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Enerige & Management > Studien - CO2-Preis wirkt sozial ausgewogen
Bild: Shutterstock
STUDIEN:
CO2-Preis wirkt sozial ausgewogen
Durch den CO2-Preis auf fossile Brennstoffe seit Jahresbeginn werden Haushalte mit kleineren und mittleren Einkommen nicht zusätzlich belastet, so das Öko-Institut.
 
Welche Auswirkungen der zum 1. Januar eingeführte CO2-Preises für fossile Brennstoffe und die damit finanzierte Stabilisierung der EEG-Umlage beim Strom auf die Haushalte in Deutschland haben, ermittelten Wissenschaftler des Berliner Öko-Instituts in Modellrechnungen. 

Durch den CO2-Preis von zunächst 25 Euro pro Tonne verteuert sich in diesem Jahr Heizöl um 7,9 Cent pro Liter (Ct/l), Erdgas um 0,6 Ct/kWh, Benzin um 6,9 Ct/l und Diesel um 7,8 Ct/l. Auf der andren Seite wird mit den Einnahmen die EEG-Umlage auf Strom auf 6,5 Ct/kWh begrenzt − ohne diese Maßnahme wäre sie auf 9,651 Ct/kWh angestiegen. 

Wie sich diese Werte auf konkrete Energieverbräuche auswirken, demonstriert das Öko-Institut anhand folgender Beispiele: 
  • Autofahren: Wer 13.000 Kilometer pro Jahr in einem benzinbetriebenen Auto fährt, zahlt rund 70 Euro mehr. (Annahme: Kraftstoffverbrauch von 7,8 Litern auf 100  Kilometer).
  • Heizen: Wer eine Wohnfläche von 100 Quadratmetern mit Öl heizt, zahlt durchschnittlich 115 Euro mehr pro Jahr; bei einer Gasheizung sind es durchschnittlich 83 Euro.
  • Strom: Die Begrenzung des Strompreisanstiegs entlastet alle Haushalte. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.000 kWh pro Jahr, sind dies 113 Euro gegenüber dem, was der Strom sonst im Jahr 2021 gekostet hätte.
Im Folgenden wurden diese Effekte heruntergebrochen auf zehn verschiedene Einkommensgruppen, die jeweils 10 % der Einkommensverteilung darstellen. Das ist wichtig, da zum Beispiel Haushalte mit geringem Einkommen prozentual einen größeren Anteil des Einkommens fürs Heizen und Autofahren ausgeben müssen als Haushalte mit hohem Einkommen. Bei der Analyse sei aber zu erkennen, dass der CO2-Preis vor allem in den höheren Einkommensgruppen zu zusätzlichen Kosten führt, so die Wissenschaftler. Das sind die Haushalte mit größeren Wohnflächen, die es zu heizen gilt, und mit mehreren Autos, die mehr gefahren werden.

Haushalte mit dem höchsten Einkommen (Gruppe 10) verbrauchen doppelt so viel Heizenergie wie Haushalte in Gruppe 1 und heizen dazu noch überdurchschnittlich oft mit Öl oder Gas. Dementsprechend zahlen diese Haushalte auch doppelt so viel durch den CO2-Preis.

Auch der Kraftstoffverbrauch in Gruppe 10 ist um ein Vielfaches – nämlich fast sechsmal – höher als in Gruppe 1.

Jedoch ist auch der Stromverbrauch in den Gruppen mit höherem Einkommen fast doppelt so hoch und dementsprechend die Einsparung höher gegenüber dem, was ansonsten im Jahr 2021 für Strom hätte bezahlt werden müssen.

Zusammenfassend kommt das Öko-Institut zu folgenden Fazit: 
  • Die Einkommensgruppen 1 und 2, also die 20 % mit den geringsten Einkommen, haben im Schnitt über das Jahr hinweg sogar 0,2 % mehr Geld im Portemonnaie. Für sie ist die Begrenzung des Strompreisanstiegs besonders wichtig, denn die Stromkosten machen bei ihnen einen hohen Anteil ihrer Ausgaben aus.
  • Haushalte mit mittlerem Einkommen werden durch die Kombination nur gering belastet. Sie sehen die Preissteigerung beim Tanken und bei der Heizkostenabrechnung. Die Stromkostenbegrenzung über das EEG aber bewirkt, dass sich die zusätzlichen Ausgaben in Grenzen halten. Im Vergleich zu ihrem Einkommen betragen die zusätzlichen Kosten weniger als 0,05 %.
  • Haushalte mit hohem Einkommen sehen die Auswirkungen am stärksten. Für sie macht sich eine Füllung für das große Auto an der Tankstelle bemerkbar, auch die Heizkosten für die große Wohnung oder das Haus werden steigen. Insgesamt sind die zusätzlichen Kosten aber mit weniger als 0,05 % des Einkommens so gering, dass die Veränderungen kaum bemerkbar sein werden.
In der Gesamtschau seien die Veränderungen, die sich durch die CO2-Bepreisung und gleichzeitige Begrenzung der EEG-Umlage 2021 ergeben, sozial ausgewogen, so das Urteil der Wissenschaftler. Der CO2-Preis werde in den kommenden Jahren zwar kontinuierlich ansteigen. Doch steigende Preise bedeuteten auch steigende Einnahmen – und diese würden über weitere Strompreissenkungen an die Bürger zurückgegeben.
 

Peter Koller
Redakteur
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Donnerstag, 07.01.2021, 11:45 Uhr

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