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Bild: Nordex
BILANZ:
Deutlich weniger Aufträge für Nordex in Deutschland
Der Windturbinenhersteller Nordex bekommt die durch das neue Ausschreibungssystem ausgelösten Verwerfungen auf dem deutschen Windmarkt zu spüren.
 
Für das laufende Jahr erwartet die norddeutsche Windschmiede nur noch einen Umsatz zwischen 2,4 und 2,6 Mrd. Euro, nach zuletzt gut 3,1 Mrd. im vergangenen Jahr (2016: 3,4 Mrd. Euro). „Dieser Rückgang basiert in der Tat vor allem auf dem rückläufigen Auftragseingang in Deutschland“, betonte Vorstandschef Jose Luis Blanco auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main. Das Umsatzminus für den deutschen Markt bezifferte er für 2018 mir rund 600 Mio. Euro. 2018, so der gebürtige Spanier, werde „ein herausforderndes Jahr“ für Nordex. Was sich auch am Auftragseingang ablesen lässt: Im vergangenen Jahr sank das Volumen der bei Nordex bestellten Windturbinen um gleich 33 % auf knapp 2,2 Mrd. Euro.
 
Von den im vergangenen Jahr produzierten Windturbinen mit einer Leistung von gut 2 700 MW hatte Nordex mit 725 MW etwa ein Viertel allein an deutsche Kunden ausgeliefert. Mit einer durchgreifenden Erholung des deutschen Windmarktes rechnet Nordex erst für das Jahr 2020. „Vorstellbar, dass wir dann dank der von der neuen Bundesregierung angekündigten Sonderausschreibungen eine neu installierte Leistung sehen werden, die in etwa das Niveau des letztjährigen Rekordausbaus erreicht“, sagte Blanco gegenüber E&M.
 
Für 2020 erhofft sich der Nordex-Vorstandschef, wieder einen höheren Marktanteil als in diesem und im nächsten Jahr zu gewinnen: „Speziell für den deutschen Windmarkt hat Nordex die richtigen Windturbinen entwickelt.“ Auf der Husumer Windmesse im vergangenen September hatte der Windturbinenhersteller die neue N149/4.0-4.5 für geringere Windgeschwindigkeiten vorgestellt, eine Anlage, deren Generatorleistung abhängig vom Standort zwischen 4 und 4,5 MW liegt. „Gemessen an Erträgen und Kosten gehört diese Anlage zu den effizienteste Maschinen, die auf den deutschen Markt kommen“, begründete Blanco seinen Optimismus auf neue Aufträge.
 
Um unabhängiger vom bloßen Windturbinen-Verkauf zu werden, plant Nordex seine Service- und Wartungsaktivitäten ausbauen. „Das ist auf jeden Fall ein Wachstumsfeld für uns“, betonte Blanco bei der Präsentation der letztjährigen Geschäftszahlen. Im vergangenen Jahr hatte dieses Segment mit über 310 Mio. Euro bereits mehr als 10 % zum Gesamtumsatz beigetragen. Dieser Beitrag dürfte steigen, da Nordex 2017 beim Auftragseingang für die Servicesparte ein Plus von 10 % auf 557 Mio. Euro verzeichnen konnte.
 
Eine positive Bilanz zog Blanco zur vor gut zwei Jahren erfolgten Übernahme des spanischen Windturbinenherstellers Acconia Windpower durch Nordex: „Wir ständen ohne dieses Zusammengehen heute schlechter da. Wir haben uns als Global Player etabliert.“ Ein Indiz dafür: 2017 stieg der Weltmarktanteil von Nordex von 4,9 auf 5,6 %.
 
Trotz der Baisse auf dem deutschen Windmarkt und der daraus resultierenden Mindereinnahmen für die Jahre 2018 und 2019 sieht Blanco keine Gefahr, dass Nordex zum Übernahmekandidaten wird: „Unser Businessplan für die kommenden Jahre: Weitermachen."
 

Ralf Köpke
© 2018 Energie & Management GmbH
Dienstag, 27.03.2018, 13:48 Uhr

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