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Das Solar-PPA-Volumen ist 2025 laut einem Marktbericht um 56 Prozent geschrumpft. Als Gründe gelten sinkende Preisprognosen, zunehmende Netzengpässe und Preis-Kannibalisierung.
Während Solar-PPA in vielen europäischen Ländern wachsen, hat sich in Deutschland zuletzt eine gegenteilige Entwicklung eingestellt. Im Vergleich zu 2024 hat sich das Volumen mehr als halbiert. Wie der „European Market Review 2025“ des Verbands Solarpower Europe zu Solarausschreibungen und unternehmensseitigen Stromabnahmeverträgen zeigt, lag das PPA-Volumen noch knapp über 500
MW. Den Rückgang bezifferte Solarpower Europe auf 56
Prozent.
Die Autoren verweisen auf die mit dem fortgeschrittenen Ausbau der Erneuerbaren einhergehenden „systemischen Herausforderungen“ wie sehr niedrige oder negative Strompreise in Zeiten hoher Solarproduktion. Preis-Kannibalisierungseffekte, bei denen ein hoher Anteil an Solarstrom die Marktpreise während sonniger Stunden stark drückt, sinkende Strompreisprognosen, zunehmende Netzengpässe und Abregelungen von erneuerbaren Anlagen sind laut Analyse die Faktoren, die den Markt haben schrumpfen lassen.
Spanien weiter an der SpitzeIn Ländern mit höherem Anteil fossiler Stromerzeugung hingegen wächst der Markt weiter. Spanien ist der Erhebung zufolge mit jährlich mehr als 2.000
MW abgeschlossenen Solar-PPAs weiter an der Spitze. Italien und Polen verzeichnen starkes Wachstum. In Italien zeigt sich 2025 eine Verdoppelung der Kapazität auf rund 1.000
MW. Das Plus in Polen beträgt 33
Prozent, rund 500
MW sind es dort.
Die Nachfrage nach PPA war europaweit nach Beginn der Energiekrise 2022 stark angestiegen, 2024 sei mit rund 7.000
MW neu abgeschlossener Solar-PPA-Kapazität ein Rekord erreicht worden, heißt es. 2025 seien die Volumina zwar leicht gesunken, hätten sich aber weiterhin auf hohem Niveau bewegt, so Solarpower Europe.
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PPA-Volumina in den vergangenen drei Jahren in verschiedenen Ländern. Zur Vollansicht auf die Grafik klicken Quelle: Solarpower Europe |
Die Hauptabnehmer von Solar-PPAs sind große Technologieunternehmen, insbesondere Betreiber von Rechenzentren. Auch Transport- und Automobilunternehmen sowie Einzelhandels- und Lebensmittelketten gehörten zu den größten Käufern erneuerbarer Energie, betonen die Autoren des Papiers.
Technologisch dominierten weiterhin große Freiflächenanlagen, sie machte etwa 80 Prozent der PPA-Projekte aus. Zunehmend gäbe es hybride Verträge, die Solarenergie mit Windkraft oder Batteriespeichern kombinieren.
Bei Ausschreibungen bilanziert der Verband ein Volumen von 25.200 MW an Solarprojekten, die im Jahr 2025 vergeben wurden. Das entspricht einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber 2024.
Beispiel für erfolgreiche Integration von FlexibilitätEin wichtiger Trend sieht Solarpower Europe im Wechsel von technologieoffenen zu technologiespezifischen Ausschreibungen. Im Jahr 2021 seien noch rund 70
Prozent der Projekte in technologieübergreifenden Verfahren vergeben worden seien, bei denen PV häufig mit Windenergie oder Bioenergie konkurriert habe. Im Jahr 2025 habe der Anteil technologiespezifischer Solarauktionen bei etwa 85
Prozent gelegen.
Insgesamt wurden seit 2021 über 85.000
MW Solarleistung durch Auktionen unterstützt, etwa ein Viertel der gesamten installierten PV-Kapazität der EU. In Deutschland wurden zwischen 2021 und 2025 rund 25.000
MW Solarkapazität über Ausschreibungen vergeben.
Als besonderes Merkmal des deutschen Marktes gelten die sogenannten Innovationsausschreibungen. In diesen Wettbewerben dominierten „Solar-plus-Speicher-Projekte“. Projektentwickler reichten etwa viermal so viel Kapazität ein, wie ausgeschrieben wird.
Gleichzeitig seien die Gebotspreise in den zurückliegenden Jahren deutlich gesunken, was vor allem auf sinkende Batteriepreise zurückgeführt wird. Die europäische Dachorganisation sieht in diesen Ausschreibungen ein Beispiel für eine erfolgreiche Integration von Flexibilität in den Strommarkt.
Der „
Auctions and CorporatePPAs: European Market Review 2025“ steht nach der Angabe von Unternehmensdaten und E-Mail als Download bereit.
Freitag, 13.03.2026, 15:32 Uhr
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