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Energie & Management > Wasserstoff - Unternehmen zeigen Interesse am Nordic Baltic Hydrogen Corridor
Quelle: Shutterstock / petrmalinak
Wasserstoff

Unternehmen zeigen Interesse am Nordic Baltic Hydrogen Corridor

Eine Wasserstoffverbindung von Finnland nach Deutschland ist durchaus tragfähig, so das Ergebnis einer unverbindlichen Marktabfrage der Fernleitungsnetzbetreiber.
Die Nachfrage an einer Wasserstoffleitung von Finnland nach Deutschland, dem Nordic Baltic Hydrogen Corridor (NBHC), ist durchaus vorhanden. Das ist das Ergebnis einer unverbindlichen Marktabfrage der beteiligten Fernleitungsnetzbetreiber aus Finnland, den baltischen Staaten, Polen und Deutschland. „Kapazitätsbedarfe und Marktnachfrage bestätigen den Nordic Baltic Hydrogen Corridor als tragfähige und notwendige europäische Energieachse“, heißt es in einer Mitteilung des beteiligten Fernleitungsnetzbetreiber Ontras (Leipzig), der zum VNG-Konzern gehört.

Der Nordic Baltic Hydrogen Corridor ist ein geplantes Wasserstoff-Pipelinenetz, das Finnland über Estland, Lettland, Litauen und Polen mit Deutschland verbinden soll. Ab 2033 − so der Plan − soll es vor allem in Finnland erzeugten grünen Wasserstoff in die europäischen Industriezentren transportieren. Das Gemeinschaftsprojekt der Fernleitungsnetzbetreiber befindet sich derzeit in der Machbarkeitsphase und gilt als wichtiger Baustein für einen europäischen Wasserstoffmarkt.

Die Marktabfrage lief von Januar bis April 2026 und sollte das Interesse potenzieller Marktteilnehmer am geplanten Wasserstoffkorridor erfassen. Nach Angaben der Projektpartner beteiligten sich 81 Unternehmen mit insgesamt 93 Rückmeldungen. Diese repräsentieren 108 Projekte aus der gesamten Wasserstoffwertschöpfungskette – von Produktion und Verbrauch über Speicherung und regionale Verteilnetze bis hin zum grenzüberschreitenden Transport.

Ergebnisse sprechen für hohe Auslastung

„Die Marktabfrage bestätigt strukturelle Bedarfe entlang der geplanten Route und unterstreicht damit die hohe Relevanz des NBHC. Unser nächstes Ziel ist es, die Beiträge zur Marktabfrage in formelle Absichtserklärungen zu überführen“, sagt Ontras-Geschäftsführer Ralph Bahke. Zugleich zeigten die Ergebnisse, dass sich der Markt noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinde. Deshalb seien De-Risking-Mechanismen und ein stabiler regulatorischer Rahmen notwendig, um Investitionsentscheidungen zu ermöglichen.

Die Ergebnisse sprechen aus Sicht der beteiligten Netzbetreiber für eine hohe Auslastung der Leitung. Bis 2040 könnte die Nachfrage entlang des Korridors auf 79,2 Milliarden kWh pro Jahr steigen. Davon entfallen 64,4 Milliarden kWh auf Industrieprojekte entlang der Trasse und 14,8 Milliarden kWh auf deutsche Verteilnetze. Das entspricht rund 87 Prozent der theoretischen Transportkapazität von 91 Milliarden kWh, die zuvor in einer Vor-Machbarkeitsstudie ermittelt worden war.

Finnland als wichtigster Produktionsstandort

Die einzelnen Länder übernehmen dabei unterschiedliche Rollen. Finnland soll zum wichtigsten Produktionsstandort werden. Dort soll die Wasserstofferzeugung von 15,4 Milliarden kWh im Jahr 2033 auf 38,6 Milliarden kWh im Jahr 2050 wachsen, während der heimische Verbrauch mit rund 2,1 Milliarden kWh weitgehend konstant bleibt. Polen wird den Prognosen zufolge dauerhaft mehr Wasserstoff benötigen als im eigenen Land erzeugen können. Die baltischen Staaten sollen sowohl Wasserstoff produzieren als auch verbrauchen.

