• Verteilnetze unter Transformationsdruck
  • Weitergabe des CO2-Preises umstritten
  • Land legt Flächen für 90 neue Windräder fest
  • APG warnt vor Netzüberlastung
  • Destatis macht den Green Deal sichtbar
  • Amprion stellt Trasse für Korridor B vor
  • Naturstrom mit zwei neuen Projekten in Bayern
  • Eurelectric fordert richtige Signale im Netz
  • 100 Mio. Euro Investitionen in Elektrolyseurproduktion von Sunfire
  • Deutschland verfehlt voraussichtlich seine Ziele für 2030
Enerige & Management > Bilanz - EWE mit Kurs auf Klimaneutralität
EWE kooperiert mit McDonald's. Bild: EWE/Go.PNG
BILANZ:
EWE mit Kurs auf Klimaneutralität
EWE hat das Geschäftsjahr 2020 erfolgreich abgeschlossen. Der Energieversorger hat sich zum Ziel gesetzt, klimaneutral und digital zu werden.
 
„Das Geschäftsjahr 2020 ist für EWE erfolgreich verlaufen“, fasste EWE-Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler das Ergebnis bei der virtuellen Jahrespressekonferenz am 14. Juni zusammen. Der Umsatz von EWE blieb mit 5,64 Mrd. Euro (Vorjahr: 5,7 Mrd. Euro) stabil auf dem Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag mit 442 Mio. Euro mit einem Rückgang von 3 % leicht unter dem Ergebnis des vorherigen Geschäftsjahres (455,9 Mio. Euro). Das Konzernperiodenergebnis hat sich aufgrund von Sondereffekten mit 293,9 Mio. Euro im Vorjahresvergleich mehr als verdoppelt (127,5 Mio. Euro), die Investitionen stiegen um 11,8 % von 587,4 auf 656,7 Mio. Euro.

„Trotz Pandemie haben wir in allen wesentlichen operativen Segmenten unsere Ziele erreicht oder übererfüllt“, sagte Dohler bei der Pressekonferenz. „2020 war ein Jahr neuer Partnerschaften und ein Jahr des Aufbruchs. Im Februar haben wir unseren strategischen Partner Ardian an Bord geholt und Aktivitäten für die Energiezukunft vorangetrieben. EWE hat sich zudem das ambitionierte Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu sein. Für die klimaneutrale Energieversorgung auch zukünftiger Generationen haben wir mit der Aloys Wobben Stiftung das Unternehmen Alterric gegründet, das mit dem Bau und Betrieb von Onshore-Windkraftanlagen Deutschlands größter Grünstromproduzent in diesem Bereich wird.“

Zum Ziel hat sich EWE auch gesetzt, der erste integrierte Wasserstoffversorger zu sein, der über die gesamte Wertschöpfungskette aktiv ist. „Im niedersächsischen Huntorf zeigen wir mit der Wasserstoffproduktion aus erneuerbaren Energien seit vergangenem Sommer im Kleinen, was in Zukunft in großem Stil Wirklichkeit werden soll“, so Dohler. „In Rüdersdorf bauen wir seit Anfang des Jahres in rund 1.000 Metern Tiefe einen Kavernenspeicher im Salzgestein, um dort erstmalig 100 Prozent reinen Wasserstoff ein- und auszuspeichern.“ Ziel des Forschungsprojekts mit dem Namen „HyCAVmobil“ sei es, grünen, aus erneuerbaren Energien erzeugten Wasserstoff in großen Mengen speicherfähig und bedarfsgerecht nutzbar zu machen.
Die Erkenntnisse, die die hausgroße Forschungskaverne im kommenden Jahr liefert, will EWE verwenden, um zukünftig unterirdische Kavernen mit dem 1.000-fachen Volumen für die großtechnische Wasserstoffspeicherung zu nutzen.

EWE setzt auf E-Mobilität, Erneuerbare und KWK

Bei der E-Mobilität verkündete der Versorger eine neue Zusammenarbeit: Gemeinsam mit McDonald’s wird das Tochterunternehmen EWE Go bis 2025 über 1.000 Drive-in-Restaurants mit Ladesäulen für Elektromobilität ausstatten. Deutschlandweit sind bereits knapp 100 Schnellladestationen in Betrieb. In der Hauptstadtregion ist der Bau von Schnellladesäulen in diesem Jahr unter anderem an verschiedenen McDonald’s-Filialen in Berlin, in Finowfurt, Kleinmachnow und Hennigsdorf geplant.

Im regionalen Energievertrieb sei deutlich, dass immer mehr Menschen auf klimafreundliche Lösungen setzen. „Etwa 65 Prozent der Haushalte unserer Vertriebsregion Brandenburg/Rügen beziehen bereits grünen Strom von EWE, rund 40 Prozent der Kunden beliefert EWE mit CO2-neutralem Erdgas“, berichtete Christian Blanck, Vertriebsreferent aus der Region Brandenburg/Rügen. Noch deutlicher sei der Trend im Dienstleistungsbereich. EWE verzeichne in der Region Brandenburg/Rügen eine weiterhin stark gestiegene Nachfrage nach Unterstützung bei der Selbstversorgung mit Photovoltaikanlagen in Kombination mit Stromspeichersystemen.

EWE setzt außerdem auf KWK für Kommunen und Unternehmen vor allem aus der Wohnungswirtschaft. Zudem modernisiere das Unternehmen nach und nach seine Heizkraftwerke in der Region. In den vergangenen Monaten hat EWE vier BHKW in Eberswalde, Finowfurt, Fürstenwalde und Seelow (Nord) erneuert. Anlagen in Petershagen-Eggersdorf und Seelow (Süd) seien kurz vor der Inbetriebnahme.

Herausfordernd war die Corona-Pandemie zudem für die regionalen Aktivitäten der Konzerntochter „EWE NETZ“. Beim Ausbau der Infrastruktur hat EWE Netz vor allem die nach wie vor hohe Nachfrage nach Gashausanschlüssen bedient. „Mehr als 3.000 Anschlüsse haben wir im vergangenen Jahr vor allem im Berliner Umland installiert und auch in diesem Jahr ist der Bedarf unverändert hoch“, so Jörg Wieczorke, Leiter der Region Brandenburg/Rügen von EWE Netz.

Begleitet hat der Netzbetreiber zudem Projekte der Netzgesellschaft in Frankfurt/Oder. „Als Betriebsführer des lokalen Gasnetzes in der Oderstadt sanieren wir seit einigen Jahren die Hochdruckleitungen und erneuern diese zum Teil. Zudem bauen wir die Infrastruktur für die Einbindung des neuen Heizkraftwerks in Frankfurt/Oder in das Gasnetz“, berichtete der Netzregionsleiter. Im Sommer seien die Arbeiten abgeschlossen.

Wesentliche Ergebnisse der EWE-Bilanz 2020:
 
Kennzahl 2020 2019
Umsatz (in Mrd. Euro) 5,64 5,7
Operatives Ebit (in Mio. Euro) 442 455,9
Konzernperiodenergebnis (in Mio. Euro) 293,9 127,5
Investitionen (in Mio. Euro) 656,7 587,4
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
+49 (0) 8152 9311 28
eMail
facebook
© 2021 Energie & Management GmbH
Montag, 14.06.2021, 16:02 Uhr

Mehr zum Thema