und 180 Milliarden kWh alternativer Energieträger benötigt. Diese Mengen stünden zugleich in Konkurrenz zum Bedarf der Industrie.

Auch Schwerlasttransport elektrisch möglich

Auch im Schwerlastverkehr sieht Wietschel größere Potenziale für batterieelektrische Antriebe als häufig angenommen. Nach seiner Einschätzung könnten rund 50 Prozent der Fahrten batterieelektrisch erfolgen. Dafür genüge häufig das Laden während gesetzlicher Ruhezeiten oder über Nacht auf Betriebshöfen. Teilnehmer der Diskussion verwiesen auf geringere Wartungskosten und Mautvorteile, die elektrisch angetriebene Lastwagen zusätzlich wirtschaftlicher machten.

Kritik an der Ausgestaltung der Förderung für Elektrofahrzeuge äußerte Julian Joswig, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen. „Auch Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender die Kaufprämie einzubeziehen, verringert den möglichen Klimaschutzeffekt“, sagte er. Zudem sprach er sich gegen eine Förderung ohne Berücksichtigung der Herkunft der Fahrzeuge aus. Nach seiner Einschätzung komme sie insbesondere Herstellern aus China zugute. 

Ladeinfrastruktur wächst

Die Regierung setzt nach Angaben von Eva Ackermann, Leiterin des Referats Erneuerbare Energien im Bundesverkehrsministerium (BMF), auf einen weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur für LKW. Vorgesehen seien 350 Lade-Standorte entlang der Autobahnen sowie Ladepunkte in Depots und an öffentlichen Standorten. Ziel sei eine stärkere Elektrifizierung des Güterverkehrs.

Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie (en2x) mit Sitz in Berlin, verwies darauf, dass die Auslastung vieler Ladesäulen derzeit noch nicht ausreiche, um deren Betrieb wirtschaftlich zu gestalten. Die Branche setze jedoch auf einen wachsenden Markt. Laut Küchen leisten Biokraftstoffe derzeit den größten Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs und das Potenzial sei noch deutlich größer.
 
Podiumsdiskussion (von links): Christian Küchen (En2X), Julian Joswig, (MdB Grüne), Eva Ackermann (BMV), Marc Krüger (Dekra), Stephan Herbst (Toyota) Moderatorin Ulrike Drachsel (Forum für Zukunftsenergien)
Quelle: Susanne Harmsen

E-Fuels ohne Sicherheit

Zugleich kritisierte Küchen die aus seiner Sicht fehlenden langfristig verlässlichen politischen Rahmenbedingungen für E-Fuels. Allein für die Versorgung des heutigen Fahrzeugbestands seien solche Investitionen nicht wirtschaftlich. Investitionen in entsprechende Produktionsanlagen seien mit hohen Risiken verbunden. Unternehmen benötigten Planungssicherheit darüber, dass die Dekarbonisierung auch europaweit und international voranschreite und langfristig Nachfrage nach Wasserstoff und anderen alternativen Kraftstoffen bestehe.

Für Technologieoffenheit sprach sich auch Stephan Herbst aus, der bei Toyota Motor Europe den Bereich Wasserstoff-Cluster verantwortet. PKW würden in Deutschland derzeit durchschnittlich zwölf Jahre beim Erstbesitzer genutzt. Dies sei auch auf die Verunsicherung vieler Kunden hinsichtlich neuer Antriebstechnologien zurückzuführen. Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb hob Herbst die Entwicklung in China hervor. Dort seien 2025 rund 17.000 Brennstoffzellen-Lkw neu zugelassen worden. Europa müsse den technologischen Anschluss halten, um Wertschöpfung in diesem Bereich zu sichern.

Marc Krüger, Senior Policy Advisor bei der Dekra, sieht die Elektromobilität insgesamt auf einem positiven Entwicklungspfad. Nach seinen Angaben existiert bislang zudem nur ein begrenzter Markt für gebrauchte E-Fahrzeuge. Ursache sei die Unsicherheit vieler Käufer hinsichtlich der Haltbarkeit von Batterien. Mit Verfahren zur Prüfung von Batterien während ihrer gesamten Nutzungsdauer will die Dekra die Akzeptanz gebrauchter Elektrofahrzeuge erhöhen.

Mittwoch, 24.06.2026, 15:59 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Mobilität - E-Mobilität effektivste Wahl für Verkehrswende
Quelle: Shutterstock / ModernNomads
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E-Mobilität effektivste Wahl für Verkehrswende
Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft erörterten beim Zukunftsforum Energiewende die Rolle von E-Mobilität, Wasserstoff und E-Fuels für die Dekarbonisierung im Verkehr.
Beim Zukunftsforum Energiewende in Berlin haben Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft über die zukünftige Ausrichtung der Verkehrswende diskutiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle batterieelektrische Antriebe, Wasserstoff und E-Fuels künftig für den Klimaschutz und die Industriepolitik spielen sollen.