Der Nordic Baltic Hydrogen Corridor befindet sich derzeit in der Machbarkeitsphase. Beteiligt sind die Fernleitungsnetzbetreiber Gasgrid (Finnland), Elering (Estland), Conexus Baltic Grid (Lettland), Amber Grid (Litauen), Gaz-System (Polen) sowie Ontras Gastransport. Die Untersuchungen sollen 2027 abgeschlossen werden. Bis dahin wollen die Projektpartner den Dialog mit Marktteilnehmern fortsetzen und weitere Rückmeldungen in die Planung einbeziehen. (sag)

Montag, 27.07.2026, 11:49 Uhr
Stefan Sagmeister
Energie & Management > Wasserstoff - Unternehmen zeigen Interesse am Nordic Baltic Hydrogen Corridor
Quelle: Shutterstock / petrmalinak
Wasserstoff
Unternehmen zeigen Interesse am Nordic Baltic Hydrogen Corridor
Eine Wasserstoffverbindung von Finnland nach Deutschland ist durchaus tragfähig, so das Ergebnis einer unverbindlichen Marktabfrage der Fernleitungsnetzbetreiber.
Die Nachfrage an einer Wasserstoffleitung von Finnland nach Deutschland, dem Nordic Baltic Hydrogen Corridor (NBHC), ist durchaus vorhanden. Das ist das Ergebnis einer unverbindlichen Marktabfrage der beteiligten Fernleitungsnetzbetreiber aus Finnland, den baltischen Staaten, Polen und Deutschland. „Kapazitätsbedarfe und Marktnachfrage bestätigen den Nordic Baltic Hydrogen Corridor als tragfähige und notwendige europäische Energieachse“, heißt es in einer Mitteilung des beteiligten Fernleitungsnetzbetreiber Ontras (Leipzig), der zum VNG-Konzern gehört.

Der Nordic Baltic Hydrogen Corridor ist ein geplantes Wasserstoff-Pipelinenetz, das Finnland über Estland, Lettland, Litauen und Polen mit Deutschland verbinden soll. Ab 2033 − so der Plan − soll es vor allem in Finnland erzeugten grünen Wasserstoff in die europäischen Industriezentren transportieren. Das Gemeinschaftsprojekt der Fernleitungsnetzbetreiber befindet sich derzeit in der Machbarkeitsphase und gilt als wichtiger Baustein für einen europäischen Wasserstoffmarkt.

Die Marktabfrage lief von Januar bis April 2026 und sollte das Interesse potenzieller Marktteilnehmer am geplanten Wasserstoffkorridor erfassen. Nach Angaben der Projektpartner beteiligten sich 81 Unternehmen mit insgesamt 93 Rückmeldungen. Diese repräsentieren 108 Projekte aus der gesamten Wasserstoffwertschöpfungskette – von Produktion und Verbrauch über Speicherung und regionale Verteilnetze bis hin zum grenzüberschreitenden Transport.

Ergebnisse sprechen für hohe Auslastung

„Die Marktabfrage bestätigt strukturelle Bedarfe entlang der geplanten Route und unterstreicht damit die hohe Relevanz des NBHC. Unser nächstes Ziel ist es, die Beiträge zur Marktabfrage in formelle Absichtserklärungen zu überführen“, sagt Ontras-Geschäftsführer Ralph Bahke. Zugleich zeigten die Ergebnisse, dass sich der Markt noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinde. Deshalb seien De-Risking-Mechanismen und ein stabiler regulatorischer Rahmen notwendig, um Investitionsentscheidungen zu ermöglichen.

Die Ergebnisse sprechen aus Sicht der beteiligten Netzbetreiber für eine hohe Auslastung der Leitung. Bis 2040 könnte die Nachfrage entlang des Korridors auf 79,2 Milliarden kWh pro Jahr steigen. Davon entfallen 64,4 Milliarden kWh auf Industrieprojekte entlang der Trasse und 14,8 Milliarden kWh auf deutsche Verteilnetze. Das entspricht rund 87 Prozent der theoretischen Transportkapazität von 91 Milliarden kWh, die zuvor in einer Vor-Machbarkeitsstudie ermittelt worden war.

Finnland als wichtigster Produktionsstandort

Die einzelnen Länder übernehmen dabei unterschiedliche Rollen. Finnland soll zum wichtigsten Produktionsstandort werden. Dort soll die Wasserstofferzeugung von 15,4 Milliarden kWh im Jahr 2033 auf 38,6 Milliarden kWh im Jahr 2050 wachsen, während der heimische Verbrauch mit rund 2,1 Milliarden kWh weitgehend konstant bleibt. Polen wird den Prognosen zufolge dauerhaft mehr Wasserstoff benötigen als im eigenen Land erzeugen können. Die baltischen Staaten sollen sowohl Wasserstoff produzieren als auch verbrauchen.

Der Nordic Baltic Hydrogen Corridor befindet sich derzeit in der Machbarkeitsphase. Beteiligt sind die Fernleitungsnetzbetreiber Gasgrid (Finnland), Elering (Estland), Conexus Baltic Grid (Lettland), Amber Grid (Litauen), Gaz-System (Polen) sowie Ontras Gastransport. Die Untersuchungen sollen 2027 abgeschlossen werden. Bis dahin wollen die Projektpartner den Dialog mit Marktteilnehmern fortsetzen und weitere Rückmeldungen in die Planung einbeziehen. (sag)

Montag, 27.07.2026, 11:49 Uhr
Stefan Sagmeister

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