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Energie & Management > Biogas - Bioenergieverbände fordern Änderungen bei GMG und EEG
Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
Biogas

Bioenergieverbände fordern Änderungen bei GMG und EEG

Bioenergieverbände haben Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) und den Entwurf des EEG 2027 bewertet. Sie fordern Änderungen für Biomethan, Holzwärme und Biogas.
Vertreter der Bioenergiebranche haben am 5. März in einem Webinar die jüngsten energiepolitischen Vorhaben der Bundesregierung eingeordnet. Anlass sind die Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) sowie ein erster Arbeitsentwurf für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2027. 

Die Verbände sind im Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB) zusammengeschlossen. Sandra Rostek, Leiterin des HBB, sieht in den GMG-Plänen Chancen für erneuerbare Gase im Wärmemarkt. Eine vorgesehene Grüngasquote könne ein Instrument sein, um den Einsatz klimafreundlicher Gase im Gebäudebestand zu steigern, sagte Rostek.

Kritisch bewertet der Verband jedoch, dass die Bundesregierung die bisher geplante Vorgabe streichen will, wonach neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Positiv sehen die Verbände hingegen, dass auch für neue Gasheizungen künftig schrittweise Klimaschutzanforderungen gelten sollen.

Rostek verwies darauf, dass nach Einschätzung der Branche ausreichende Potenziale vorhanden seien. Deutschland könne kurz-, mittel- und langfristig Biogas, Biomethan und Holz bereitstellen, um zur Wärmewende und zur Stabilisierung des Stromsystems beizutragen.

Biomethan den Netzzugang sichern

Für den Ausbau von Biomethan fordert die Branche jedoch verlässlichere Rahmenbedingungen. Stefan Jost, Co-CEO der DAH-Gruppe, einem Unternehmen der Biomethanproduktion, verwies laut HBB auf geplante Investitionen. Acht große Produzenten wollten in den kommenden fünf Jahren mehr als eine Milliarde Euro in neue Anlagen investieren. Voraussetzung seien jedoch geeignete politische Vorgaben.

„Biomethan wird in der aktuell geplanten Gesetzgebung eher verhindert als gefördert. Insbesondere der Zugang zum Gasnetz ist nicht gesichert“, kritisierte Jost. Er wisse von 300 Anlagen, deren Umsetzung aktuell auf Eis liegt, weil der Gasnetzanschluss unsicher ist. Auch für Regionen ohne Anschluss an ein Gasnetz sehen die Verbände Handlungsbedarf.

Bioanteil an Fernwärme erhalten 

Nach Einschätzung des Bundesverbands Bioenergie, einer Branchenorganisation für Bioenergieunternehmen mit Sitz in Bonn, spielen Holzenergie und Biomassewärmenetze eine wichtige Rolle. Sebastian Henghuber, Vorstandsmitglied des Verbandes, verwies darauf, dass Holz derzeit der wichtigste erneuerbare Energieträger im Wärmesektor sei.

Durch den geplanten Wegfall der 65-Prozent-Vorgabe könne der Anschluss an Nahwärmenetze an Bedeutung verlieren. Henghuber forderte deshalb eine gezielte Förderung für den Heizungstausch sowie für den Ausbau von Wärmenetzen, damit erneuerbare Heizoptionen gegenüber fossilen Anlagen attraktiver bleiben.
 
Potenzial heimischer Bioenergie
(Für Vollbild auf die Grafik klicken)
Quelle: HB Bioenergie

Parallel zu den Diskussionen um das GMG äußerten sich die Bioenergieverbände auch zum Entwurf für das EEG 2027. Das Gesetz regelt unter anderem Fördermechanismen für erneuerbare Stromerzeugung. Nach Einschätzung der Branche bleiben die vorgesehenen Ausschreibungsvolumina für Biogasanlagen zu niedrig.

