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Bild: Fotolia/Felix brönnimann
ERNEUERBARE:
Commerzbank sieht intakte Wachstumsdynamik
Experten der Commerzbank sehen eine anhaltend intakte Wachstumsdynamik bei den erneuerbaren Energien, obwohl Ausschreibungen die Vergütungssätze zunehmend unter Druck setzen.
 
Zwischen 2015 und 2017 ist der globale Zubau erneuerbarer Energien nach Beobachtungen der Experten des Kompetenzzentrums Energie der Commerzbank von 128 000 auf 157 000 MW und damit um jährlich 11 % gestiegen. Zugleich fielen die weltweiten Investitionen im selben Zeitraum um jährlich 7 % und reduzierten sich von 323 Mrd. auf nunmehr 280 Mrd. US-Dollar.

„Wir beobachten weiterhin einen weltweiten robusten Zubau erneuerbarer Energien bei weiter sinkenden Gestehungskosten“, resümiert Berthold Bonanni, Leiter des Bereichs Energie der Commerzbank AG vor Journalisten in Hamburg. Kommende Woche kommt die globale WIndenergie-Szene zur Branchenmesse Windenergy und zur Global Wind Summit-Konferenz des Branchenverbandes WindEurope in der Elbmetropole zusammen.

Während der globale Onshore-Markt in den nächsten zehn Jahren um 2 % zulegen wird, rechnet die Commerzbank bei Offshore-Windparks mit einem Anstieg um 15 %, weil jetzt zunehmend in Asien Projekte umgesetzt werden.

Auch der Trend sinkender Gestehungskosten habe sich weiter fortgesetzt und werde insbesondere durch den Übergang zu Ausschreibungssystemen zur Ermittlung der Förderhöhe getrieben. International sei ein deutlicher Trend zu Ausschreibungen sichtbar.

Die Zahl der Länder, die Ausschreibungen verwenden, ist von 64 im Jahr 2015 auf nun 84 Nationen im Jahr 2017 gestiegen. Ursache dafür ist auch die EU-Vorgabe, die in den Mitgliedstaaten seit 2017 Ausschreibungen für die Bestimmung der staatlichen Vergütungshöhe verbindlich vorschreiben. „Der Erfahrung nach führen Ausschreibungen zu sinkenden Vergütungssätzen, weil sich die Preisbildung stärker an den sinkenden Gestehungskosten orientiert“, sagt Bonanni.

PPA mildern Preisrisiken ab

In Verbindung mit steigenden Strompreisen bringen sinkende Vergütungshöhen die Erneuerbaren-Energien-Assets nach Einschätzung der Commerzbank zunehmend in die Wettbewerbsfähigkeit. Sobald sich die Auktionspreise immer stärker dem aktuellen Marktniveau anpassen, werden Marktlösungen für die Vermarktung immer attraktiver.

Ein Beispiel dafür sind private Stromabnahmeverträge, so genannte Power-Purchase-Agreements (PPA), die Preisrisiken langfristig abmildern können und sich in vielen Märkten als Substitut herausbilden. Dieser Wandel, der sich in verschiedenen Märkten beobachten lasse, verändere auch die Finanzierungsbedingungen, weil bei der Finanzierung nicht mehr länger auf staatliche Garantien, sondern auf marktwirtschaftliche Instrumente abzustellen ist.

„Die Konsequenzen dieses Paradigmenwechsels sind derzeit jedoch noch ungewiss. Die Veränderung ist aber ein wichtiges Element bei der zunehmenden Einbindung der Erneuerbaren in die Energiemärkte“, so Bonanni.

In den vergangenen zehn Jahren sei das weltweite Corporate PPA-Volumen von 300 MW auf inzwischen jährlich 4 900 MW angestiegen, erklärte Fabian Schlüter, der im Energie-Team der Commerzbank für Projektfinanzierungen zuständig ist. Als größte Player im PPA-Markt hat er dabei große Internetkonzerne und IT-Unternehmen identifiziert. So habe sich Google 3 200 MW gesichert, Amazon 1 200 MW, Microsoft 800 MW und Apple und Facebook jeweils 700 MW.

Inzwischen kommen aber auch immer mehr kleinere Akteure in den Markt. Vor allem in der Post-Subventionsphase könnten PPA inzwischen eine gute Projektfinanzierungsoption sein, sagt Schlüter und verweist darauf, dass eine Finanzierung auf PPA-Struktur sehr positive Beurteilungen und eine schnelle Finanzierungszusage nach sich ziehen können.

Die Commerzbank selbst hat nach eigenen Angaben ein Projektportfolio von 4,5 Mrd. Euro finanziert, davon liegen rund 70 % der Projekte in Deutschland und davon wiederum 65 bis 70 % im Bereich der Windenergie. Von der insgesamt in Deutschland installierten Windleistung hat die Commerzbank rund 15 % der Kapazitäten finanziert und gilt damit als einer der führenden Kreditgeber im deutschen Markt.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Mittwoch, 19.09.2018, 16:24 Uhr

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