• Gas: CO2 zieht den Spotpreis nach unten
  • Strom: Weiter hohes Preisniveau für Day Ahead und Frontjahr
  • Bayerngas mit Plus bei Absatz und Umsatz
  • Beirat der Bundesnetzagentur drängt auf Entscheidung zum 450-MHz-Netz
  • Uniper garantiert Beschäftigten Arbeitsplatzsicherheit
  • Thunberg fordert EU zu klarem Klimaschutz auf
  • K.Group expandiert in die Schweiz
  • Zukunft für PV-Dachanlagen nach der EEG-Förderung
  • Wie viele Ladepunkte braucht das Land?
  • Schwimmendes Solarkraftwerk übertrifft Erwartungen
Enerige & Management > Vertrieb - Strom im Osten Deutschlands erstmals günstiger
Bild: ghazii / Fotolia
VERTRIEB:
Strom im Osten Deutschlands erstmals günstiger
Jahrzehntelang mussten Verbraucher in den neuen Bundesländern mehr für ihren Strom zahlen als westdeutsche Haushalte. Dies hat sich nun gewandelt, wie Verivox feststellt.
 
Ein ostdeutscher Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh muss 1.189 Euro für seine Stromrechnung zur Seite legen, wie Verivox in seinem Verbraucherpreisindex errechnet. Dies seien 1,1 % weniger als ein vergleichbarer Haushalt im Westen Deutschlands. Damit ist der Strom im Osten erstmals günstiger, wie Verivox resümiert. 2017 noch habe das Kostengefälle zwischen Ost- und Westdeutschland bei rund 4 % zu Ungunsten der ostdeutschen Verbraucher gelegen. 

Das Onlineportal begründet dieses Gefälle insbesondere mit den jeweils unterschiedlich hoch angesetzten Netzentgelten: Kostentreiber im Osten seien der starke Zubau an erneuerbaren Energie-Anlagen, die geringe Bevölkerungsdichte und die Abschreibungen auf Netzinvestitionen gewesen. Ein Rückblick auf 2017: Während Vierpersonenhaushalte im Westen laut Verivox für die Netzkosten 274 Euro zahlen mussten, waren im Osten 339 Euro fällig. Seitdem verlaufe die Entwicklung der Netzkosten entgegengesetzt, wie Verivox mitteilt: „In den alten Bundesländern sind sie um rund 5 % auf 287 Euro gestiegen, in den neuen hingegen um 11 % auf 301 Euro gefallen". Die Ost-West-Differenz sei von 24 % auf heute nur noch 5 % gesunken, heißt es. 

Laut einem Sprechers von Verivox zeige dies, dass die politische Entscheidung von 2018, die Übertragungsnetzentgelte bundesweit schrittweise anzugleichen und so die Kosten der Energiewende gleichmäßiger zu verteilten, Früchte trage. „Offenbar nutzen die Stromanbieter in den neuen Bundesländern die sinkenden Netzkosten, um den Verbrauchern günstigere Angebote zu machen“, folgert Verivox. 

Strom aus Jahressicht im Osten günstiger

In den vergangenen zwölf Monaten stellt Verivox im Bundesdurchschnitt ein Anziehen der Stromkosten um 1,4 % fest − jedoch: Während die Stromkosten im Westen im Schnitt um 1,7 % nach oben kletterten, sanken sie im Osten um 0,2 %. Laut den Berechnungen des Vergleichsportals stiegen sie insbesondere in den Bundesländern Saarland (3,8 %), Nordrhein-Westfalen (3 %) und Baden-Württemberg (2,9 %). Günstiger wurde der Strom dagegen in den beiden ostdeutschen Bundesländern Brandenburg (2,7 %) und Mecklenburg-Vorpommern (1,8 %).

Das höchste Preisniveau macht Verivox in Hamburg aus: Die jährliche Stromrechnung für einen 4.000-kWh-Haushalt beläuft sich dort auf 1.266 Euro, was 11 % mehr entspricht als im günstigsten Bundesland Bremen (1.145 Euro). Überdurchschnittlich hohe Strompreise gab es auch in Schleswig-Holstein (1.257 Euro), Berlin (1.240 Euro) und Baden-Württemberg (1.235 Euro), so das Vergleichsportal.
 

Davina Spohn
Redakteurin
+49 (0) 8152 9311 18
eMail
facebook
© 2020 Energie & Management GmbH
Montag, 25.05.2020, 12:09 Uhr

Mehr zum Thema