Thomas Karle, Präsident des Fachverbands Biogas, erklärte laut Verband, Biogasanlagen könnten künftig eine größere Rolle für die Stromversorgung in Zeiten geringer Wind- und Solarproduktion übernehmen. „Die Ausschreibungsvolumina sind deutlich anzuheben, damit Biogas künftig in der Dunkelflaute die schwankende Erzeugung aus Photovoltaik und Wind ausgleichen kann“, sagte Karle. Anlagenbetreiber benötigten eine verlässliche Perspektive, damit vorhandene Potenziale genutzt werden könnten.

Iran-Krieg befeuert Diskussion um Eigenerzeugung

Energieminister aus mehreren Bundesländern mit Regierungsbeteiligung der Grünen forderten in einem offenen Brief an die Bundesregierung zusätzliche Ausschreibungen für Windenergie und weitere Maßnahmen zum Ausbau erneuerbarer Energien. Sie begründen dies unter anderem mit steigenden Öl- und Gaspreisen infolge internationaler Konflikte.

Auch der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) betont die Bedeutung heimischer Energieträger für die Wärmeversorgung. In einem Positionspapier verweist der Verband auf die Rolle der Holzenergie. Laut BEE entfielen im Jahr 2024 rund 61 Prozent der erneuerbaren Wärme in Deutschland auf Holz. Insgesamt hätten erneuerbare Energien rund 249 Millionen Tonnen CO2 vermieden, rund 25 Millionen Tonnen gingen laut Verband auf Holzenergie zurück.

BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser erklärte, nachhaltig bewirtschaftete Wälder könnten sowohl zur Klimaanpassung als auch zur Energieversorgung beitragen. Energetisch genutzt würden überwiegend Rest- und Nebenprodukte aus der Holzverarbeitung. Der Verband warnt zugleich vor zusätzlichen regulatorischen Vorgaben, die Investitionen in Holzwärme erschweren könnten.

Das Positionspapier des BEE zur energetischen Holznutzung steht im Internet bereit.

Donnerstag, 5.03.2026, 16:33 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Biogas - Bioenergieverbände fordern Änderungen bei GMG und EEG
Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
Biogas
Bioenergieverbände fordern Änderungen bei GMG und EEG
Bioenergieverbände haben Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) und den Entwurf des EEG 2027 bewertet. Sie fordern Änderungen für Biomethan, Holzwärme und Biogas.
Vertreter der Bioenergiebranche haben am 5. März in einem Webinar die jüngsten energiepolitischen Vorhaben der Bundesregierung eingeordnet. Anlass sind die Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) sowie ein erster Arbeitsentwurf für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2027. 

Die Verbände sind im Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB) zusammengeschlossen. Sandra Rostek, Leiterin des HBB, sieht in den GMG-Plänen Chancen für erneuerbare Gase im Wärmemarkt. Eine vorgesehene Grüngasquote könne ein Instrument sein, um den Einsatz klimafreundlicher Gase im Gebäudebestand zu steigern, sagte Rostek.

Kritisch bewertet der Verband jedoch, dass die Bundesregierung die bisher geplante Vorgabe streichen will, wonach neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Positiv sehen die Verbände hingegen, dass auch für neue Gasheizungen künftig schrittweise Klimaschutzanforderungen gelten sollen.

Rostek verwies darauf, dass nach Einschätzung der Branche ausreichende Potenziale vorhanden seien. Deutschland könne kurz-, mittel- und langfristig Biogas, Biomethan und Holz bereitstellen, um zur Wärmewende und zur Stabilisierung des Stromsystems beizutragen.

Biomethan den Netzzugang sichern

Für den Ausbau von Biomethan fordert die Branche jedoch verlässlichere Rahmenbedingungen. Stefan Jost, Co-CEO der DAH-Gruppe, einem Unternehmen der Biomethanproduktion, verwies laut HBB auf geplante Investitionen. Acht große Produzenten wollten in den kommenden fünf Jahren mehr als eine Milliarde Euro in neue Anlagen investieren. Voraussetzung seien jedoch geeignete politische Vorgaben.

