E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Luftfahrt - Uniper sichert sich Flugkraftstoff aus Dänemark
Bei der Vertragsunterzeichnung (v.l.): Anette Galskjot, Michael Lewis, Amy Hebert und Mona Neubaur.Quelle: Uniper / Mark Hermenau
Luftfahrt

Uniper sichert sich Flugkraftstoff aus Dänemark

Uniper will über mehr als zehn Jahre jährlich 40.000 Tonnen synthetischen Flugkraftstoff aus dem Arcadias-Projekt „Endor“ in Dänemark beziehen.
Mit dem Unternehmen „Arcadia eFuels“ hat der Düsseldorfer Energiekonzern eine langfristige Abnahmevereinbarung für strombasierte nachhaltige Flugkraftstoffe, sogenanntes eSAF, unterschrieben. Demnach will Uniper jährlich 40.000 Tonnen aus dem geplanten Projekt „Endor“ im dänischen Vordingborg beziehen. Wie die Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung vom 23. September bekannt geben, zählt die Vereinbarung zu den „bislang größten angekündigten eSAF-Abnahmeverträgen in Europa“.

Arcadia entwickelt und baut Produktionsanlagen für synthetische Kraftstoffe, insbesondere für Luftfahrt und Schifffahrt. Das Unternehmen plant in Vordingborg, südlich von Kopenhagen, eine Anlage zur Herstellung von eSAF. Uniper mit Hauptsitz in Düsseldorf ist unter anderem in der Stromerzeugung, im Energiehandel sowie im Gas- und LNG-Geschäft aktiv und beschäftigt rund 7.000 Menschen.

Die Vereinbarung ist laut den Partnern rechtlich bindend. Der Beginn der Lieferungen hängt jedoch noch von vereinbarten Voraussetzungen sowie von der Inbetriebnahme der Anlage ab. Nach aktuellem Planungsstand soll die Belieferung Anfang der 2030er-Jahre starten. Das jährliche Volumen entspreche ungefähr dem Treibstoffbedarf von 1.000 Flügen einer Boeing 787-9 zwischen Düsseldorf und Abu Dhabi.

Für Arcadia soll der Vertrag die weitere Entwicklung des Projekts absichern. Vorstandschefin Amy Hebert erklärte: „Die langfristige Abnahmevereinbarung mit einem erfahrenen Energiepartner wie Uniper bestätigt die Tragfähigkeit unseres Konzepts, reduziert Finanzierungsrisiken und beschleunigt unseren Weg hin zur Produktion im industriellen Maßstab.“
 
Auch Uniper verbindet mit dem Vertrag den Aufbau eines Geschäfts mit nachhaltigen Flugkraftstoffen. Konzernchef Michael Lewis verwies darauf, dass flüssige Kraftstoffe im Luftverkehr noch lange benötigt würden. „Entscheidend ist daher, nachhaltige Flugkraftstoffe vom Projektstadium in die industrielle Skalierung zu überführen“, sagte Lewis.

Kraftstoff aus Strom, Wasserstoff und CO2

Arcadia will das eSAF aus erneuerbarem Strom, selbst erzeugtem grünem Wasserstoff und abgeschiedenem CO2 produzieren. Zum Einsatz kommt eine Power-to-Liquid-Technologie. Nach Angaben der Unternehmen lassen sich damit die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus gegenüber konventionellem Flugkraftstoff um bis zu 98 Prozent senken. Der Kraftstoff soll die Anforderungen der EU-Verordnung ReFuelEU Aviation erfüllen.

Uniper will sich mit dem Vertrag zugleich Zugang zu RFNBO-konformem eSAF sichern. RFNBO steht für Renewable Fuels of Non-Biological Origin, auf Deutsch erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs. Das Unternehmen will damit sein Portfolio CO2-armer Energieprodukte erweitern.

