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Energie & Management > Stromnetz - TSO warnen vor Engpässen in der Lieferkette
Quelle: E&M / Katia Meyer-Tien
Stromnetz

TSO warnen vor Engpässen in der Lieferkette

Die Leitungen zur Anbindung der Windparks vor den europäischen Küsten müssen in den nächsten Jahren wesentlich schneller ausgebaut werden als in der Vergangenheit.
 
Der europäischen Dachverband der Übertragungsnetzbetreiber, ENTSO-E, hat bei der Vorlage seines Off-Shore-Netzentwicklungsplanes (ONDP) darauf hingewiesen, dass der Anschluss von Offshore-Windparks beschleunigt werden muss. ENTSO-E geht (auf der Grundlage des Ausbauzahlen von Windeurope) davon aus, dass die Kapazitäten zur Nutzung erneuerbarer Energien vor den Küsten der EU bis 2030 um 22.000 MW pro Jahr zunehmen und dann 166.000 MW erreichen wird. In den letzten 10 Jahren betrug die Zunahme nur gut ein Zehntel: 2.500 MW pro Jahr. Erst nach 2040 werde sich das Wachstum auf 11.000 MW jährlich reduzieren. Etwa 34.000 MW würden zur Herstellung von Wasserstoff vor Ort genutzt.

Die Anbindung der Windparks vor den Küsten sei eine gigantische Herausforderung für die Übertagungsnetzbetreiber, die Industrie und alle interessierten Parteien, sagte ENTSO-E-Präsident Zbynek Boldis: „Der ONDP unterstreicht die Notwendigkeit einer engen Abstimmung zwischen allen Beteiligten. Nur wenn wir zusammenarbeiten werden wir die großen Probleme auch lösen.“

Um den vor den Küsten − darunter auch die britischen und die norwegischen Küstengewässer − produzierten Strom an Land zu bringen würden Kabel zwischen 48.000 und 54.000 Kilometer benötigt. Der Verband schätzt den Investitionsbedarf für das Off-Shore-Netz bis 2050 auf 400 Milliarden Euro. Das Geld sei aber nicht das Hauptproblem. Der enorme Materialbedarf setze auch die Lieferketten unter Druck.

Das große Potential zur Erzeugung erneuerbarer Energien vor den Küsten könne nur genutzt werden, wenn der Netzausbau mindestens so schnell voranschreite wie neue Kapazitäten installiert würden. Der ONDP zeige auf, welche finanziellen und technischen Ressourcen dafür nötig würden. Off-Shore-Windparks hätten das Zeug zur wichtigsten Säule des europäischen Energiesystems zu werden − wenn das Ausbautempo neuer Windräder und der dazugehörigen Übertragungsnetze beschleunigt würden. Dabei dürfe die marine Umwelt nicht über Gebühr beschädigt werden und die Artenvielfalt erhalten bleiben. Es gehe darum, den Strom auch vor den Küsten nachhaltig zu erzeugen.

Die EU-Kommission begrüßte die Vorlage des ONDP. „Er hilft uns, Strategien zum Ausbau der Windkraft und der Netze vor den Küsten zu entwickeln“, so Energiekommissarin Kadri Simson. Die darin enthaltenen Daten erleichterten nicht zuletzt die Entwicklung und Umsetzung grenzüberschreitender Projekte auf See.


 

Donnerstag, 25.01.2024, 11:49 Uhr
Tom Weingrtner
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Quelle: E&M / Katia Meyer-Tien
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TSO warnen vor Engpässen in der Lieferkette
Die Leitungen zur Anbindung der Windparks vor den europäischen Küsten müssen in den nächsten Jahren wesentlich schneller ausgebaut werden als in der Vergangenheit.
 
Der europäischen Dachverband der Übertragungsnetzbetreiber, ENTSO-E, hat bei der Vorlage seines Off-Shore-Netzentwicklungsplanes (ONDP) darauf hingewiesen, dass der Anschluss von Offshore-Windparks beschleunigt werden muss. ENTSO-E geht (auf der Grundlage des Ausbauzahlen von Windeurope) davon aus, dass die Kapazitäten zur Nutzung erneuerbarer Energien vor den Küsten der EU bis 2030 um 22.000 MW pro Jahr zunehmen und dann 166.000 MW erreichen wird. In den letzten 10 Jahren betrug die Zunahme nur gut ein Zehntel: 2.500 MW pro Jahr. Erst nach 2040 werde sich das Wachstum auf 11.000 MW jährlich reduzieren. Etwa 34.000 MW würden zur Herstellung von Wasserstoff vor Ort genutzt.

Die Anbindung der Windparks vor den Küsten sei eine gigantische Herausforderung für die Übertagungsnetzbetreiber, die Industrie und alle interessierten Parteien, sagte ENTSO-E-Präsident Zbynek Boldis: „Der ONDP unterstreicht die Notwendigkeit einer engen Abstimmung zwischen allen Beteiligten. Nur wenn wir zusammenarbeiten werden wir die großen Probleme auch lösen.“

Um den vor den Küsten − darunter auch die britischen und die norwegischen Küstengewässer − produzierten Strom an Land zu bringen würden Kabel zwischen 48.000 und 54.000 Kilometer benötigt. Der Verband schätzt den Investitionsbedarf für das Off-Shore-Netz bis 2050 auf 400 Milliarden Euro. Das Geld sei aber nicht das Hauptproblem. Der enorme Materialbedarf setze auch die Lieferketten unter Druck.

Das große Potential zur Erzeugung erneuerbarer Energien vor den Küsten könne nur genutzt werden, wenn der Netzausbau mindestens so schnell voranschreite wie neue Kapazitäten installiert würden. Der ONDP zeige auf, welche finanziellen und technischen Ressourcen dafür nötig würden. Off-Shore-Windparks hätten das Zeug zur wichtigsten Säule des europäischen Energiesystems zu werden − wenn das Ausbautempo neuer Windräder und der dazugehörigen Übertragungsnetze beschleunigt würden. Dabei dürfe die marine Umwelt nicht über Gebühr beschädigt werden und die Artenvielfalt erhalten bleiben. Es gehe darum, den Strom auch vor den Küsten nachhaltig zu erzeugen.

Die EU-Kommission begrüßte die Vorlage des ONDP. „Er hilft uns, Strategien zum Ausbau der Windkraft und der Netze vor den Küsten zu entwickeln“, so Energiekommissarin Kadri Simson. Die darin enthaltenen Daten erleichterten nicht zuletzt die Entwicklung und Umsetzung grenzüberschreitender Projekte auf See.


 

Donnerstag, 25.01.2024, 11:49 Uhr
Tom Weingrtner

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