„Biomethan wird in der aktuell geplanten Gesetzgebung eher verhindert als gefördert. Insbesondere der Zugang zum Gasnetz ist nicht gesichert“, kritisierte Jost. Er wisse von 300 Anlagen, deren Umsetzung aktuell auf Eis liegt, weil der Gasnetzanschluss unsicher ist. Auch für Regionen ohne Anschluss an ein Gasnetz sehen die Verbände Handlungsbedarf.

Bioanteil an Fernwärme erhalten 

Nach Einschätzung des Bundesverbands Bioenergie, einer Branchenorganisation für Bioenergieunternehmen mit Sitz in Bonn, spielen Holzenergie und Biomassewärmenetze eine wichtige Rolle. Sebastian Henghuber, Vorstandsmitglied des Verbandes, verwies darauf, dass Holz derzeit der wichtigste erneuerbare Energieträger im Wärmesektor sei.

Durch den geplanten Wegfall der 65-Prozent-Vorgabe könne der Anschluss an Nahwärmenetze an Bedeutung verlieren. Henghuber forderte deshalb eine gezielte Förderung für den Heizungstausch sowie für den Ausbau von Wärmenetzen, damit erneuerbare Heizoptionen gegenüber fossilen Anlagen attraktiver bleiben.
 
Potenzial heimischer Bioenergie
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Quelle: HB Bioenergie

Parallel zu den Diskussionen um das GMG äußerten sich die Bioenergieverbände auch zum Entwurf für das EEG 2027. Das Gesetz regelt unter anderem Fördermechanismen für erneuerbare Stromerzeugung. Nach Einschätzung der Branche bleiben die vorgesehenen Ausschreibungsvolumina für Biogasanlagen zu niedrig.

Thomas Karle, Präsident des Fachverbands Biogas, erklärte laut Verband, Biogasanlagen könnten künftig eine größere Rolle für die Stromversorgung in Zeiten geringer Wind- und Solarproduktion übernehmen. „Die Ausschreibungsvolumina sind deutlich anzuheben, damit Biogas künftig in der Dunkelflaute die schwankende Erzeugung aus Photovoltaik und Wind ausgleichen kann“, sagte Karle. Anlagenbetreiber benötigten eine verlässliche Perspektive, damit vorhandene Potenziale genutzt werden könnten.

Iran-Krieg befeuert Diskussion um Eigenerzeugung

Energieminister aus mehreren Bundesländern mit Regierungsbeteiligung der Grünen forderten in einem offenen Brief an die Bundesregierung zusätzliche Ausschreibungen für Windenergie und weitere Maßnahmen zum Ausbau erneuerbarer Energien. Sie begründen dies unter anderem mit steigenden Öl- und Gaspreisen infolge internationaler Konflikte.

Auch der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) betont die Bedeutung heimischer Energieträger für die Wärmeversorgung. In einem Positionspapier verweist der Verband auf die Rolle der Holzenergie. Laut BEE entfielen im Jahr 2024 rund 61 Prozent der erneuerbaren Wärme in Deutschland auf Holz. Insgesamt hätten erneuerbare Energien rund 249 Millionen Tonnen CO2 vermieden, rund 25 Millionen Tonnen gingen laut Verband auf Holzenergie zurück.

BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser erklärte, nachhaltig bewirtschaftete Wälder könnten sowohl zur Klimaanpassung als auch zur Energieversorgung beitragen. Energetisch genutzt würden überwiegend Rest- und Nebenprodukte aus der Holzverarbeitung. Der Verband warnt zugleich vor zusätzlichen regulatorischen Vorgaben, die Investitionen in Holzwärme erschweren könnten.

Das Positionspapier des BEE zur energetischen Holznutzung steht im Internet bereit.

Donnerstag, 5.03.2026, 16:33 Uhr
Susanne Harmsen

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