Unterzeichnet wurde die Vereinbarung in Düsseldorf im Beisein der nordrhein-westfälischen Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur (Grüne) und der dänischen Generalkonsulin in Hamburg, Anette Galskjot. Neubaur unterstrich die Bedeutung langfristiger Partnerschaften für die Planungssicherheit über Ländergrenzen hinweg. „Diese Vereinbarung kann als starkes Signal in einem größeren Zusammenhang gesehen werden: Die Energiewende findet statt“, sagte die Ministerin. (ds)

Donnerstag, 24.09.2026, 14:08 Uhr
Davina Spohn
Energie & Management > Luftfahrt - Uniper sichert sich Flugkraftstoff aus Dänemark
Bei der Vertragsunterzeichnung (v.l.): Anette Galskjot, Michael Lewis, Amy Hebert und Mona Neubaur.Quelle: Uniper / Mark Hermenau
Luftfahrt
Uniper sichert sich Flugkraftstoff aus Dänemark
Uniper will über mehr als zehn Jahre jährlich 40.000 Tonnen synthetischen Flugkraftstoff aus dem Arcadias-Projekt „Endor“ in Dänemark beziehen.
Mit dem Unternehmen „Arcadia eFuels“ hat der Düsseldorfer Energiekonzern eine langfristige Abnahmevereinbarung für strombasierte nachhaltige Flugkraftstoffe, sogenanntes eSAF, unterschrieben. Demnach will Uniper jährlich 40.000 Tonnen aus dem geplanten Projekt „Endor“ im dänischen Vordingborg beziehen. Wie die Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung vom 23. September bekannt geben, zählt die Vereinbarung zu den „bislang größten angekündigten eSAF-Abnahmeverträgen in Europa“.

Arcadia entwickelt und baut Produktionsanlagen für synthetische Kraftstoffe, insbesondere für Luftfahrt und Schifffahrt. Das Unternehmen plant in Vordingborg, südlich von Kopenhagen, eine Anlage zur Herstellung von eSAF. Uniper mit Hauptsitz in Düsseldorf ist unter anderem in der Stromerzeugung, im Energiehandel sowie im Gas- und LNG-Geschäft aktiv und beschäftigt rund 7.000 Menschen.

Die Vereinbarung ist laut den Partnern rechtlich bindend. Der Beginn der Lieferungen hängt jedoch noch von vereinbarten Voraussetzungen sowie von der Inbetriebnahme der Anlage ab. Nach aktuellem Planungsstand soll die Belieferung Anfang der 2030er-Jahre starten. Das jährliche Volumen entspreche ungefähr dem Treibstoffbedarf von 1.000 Flügen einer Boeing 787-9 zwischen Düsseldorf und Abu Dhabi.

Für Arcadia soll der Vertrag die weitere Entwicklung des Projekts absichern. Vorstandschefin Amy Hebert erklärte: „Die langfristige Abnahmevereinbarung mit einem erfahrenen Energiepartner wie Uniper bestätigt die Tragfähigkeit unseres Konzepts, reduziert Finanzierungsrisiken und beschleunigt unseren Weg hin zur Produktion im industriellen Maßstab.“
 
Auch Uniper verbindet mit dem Vertrag den Aufbau eines Geschäfts mit nachhaltigen Flugkraftstoffen. Konzernchef Michael Lewis verwies darauf, dass flüssige Kraftstoffe im Luftverkehr noch lange benötigt würden. „Entscheidend ist daher, nachhaltige Flugkraftstoffe vom Projektstadium in die industrielle Skalierung zu überführen“, sagte Lewis.

Kraftstoff aus Strom, Wasserstoff und CO2

Arcadia will das eSAF aus erneuerbarem Strom, selbst erzeugtem grünem Wasserstoff und abgeschiedenem CO2 produzieren. Zum Einsatz kommt eine Power-to-Liquid-Technologie. Nach Angaben der Unternehmen lassen sich damit die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus gegenüber konventionellem Flugkraftstoff um bis zu 98 Prozent senken. Der Kraftstoff soll die Anforderungen der EU-Verordnung ReFuelEU Aviation erfüllen.

Uniper will sich mit dem Vertrag zugleich Zugang zu RFNBO-konformem eSAF sichern. RFNBO steht für Renewable Fuels of Non-Biological Origin, auf Deutsch erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs. Das Unternehmen will damit sein Portfolio CO2-armer Energieprodukte erweitern.

Unterzeichnet wurde die Vereinbarung in Düsseldorf im Beisein der nordrhein-westfälischen Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur (Grüne) und der dänischen Generalkonsulin in Hamburg, Anette Galskjot. Neubaur unterstrich die Bedeutung langfristiger Partnerschaften für die Planungssicherheit über Ländergrenzen hinweg. „Diese Vereinbarung kann als starkes Signal in einem größeren Zusammenhang gesehen werden: Die Energiewende findet statt“, sagte die Ministerin. (ds)

Donnerstag, 24.09.2026, 14:08 Uhr
Davina Spohn

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.