• Gas: Höhere Day-Ahead-Preise
  • Strom: Spot hält sich
  • Putin warnt vor Ende des Gastransits über die Ukraine
  • Hamburger Netzbetreiber fordern integrierte Energiewende
  • Neues Isoliergas ist deutlich weniger klimaschädlich
  • Bundestag beschließt umstrittenes Klimaschutzgesetz
  • Balance kauft weitere Biogasanlagen
  • Mehr Sonne für Ludwigsburg
  • Neue DLR-Institute für die Mobilitäts- und Energiewende
  • Clever heizen am Neckarbogen
Enerige & Management > Studien - UBA sieht Pipeline-Erdgas im Vorteil gegenüber LNG
Bild: Carabay - Fotolia
STUDIEN:
UBA sieht Pipeline-Erdgas im Vorteil gegenüber LNG
Via Pipeline transportiertes Erdgas ist meist umweltfreundlicher als verflüssigtes Erdgas, das in der Regel per Schiff transportiert wird, ergab eine Kurzstudie des Umweltbundesamtes.
 
Im Auftrag des Umweltbundesamtes haben das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe und die DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie die sogenannten Vorkettenemissionen von Pipeline-Erdgas und verflüssigtem Erdgas miteinander verglichen. Der Begriff Vorkettenemission bezieht sich auf die Emissionen von Treibhausgas (THG), die für die Gewinnung, Transport und Bereitstellung eines Energieträgers notwendig sind, nicht die Emissionen bei dessen direkter Nutzung. 

Obwohl prinzipiell bei beiden Nutzungsformen von Erdgas Vorkettenemissionen auftreten, gäbe es wesentliche Unterschiede, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Diese seien durch die unterschiedlichen Herkunftsländer von Erdgas und LNG und die jeweiligen dortigen Gegebenheiten bedingt: „Insbesondere drängt in den letzten Jahren die USA verstärkt als Exporteur von LNG auf den Markt. Eine Auswertung der Literatur hat gezeigt, dass dort in der Regel höhere THG-Emissionen bei der Produktion auftreten, unter anderem, weil stark und weiter zunehmend auf die unkonventionelle Förderung (Fracking, Anm. d. Red.) von Gas gesetzt wird.“ Die Autoren räumen aber ein: „Diese Vorkettenemissionen variieren jedoch stark nach Fördergebiet und eingesetzter Fördertechnik und unterliegen hohen Unsicherheiten.“

Dennoch kommt die Studie zu einer klaren Empfehlung: Die THG-Emissionen bei Verflüssigung, Transport und Regasifizierung „sorgen dafür, dass die Vorkettenemissionen von LNG auch bei gleichen Herkunftsländern typischerweise höher ausfallen als die von Pipeline-Gas.“

Aus Klimaschutzsicht sei daher aktuell die Nutzung von leitungsgebunden transportiertem Gas gegenüber LNG wegen der geringeren Vorkettenemissionen zu bevorzugen. Trotz der Vorkettenemissionen von LNG seien die Gesamtemissionen aber in der Regel geringer als die von erdöl- und kohlebasierten Energieträgern, so dass in einzelnen Anwendungsbereichen wie dem Schiffsverkehr der Einsatz auch langfristig zweckmäßig sein könne.

Die Kurzstudie „Wie klimafreundlich ist LNG   ?“ steht auf der Website des Umweltbundesamtes kostenlos als PDF zum Download zur Verfügung.
 

Peter Koller
Redakteur
+49 (0) 8152 9311 21
eMail
facebook
© 2019 Energie & Management GmbH
Dienstag, 21.05.2019, 11:30 Uhr

Mehr zum Thema