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IT:
BDEW befürwortet 450-MHz-Netz
Der Verband beschreibt im Dokument mit dem Titel „Die digitale Energiewirtschaft - Agenda für Unternehmen und Politik“ die Wege zur Digitalisierung und sendet politische Botschaften.
 
Handlungsfelder, Instrumente und Handlungsempfehlungen – das sind die wesentlichen Kapitel der digitalen Agenda des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Im Vorwort nennt Stefan Kapferer, der Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung, als Ziel: „Handlungsempfehlungen und konkrete Ansätze für Unternehmen und Politik zu benennen, wie die beschriebenen Herausforderungen und Potenziale angegangen werden können“.

Die politischen Botschaften am Ende des 45-seitigen Dokuments sind eher allgemein formuliert, so solle etwa ein enger Informationsaustausch zwischen dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und den Betreibern kritischer Infrastrukturen gewährleisten, dass Bedrohungslagen schnell erkannt werden können. Auch Anmerkungen zur Sammlung und Speicherung von Daten oder zu den Marktrollen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für neue Geschäftsmodelle bleiben eher allgemein.

Konkret wird es allerdings, wenn es um die Kommunikation im intelligenten Netz geht. „Die sehr spezifischen Anforderungen z. B. an Verfügbarkeit oder IT-Sicherheit können in den Mobilfunknetzen der großen öffentlichen Mobilfunkprovider nicht umgesetzt werden", schreiben die Autoren der digitalen Agenda. Deshalb spricht sich der Verband für die Nutzung des 450-MHz-Bandes aus. Eine Lizenz für dieses Mobilfunknetz besitzt die Deutsche Telekom, über zwei weitere Lizenzen verfügt die Firma Inquam. Das Unternehmen mit Sitz in Köln rührt auf seiner Internetseite bereits seit einiger Zeit kräftig die Werbetrommel für die Nutzung der Technologie in der Energiewirtschaft.

Im vergangenen April hatten sich sowohl der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) als auch der BDEW gegenüber E&M Powernews noch bedeckt gehalten. Eine Einschätzung zu einem exklusiven Kommunikationsnetz wollten die Verbände zu dieser Zeit nicht öffentlich abgeben.

„LTE 450 ist eine mögliche Technologie, um ein Smart Grid in der Fläche und um sogar ein separates Funknetz für die gesamte Energiewirtschaft über alle Infrastrukturen hinweg aufzubauen“, erklärte Peter Berger, Business Development Manager Energie bei der Digital Division der T-Systems International, damals gegenüber E&M Powernews. Er betonte allerdings, dass LTE 450 allein für die Anbindung von intelligenten Messsystemen nicht unbedingt notwendig wäre. Deshalb schlussfolgerte er: „Treiber für LTE 450 können nur die Smart-Grid-Anwendungen insgesamt sein und der Wunsch der Energiebranche, ein separiertes, sicheres Kommunikationsnetz für kritische Infrastrukturen zu haben.“ Im Rahmen des Forschungsprojekts „Designetz“ unter der Leitung von RWE wird die 450-MHz-Technologie derzeit von der Deutschen Telekom und Voltaris im Saarland getestet.

Vor den politischen Botschaften beschreibt das Dokument des BDEW die wesentlichen Themen der Digitalisierung: Es geht um das wachsende Datenvolumen, das Unternehmen in der Energiewirtschaft erheben und verarbeiten müssen, um die zunehmende Vernetzung von Anbietern und Nachfragern über digitale Kommunikationskanäle, aber auch die Vernetzung im Smart Home. Die Autoren werfen unter anderem einen Blick auf den Wandel der verschiedenen Wertschöpfungsstufen der Energiewirtschaft, auf denen nun virtuelle Kraftwerke, Direktvermarkter, Speicherbetreiber oder auch Kunden als sogenannte Prosumer auftreten. Darüber hinaus ist die Organisation eines digitalen Unternehmens ebenso ein Thema wie die Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Vor diesem Hintergrund weisen die Autoren darauf hin, es sei grundsätzlich nichts Neues für die Energiewirtschaft, sehr große Datenmengen zu managen. Allerdings gebe es nun die Möglichkeit, die Daten besser zu verwalten, nahezu in Echtzeit auszuwerten und mit Daten beispielsweise aus sozialen Netzwerken zu kombinieren.
 

Fritz Wilhelm
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Freitag, 27.05.2016, 15:47 Uhr

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