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Enerige & Management > Windkraft Onshore - BWE verteidigt 2%-Flächenforderung gegen Uni
Quelle: Verbund
WINDKRAFT ONSHORE:
BWE verteidigt 2%-Flächenforderung gegen Uni
Ungeachtet einer aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichung fordert der BWE ein bundesgesetzliches Ziel, dass die Länder 2 % ihrer Fläche für Windkraft an Land ausweisen.
 
Fraunhofer gegen Fraunhofer: Auch wenn Wissenschaftlerinnen jüngst eine Ausweisung von nur 1,5 % der Landesfläche Deutschlands für Onshore-Windräder für ausreichend erklärt haben, damit Strom nur noch grün erzeugt wird, fordert der Bundesverband Windenergie (BWE) nach wie vor 2 %. Dies geht aus einer Erklärung von BWE-Präsident Hermann Albers vom 18. August hervor.

Der Verband verlangt vom Bund in einer Novelle des Raumordnungsgesetzes eine entsprechende Zielvorgabe an die Länder. Derzeit seien im Bundesschnitt nur 0,9 % ausgewiesen und 0,6 % tatsächlich mit Windenergie-Anlagen bebaut. Das entspricht gut 3.200 und 2.100 Quadratkilometern. Die Ausweisungsfläche ist zusammengenommen also etwas größer als das Saarland, die Windparkfläche etwas kleiner.

Hie Fraunhofer IEE, da Fraunhofer Iwes

Umweltplanerinnen der Leibniz-Uni Hannover, der Technischen Universität Clausthal und des Kasseler Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) veröffentlichen seit Juli vorzeitig die Ergebnisse ihrer Forschungen zum Flächenpotenzial von Windrädern auf dem deutschen Festland. Demnach reichen 1,5 % aus, damit Onshore 2050 zu einer 100-prozentig erneuerbaren Stromversorgung Deutschlands beiträgt. Diese Flächen seien arm an Konfliktpotenzial mit Arten-, Umwelt- und Landschaftsschutz, weitere 2,3 % eigneten sich zur Windkraft, hätten aber mittleres Konfliktpotenzial. 2 % auszuweisen, sei unnötig, so ausdrücklich Co-Autorin Christina von Haaren zu dieser Redaktion.

Die Forscherinnen schätzten den Flächenbedarf unter folgenden Prämissen ab:
  • Deutschland braucht bis 2050, dem sechsten Jahr seiner geplanten Klimaneutralität, 1.500 Mrd. kWh Ökostrom.
  • Die durchschnittliche installierte Leistung pro Windrad verdoppelt sich bis dahin an Land beinahe von gut 4 MW auf 7,58 MW, die Stromausbeute steigert sich noch mehr.
  • Politische Abstandsregelungen wie 10-H in Bayern oder 1.000 Meter in NRW wurden nicht berücksichtigt.
Was der BWE bemängelt

Der BWE distanzierte sich daher einerseits von den Ergebnissen, bezeichnete es andererseits als "sinnvoll, die Flächenkulisse nochmals neu zu analysieren", unter Berücksichtigung der erreichten 54.400 MW, des technischen Fortschritts und damit auch der steigenden Mindestabstände sowie der "voranschreitenden" Nutzung von Forsten. Präsident Albers hält die Einbeziehung des regulatorischen Rahmens, wie etwa Höhenbegrenzungen oder eben Mindestabstände, weiter für "wichtig".

Der BWE beruft sich bei seiner 2-%-Forderung nach wie vor auf eine Auftragsstudie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes), ebenfalls in Kassel, von 2012. Ihr zufolge wären 8 % der Landesfläche außerhalb von Schutzgebieten für die Windenergie nutzbar, mit Wäldern sogar 12 %. Der BWE habe seine Faustformel 2 % von der Notwendigkeit abgeleitet, 2050 mit einer ähnlichen Anzahl von Windrädern wie heute, aber bei vervierfachter installierter Leistung von 200.000 MW 770 Mrd. kWh Strom zu erzeugen.
 

Georg Eble
Redakteur
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Mittwoch, 18.08.2021, 16:16 Uhr

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