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Enerige & Management > Bilanz - Siemens gliedert Kraftwerksparte aus
Bild: alexmat46, Fotolia
BILANZ:
Siemens gliedert Kraftwerksparte aus
Neuer Umbau bei Siemens: Der Konzern gibt die Mehrheit an der schwächelnden Kraftwerksparte ab und will sich künftig auf digitale Technologien konzentrieren.
 
 
Die Kraftwerksparte Gas and Power ist in den Bereichen Öl und Gas, konventionelle Energieerzeugung, Energieübertragung und dem dazugehörigen Service-Geschäft aktiv. Sie soll als neue Gesellschaft an die Börse gebracht werden und auch die Mehrheit an der Windkraftsparte Siemens Gamesa übernehmen. Das gab der Konzern am Abend des 7. Mai bekannt.

Die Börsennotierung ist für den 20. September 2020 geplant. Siemens will sich allerdings weiter als „starker Aktionär“ engagieren, heißt es in einer Mitteilung. Der Anteil werde am Anfang bei etwas unter 50 % liegen. Sowohl die Windkrafttochter Siemens Gamesa, die diese Woche beeindruckende Halbjahreszahlen vorgelegt hat, als auch die neue Gesellschaft sollen künftig aus der Konzernbilanz ausgegliedert werden. Betroffen von der Neuausrichtung sind nach Gewerkschaftsangaben mehr als 20 000 Beschäftigte an 20 Standorten.

Siemens-Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser erklärte, es entstehe damit ein „einzigartig ganzheitlich aufgestellter Spezialist“ im Energie- und Elektrizitätssektor. Wie kein anderer Wettbewerber bilde er die gesamte Bandbreite ab. Besonders die Kombination von Stromerzeugung aus konventionellen Anlagen sowie aus erneuerbaren Energien sei von Vorteil. CEO der neuen Gas and Power wird Lisa Davis, Finanzvorstand der 54-jährige Klaus Patzak.

Ziel der gesamten Neustrukturierung des Konzerns unter dem Stichwort „Vision 2020+“ ist es, die Aktivitäten schneller und flexibler zu gestalten. „Die Siemens-Geschäfte der nächsten Generation werden andere Erfolgsmarken haben“, sagte Kaeser. Statt Breite, Größe und Gleichschritt seien Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit gefragt.

Der Schwerpunkt soll in Zukunft auf dem Geschäft mit digitaler Technik liegen, den Sparten Digital Industries und Smart Infrastructure. Beide sollen in den kommenden Jahren kräftig wachsen und auch deutlich mehr Mitarbeiter einstellen. Insgesamt plant Siemens, mit Effizienzverbesserungen die Kosten bis 2023 um rund 2,2 Mrd. Euro zu senken. Trotzdem ist von einem Netto-Abbau von rund 10 000 Arbeitsplätzen weltweit die Rede. Der Aufsichtsrat inklusive der Arbeitnehmervertreter unterstützt die Vision 2020+. Letztere weisen allerdings auf die besondere Verantwortung für die betroffenen Mitarbeiter hin. Es müsste eine Requalifizierung möglich sein und eine bevorzugte Berücksichtigung bei neu zu schaffenden Stellen.

Die Kraftwerksparte ist schon länger Sorgenkind bei Siemens. Zwar konnte der Konzern über Serviceverträge den Auftragseingang im ersten Quartal um ganze 15 Prozent auf mehr als 3,5 Milliarden Euro steigern. Das bereinigte Ergebnis ging jedoch um 50 Prozent auf 119 Millionen Euro zurück. Auch die Umsätze lagen mit 2,85 Milliarden Euro um knapp 10 % unter dem Vorjahresniveau. Überkapazitäten von Gasturbinen sowie die Energiewende machen dem Geschäftsbereich zu schaffen. Siemens hatte deshalb bereits im vergangenen Herbst den Abbau von mehreren tausend Stellen angekündigt und die Standorte neu aufgestellt.

Mit Material von dpa
 
 

Günter Drewnitzky
© 2019 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 08.05.2019, 12:10 Uhr

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