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Enerige & Management > Stromnetz - Schulterschluss von Automobil- und Energiewirtschaft
Bild: JWS / Fotolia
STROMNETZ:
Schulterschluss von Automobil- und Energiewirtschaft
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) spricht sich dafür aus, die 450-MHz-Frequenz der Energiewirtschaft zuzuweisen.
 
In einer gemeinsamen Mitteilung betonen die Verbände VDA, BDEW und VKU, wie wichtig das Zusammenwachsen der Sektoren Energie und Mobilität für die Energiewende sei. Entsprechend habe die Zuweisung der 450-MHz-Frequenz Einfluss auf die Mobilitätswende, sagt Hildegard Müller.

Die frühere Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung und jetzige VDA-Präsidentin weist darauf hin, dass eine stark steigende Anzahl von Elektrofahrzeugen den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur und deren Integration in die Stromnetze erfordere. Dafür sei neben der standardisierten Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Ladepunkt auch eine stabile und sichere Kommunikationsverbindung zwischen Ladepunkt und Netz notwendig, über die Ladevorgänge intelligent gesteuert werden können.

Mit Hilfe eines intelligenten Lastmanagements ließen sich die Batterien der Fahrzeuge netzdienlich integrieren. Letztlich könnten sowohl die Netzbetreiber als auch die Fahrzeugnutzer wirtschaftlich profitieren, was der weiteren Verbreitung der E-Mobilität dienlich sei. „Die kommunikationstechnische Einbindung kann über 450 MHz erfolgen, die im freien Wettbewerb allen Interessierten offenstehen muss. Die Automobilbranche unterstützt daher die Position der Energiewirtschaft zur Zuteilung“, so Müller.

Derzeit konkurrieren die Energiewirtschaft sowie die "Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben" (BOS) und die Bundeswehr um die Zuweisung der 450-MHz-Frequenz. Angesichts der seit Monaten verhärteten Fronten soll das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zwischen Bundeswirtschafts-, Bundesinnen- und Bundesverteidigungsministerium vermitteln. Die politische Entscheidung über die Zuweisung der Frequenz steht jedoch immer noch aus.

Die Frequenzzuweisung ist eine politische Entscheidung

Die Energiewirtschaft hat in den vergangenen Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass die langwellige Frequenz als Kommunikationstechnologie im Schwarz- beziehungsweise Krisenfall und für die Anwendungen im Smart Grid unverzichtbar ist. Auch eine vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie im Rahmen des Digitalisierungsbarometers zur Energiewende hat das 450-MHz-Netz als Ideallösung, im Gegensatz zur öffentlichen Mobilfunkkommunikation, bezeichnet.

BDEW und VKU haben den Sicherheitsbehörden eine Mitnutzung der Frequenz angeboten. Ein solches Angebot hatten die BOS jedoch ihrerseits auch der Energiewirtschaft unterbreitet, das von dieser jedoch als nicht praktikabel abgelehnt wurde. Den BOS steht jedoch noch die 700-MHz-Frequenz zur Verfügung und auch die 600-MHz-Frequenz könnte künftig nach Erwägungen der Bundesregierung den Sicherheitsbehörden zugewiesen werden, was BDEW und VKU laut ihrer Mitteilung explizit unterstützen.

Während die Zuweisung für einen Sektor eine politische Entscheidung ist, obliegt die Zuteilung einer oder mehrerer Lizenzen und die Gestaltung des entsprechenden Verfahrens, sofern es eine zivile Nutzung der Lizenz geben wird, der Bundesnetzagentur.

Am 31. Dezember 2020 laufen die derzeit vergebenen Lizenzen für das 450-MHz-Netz aus. Einer der Lizenzinhaber ist 450 Connect. Die Tochtergesellschaft des niederländischen Strom- und Telekommunikationsnetzbetreibers Alliander baut gemeinsam mit neun kommunalen Netzbetreibern regionale Funknetze auf. Ziel ist allerdings, ein bundesweites 450-MHz-Netz auf LTE-Basis zu etablieren.

Daneben wächst die Versorger-Allianz 450. Das noch als Verein agierende Netzwerk repräsentiert derzeit knapp 200 Energie- und Wasserversorgungsunternehmen. Daraus soll ein Joint Venture hervorgehen, das sich ebenfalls um eine 450-MHz-Lizenz bewirbt.
 

Fritz Wilhelm
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Dienstag, 10.03.2020, 15:56 Uhr

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