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Bild: EWE
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EWE-Chef Dohler setzt auf Zukunftsfähigkeit
Mit Investitionen in Netze und Speicher und einen großflächigen Glasfaserausbau will sich EWE für die Zukunft fit machen. Möglicherweise soll auch ein Partner an Bord genommen werden.
 
Obwohl EWE 2017 auf „rauer See“ gefahren sei, habe das „Schiff Kurs gehalten“, konstatierte der neue Vorstandschef Stefan Dohler bei seiner ersten Bilanz-Pressekonferenz am 26. April in Oldenburg. Nach seinen ersten 100 Tagen im Amt habe er bei dem Regionalversorger eine hohe Verbundenheit mit der Region im Nordwesten, eine hohe Mitarbeiteridentifikation und gute Kundentreue festgestellt. Zudem verfüge das Unternehmen über eine hohe Innovationskraft, erklärte Dohler, der darauf aufbauen will. „EWE wird auch in den kommenden Jahren konsequent in eine nachhaltige Energieversorgung sowie einen großflächigen Glasfaserausbau bis in die Häuser investieren – und damit die Zukunftsfähigkeit der Region stärken“, sagte Dohler. Rund 2 Mrd. Euro will das Unternehmen in den kommenden Jahren investieren. 1,2 Mrd. Euro sollen davon in den Breitbandausbau fließen, rund 600 Mio. Euro in den Smart-Meter-Rollout und die Umstellung von L- auf H-Gas. Hinzu kommen weitere Investitionen in erneuerbare Energien, Mobilität und innovative Speicherlösungen.

„Wir arbeiten intensiv daran, diese Vorhaben zügig umzusetzen, müssen dabei jedoch neben der Witterung immer wieder auch behördliche und regulatorische Einschränkungen sowie Engpässe bei den Tiefbaukapazitäten hinnehmen“, machte Dohler die Schwierigkeiten deutlich. Die Energiewende sei die größte Herausforderung für die Zukunft und dürfe nicht nur auf den Bereich Strom begrenzt werden, sondern müsse auch die Bereiche Wärme, Mobilität und Industrie berücksichtigen. Es sei der Anspruch von EWE, diese Klimawende an führender Stelle zu begleiten und zu gestalten. „Wenn wir das als einer der Ersten für alle vier Bereiche vernetzt hinbekommen und für unsere Kunden flexibel, komfortabel und fair in Produkte und Dienstleistungen umsetzen, dann werden wir erfolgreich sein“, zeigte sich Dohler zuversichtlich.

Für diesen Prozess sei es wichtig, die Impulse aller Interessengruppen und Kunden aufzunehmen und daraus schnell und effektiv die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dohler kündigte deshalb bis zum Sommer eine Überprüfung der Strategie 2026 an. „Wir werden einen klaren Fokus für die kommenden Jahre setzen, der es uns als Unternehmen ermöglicht, Menschen wieder neu von EWE zu überzeugen und wirtschaftlich erfolgreich zu wachsen“, sagte Dohler. Ab dem zweiten Halbjahr 2018 will er deshalb möglicherweise auch nach einem passenden strategischen Partner suchen. „Wenn wir einen geeigneten Partner finden, der zu unserer Strategie passt, dann steht einer Partnerschaft nichts im Wege“, nahm Dohler zu jüngsten Berichten aus der Lokalpresse Stellung. Eine Entscheidung darüber werde aber erst 2019 fallen, erklärte der EWE-Chef.

Das Geschäftsjahr 2017 hat EWE, wie E&M bereits Ende März berichtete, wirtschaftlich gut abgeschlossen. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag mit 503,4 Mio. Euro zwar knapp 6 % unter dem Vorjahreswert, allerdings waren 2016 Einmaleffekte aus dem Verkauf der VNG-Anteile erzielt worden. Insgesamt sei das Ergebnis aber besser als ursprünglich erwartet. EWE konnte im vergangenen Jahr 8,25 Mrd. Euro und damit rund 9 % mehr als im Vorjahr umsetzen. Hintergrund seien vor allem gestiegene Umsätze im Handelsgeschäft, teilte das Unternehmen mit. Für 2018 rechnet Dohler aufgrund sinkender Erlösobergrenzen im regulierten Netzgeschäft und des intensiven Wettbewerbs mit einem Ergebnisrückgang von 15 bis 30 %.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Donnerstag, 26.04.2018, 17:31 Uhr

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