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Bild: tomas / Fotolia
GASNETZ:
Gasspeicher sorgen für Versorgungssicherheit
Angesichts der Kälteperiode zum Ende dieses Winters werden nach Angaben der Initiative Erdgasspeicher erhebliche Gasmengen aus deutschen Speichern zur Versorgung bereitgestellt.
 
In den vergangenen Tagen seien durchschnittlich 2,3 Mrd. kWh Erdgas pro Tag aus den deutschen Speichern zur Versorgung entnommen worden, teilte die Initiative Erdgasspeicher (Ines) mit. In der Spitze waren 2,7 Mrd. kWh ausgespeichert worden. Die Ines ist ein Zusammenschluss von Betreibern deutscher Gasspeicher und repräsentiert mit ihren zwölf Mitgliedern mehr als 90 % der deutschen Speicherkapazitäten.

„Dieser Wintereinbruch konnte durch ausreichende Speicherfüllstände bewältigt werden“, erklärte Bernd Protzke, Vorstandsvorsitzender von Ines. Die Initiative hatte in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass insbesondere zum Ende eines Winters ausreichende Speicherfüllstände sichergestellt sein sollten. „Die Historie zeigt immer wieder, dass solche Kälteperioden noch über den Februar hinaus auftreten können“, erläuterte Peter Schmidt, stellvertretender INES-Vorstandsvorsitzender, die Hintergründe.

Laut dem Transparenzportal von Gas Infrastructure Europe (GIE) sind die deutschen Gasspeicher gegenwärtig mit 68,37 Mrd. kWh zu 29,38 % gefüllt. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 28,15 %.

Auch in anderen europäischen Staaten wird die gegenwärtige Situation genau beobachtet. Nach Angaben der Ines wurde in Italien bereits eine Frühwarnstufe ausgerufen. Diese ist Bestandteil eines EU-Krisenmanagementsystems und wird bei Sorgen um die Gasversorgungssicherheit ausgelöst. Auch in Frankreich seien bereits Maßnahmen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit ergriffen worden, teilte Ines mit.

Vor dem Hintergrund der Förderkürzungen von L-Gas in den Niederlanden mahnte Schmidt eine Sicherheitsreserve an. „Im Bereich der L-Gas-Versorgung ist die Situation eindeutig. Nach der Ankündigung von deutlichen Kürzungen der Gasproduktion in den Niederlanden sollten wir endlich eine Sicherheitsreserve einrichten“, so Schmidt. Seiner Meinung nach sollte es aber auch bei der H-Gas-Versorgung keine Tabus in der Diskussion geben. „Die Erdgasproduktion in Kontinentaleuropa wird künftig zurückgehen. Umso wichtiger ist der Beitrag, den Gasspeicher für eine sichere Versorgung leisten“, untermauerte Schmidt. Nach Angaben der Ines wird in Deutschland schon heute die Hälfte des nationalen Tagesbedarfs an Erdgas durch Gasspeicher gedeckt.

In den letzten Tagen waren die Gaspreise aufgrund der kalten Witterung deutlich gestiegen. Nachdem am Mittwoch Meldungen über Ausfälle in der Gasinfrastruktur die Runde machten und am Donnerstag der Netzbetreiber National Grid offiziell vor einem Gasdefizit warnte, stiegen die Preise für den Day Ahead auf ein neues Rekordniveau. Aufgrund seiner Insellage ist das britische Gassystem auf Gaslieferungen aus Kontinentaleuropa und Norwegen angewiesen. Genau dort hatte es aber Probleme gegeben, so dass weniger Gas als erwartet nach Großbritannien strömen konnte. Der Markt reagierte mit entsprechenden Preisaufschlägen.

Auf diese Preisspitzen reagierten auch die europäischen Handelsplätze. Grund zur Panik gibt es aber eigentlich nicht. Den GIE-Daten zufolge sind die europäischen Gasspeicher aber derzeit noch zu 30,16 % mit 320,13 Mrd. kWh gefüllt, vor einem Jahr lag die Füllquote bei 28,94 %. In Italien lagen die Speicherwerte mit 82,22 Mrd. kWh und einer Quote von 42,62 % Ende Februar 0,43 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Donnerstag, 01.03.2018, 13:50 Uhr

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