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Enerige & Management > Mobilität - Autonom heißt nicht zwingend effizient
Selbstfahrender Elektrobus Hubi, Bild: Stadtwerke Osnabrück
MOBILITÄT:
Autonom heißt nicht zwingend effizient
Welche Auswirkungen auf den Energieverbrauch der Trend zu einer zunehmenden Automatisierung von Autos hat, analysiert eine Studie von Agora Verkehrswende.
 
Automatisierte Autos können sich sehr unterschiedlich auf den Energieverbrauch des Verkehrssektors auswirken. Entscheidend sei, wie sehr bei der Entwicklung von Technologie und Rahmenbedingungen auf Energieeffizienz geachtet werde, so eine Analyse der Denkfabrik Agora Verkehrswende.

Laut der Analyse, die das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag von Agora Verkehrswende erstellt hat, könnte der Effizienzgewinn durch autonomes Fahren 2050 bei 4 bis 10 % liegen. Dieser Gewinn ginge jedoch schnell verloren, wenn die Autos mehr gefahren werden. Bereits ab einem Anstieg der Pkw-Fahrleistung von 1 bis 2,6 % pro Jahr wäre die Gesamtenergiebilanz des automatisierten und vernetzten Fahrens im Jahr 2050 negativ. 

Bei der Entwicklung autonomer Fahrzeuge müssten daher alle Komponenten der Technologie mit Blick auf die Energieeffizienz genau betrachtet werden:
  • Im Fahrzeug selbst gelte das vor allem für die Prozessoren und Speicher, die die Daten verarbeiten. Je weniger Strom diese Komponenten verbrauchten, desto weiter käme das Fahrzeug mit einer Batterieladung.
  • Bei der Vernetzung sei es auch aus Sicherheits- und Kostengründen sinnvoll, wenn die Fahrzeuge weitgehend unabhängig von Datenverbindungen mit der Infrastruktur wie Verkehrsschildern oder Ampeln fahren könnten. Die Datenübertragung, die zum Beispiel für die Aktualisierung von Karten unerlässlich ist, sollte möglichst über lokale Funknetze (WLAN) anstatt über Mobilfunknetze abgewickelt werden.
  • Ein kritischer Faktor ist der Analyse zufolge die Datenmenge, die aus dem Fahrzeug heraus übertragen werden muss. Pro automatisiertem Fahrzeug könnten in Zukunft 1,4 bis 19 Terabyte pro Stunde (TB/h) anfallen. Sobald davon mehr als 0,8 TB/h übertragen würden, wären die Effizienzgewinne aufgebraucht. 

Bei der Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen für energieeffizientes autonomes Fahren empfiehlt Agora Verkehrswende eine Differenzierung: Zum einen sollten die europäischen Flottengrenzwerte von einer CO2-Emissionsmetrik auf eine Energieeffizienzmetrik umgestellt werden und dabei auch den Energiebedarf zusätzlicher Komponenten im Fahrzeug berücksichtigen.

Zum anderen brauche es einen gesonderten Regulierungsrahmen für eine energieeffiziente, digitale Infrastruktur. Damit beide Bereiche gleichermaßen Fortschritte machen, dürften Effizienzgewinne bei Fahrzeugen und in der Infrastruktur nicht miteinander verrechnet werden.

Die Analyse „Auto tankt Internet. Auswirkungen des automatisierten und vernetzten Fahrens auf den Energieverbrauch von Fahrzeugen, Datenübertragung und Infrastruktur   “ steht auf der Internetseite von Agora Verkehrswende kostenlos zum Download zur Verfügung.

 

Peter Koller
Redakteur
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Montag, 11.01.2021, 14:15 Uhr

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