Prof. Martin Wietschel, Leiter der Abteilung Energietechnologien am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe, sieht batterieelektrische Antriebe klar im Vorteil. E-Fuels würden dauerhaft höhere Kosten verursachen als die Elektromobilität. Zudem würden E-Fuels überwiegend außerhalb Europas produziert. Angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten sei dies ein Nachteil.

Wietschel verwies zudem auf die geringere Energieeffizienz von Verbrennungsmotoren. E-Fuels und andere alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff oder Biokraftstoffe seien daher für Anwendungen geeignet, die sich nur schwer elektrifizieren lassen. Dazu zählten etwa der Flug- und Schiffsverkehr. Für diese Bereiche würden nach Wietschels Angaben künftig zwischen 150 und 180 Milliarden kWh alternativer Energieträger benötigt. Diese Mengen stünden zugleich in Konkurrenz zum Bedarf der Industrie.

Auch Schwerlasttransport elektrisch möglich

Auch im Schwerlastverkehr sieht Wietschel größere Potenziale für batterieelektrische Antriebe als häufig angenommen. Nach seiner Einschätzung könnten rund 50 Prozent der Fahrten batterieelektrisch erfolgen. Dafür genüge häufig das Laden während gesetzlicher Ruhezeiten oder über Nacht auf Betriebshöfen. Teilnehmer der Diskussion verwiesen auf geringere Wartungskosten und Mautvorteile, die elektrisch angetriebene Lastwagen zusätzlich wirtschaftlicher machten.

Kritik an der Ausgestaltung der Förderung für Elektrofahrzeuge äußerte Julian Joswig, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen. „Auch Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender die Kaufprämie einzubeziehen, verringert den möglichen Klimaschutzeffekt“, sagte er. Zudem sprach er sich gegen eine Förderung ohne Berücksichtigung der Herkunft der Fahrzeuge aus. Nach seiner Einschätzung komme sie insbesondere Herstellern aus China zugute. 

Ladeinfrastruktur wächst

Die Regierung setzt nach Angaben von Eva Ackermann, Leiterin des Referats Erneuerbare Energien im Bundesverkehrsministerium (BMF), auf einen weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur für LKW. Vorgesehen seien 350 Lade-Standorte entlang der Autobahnen sowie Ladepunkte in Depots und an öffentlichen Standorten. Ziel sei eine stärkere Elektrifizierung des Güterverkehrs.

Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie (en2x) mit Sitz in Berlin, verwies darauf, dass die Auslastung vieler Ladesäulen derzeit noch nicht ausreiche, um deren Betrieb wirtschaftlich zu gestalten. Die Branche setze jedoch auf einen wachsenden Markt. Laut Küchen leisten Biokraftstoffe derzeit den größten Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs und das Potenzial sei noch deutlich größer.
 
Podiumsdiskussion (von links): Christian Küchen (En2X), Julian Joswig, (MdB Grüne), Eva Ackermann (BMV), Marc Krüger (Dekra), Stephan Herbst (Toyota) Moderatorin Ulrike Drachsel (Forum für Zukunftsenergien)
Quelle: Susanne Harmsen

E-Fuels ohne Sicherheit

Zugleich kritisierte Küchen die aus seiner Sicht fehlenden langfristig verlässlichen politischen Rahmenbedingungen für E-Fuels. Allein für die Versorgung des heutigen Fahrzeugbestands seien solche Investitionen nicht wirtschaftlich. Investitionen in entsprechende Produktionsanlagen seien mit hohen Risiken verbunden. Unternehmen benötigten Planungssicherheit darüber, dass die Dekarbonisierung auch europaweit und international voranschreite und langfristig Nachfrage nach Wasserstoff und anderen alternativen Kraftstoffen bestehe.

Für Technologieoffenheit sprach sich auch Stephan Herbst aus, der bei Toyota Motor Europe den Bereich Wasserstoff-Cluster verantwortet. PKW würden in Deutschland derzeit durchschnittlich zwölf Jahre beim Erstbesitzer genutzt. Dies sei auch auf die Verunsicherung vieler Kunden hinsichtlich neuer Antriebstechnologien zurückzuführen. Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb hob Herbst die Entwicklung in China hervor. Dort seien 2025 rund 17.000 Brennstoffzellen-Lkw neu zugelassen worden. Europa müsse den technologischen Anschluss halten, um Wertschöpfung in diesem Bereich zu sichern.

Marc Krüger, Senior Policy Advisor bei der Dekra, sieht die Elektromobilität insgesamt auf einem positiven Entwicklungspfad. Nach seinen Angaben existiert bislang zudem nur ein begrenzter Markt für gebrauchte E-Fahrzeuge. Ursache sei die Unsicherheit vieler Käufer hinsichtlich der Haltbarkeit von Batterien. Mit Verfahren zur Prüfung von Batterien während ihrer gesamten Nutzungsdauer will die Dekra die Akzeptanz gebrauchter Elektrofahrzeuge erhöhen.

Mittwoch, 24.06.2026, 15:59 Uhr
Susanne Harmsen

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