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Bild: Photocase.com, Markus Imorde
STUDIEN:
Studie vergleicht Kohleausstiegs-Szenarien
Viele Länder könnten zu vertretbaren Kosten auf die Kohleverstromung verzichten, den nötigen Strukturwandel sozialverträglich gestalten und dadurch die Luftqualität verbessern.
 
Gemeinsam mit fünf anderen Wirtschaftsforschungsinstituten hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin in einer internationalen Vergleichsstudie die Kohleausstiegs-Szenarien in verschiedenen Ländern analysiert. Dabei hat sich gezeigt, dass zu vertretbaren Kosten auf die Kohleförderung verzichtet und ein notwendiger Strukturwandel sozialverträglich einzuleiten ist. Zudem geht der wirtschaftliche und soziale Nutzen der Energiewende weit über die Aspekte des Klimaschutzes hinaus.

In der Studie waren verschiedene Kohleausstiegs-Szenarien in Australien, China, Deutschland, Indien, Polen und Südafrika bewertet worden. So könnten China und Indien durch eine verminderte Kohleverstromung die Luftverschmutzung in ihren Ländern erheblich reduzieren.

Zudem würde eine geringere Abhängigkeit von Kohlekraftwerken in Indien dazu beitragen, dass Konflikte um Wasser in einigen Regionen verringert werden, weil weniger Kühlwasser benötigt wird. In Südafrika wären die Kosten für ein kohlefreies Energiesystem sogar günstiger, als wenn die Gesellschaft dort an der Kohle weiter festhalten würde.

Weichen für Kohleausstieg müssten früh gestellt werden

Zugleich zeigen die Analysen, dass es eine ganze Reihe relevanter Konzepte und Szenarien gibt, die auch Deutschland als Inspiration für die weitere Planung des Kohleausstiegs dienen können. Allerdings müssen die Weichen dafür so früh wie möglich gestellt werden, um Wertverluste zu vermeiden, und den nötigen Strukturwandel sozialverträglich zu gestalten, heißt es in der Studie.

„Insgesamt zeigt der Blick über die Grenzen Deutschlands, dass vielen Ländern ähnliche Herausforderungen bevorstehen und dass viele Ansätze, Optionen und Ideen existieren, den Kohleausstieg ökonomisch nachhaltig und sozial verträglich zu gestalten“, fasst der Energieökonom Pao-Yu Oei vom DIW Berlin die Ergebnisse der Studie zusammen.

„Um die Transformationskosten der Energiesysteme aber möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dass die Politik in allen betroffenen Ländern die Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien verbessert und bestehende Hürden beseitigt“, ergänzt Studien-Mitautor Jörn Richstein vom DIW Berlin.

Die vollständige Studie und weitere Informationen können unter https://coaltransitions.org/reports/   abgerufen werden.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Donnerstag, 06.09.2018, 15:56 Uhr

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