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Energie & Management > Wasserstoff - NRW will Wasserstoffregeln lockern
Quelle: Shutterstock / Scharfsinn
Wasserstoff

NRW will Wasserstoffregeln lockern

Nordrhein-Westfalen drängt auf einfachere Regeln für den Wasserstoffhochlauf in Europa. Acht Vorschläge sollen Investitionen erleichtern und Infrastruktur schneller voranbringen.
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will den europäischen Wasserstoffhochlauf stärker an den Anforderungen der Industrie ausrichten. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat dafür am 22. Juni dieses Jahres in Brüssel den „Realitätscheck Wasserstoff“ an Stephane Sejourne übergeben, den Exekutiv-Vizepräsident der Europäischen Kommission. Die in Brüssel ansässige Europäische Kommission ist die Exekutive der Europäischen Union (EU).

Zuvor hatten Wüst, Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) und Europaminister Nathanael Liminski (CDU) das Papier bereits an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen übermittelt. Nach Angaben der Landesregierung in Düsseldorf enthält der Realitätscheck acht Handlungsempfehlungen. Sie sollen regulatorische Hürden abbauen, Investitionsrisiken senken und den Aufbau von Infrastruktur beschleunigen.

Das Papier geht auf einen Austausch im Juli 2025 zurück. Damals hatten die EU-Kommission, die Landesregierung und führende Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen vereinbart, die europäischen Wasserstoffregeln einem Praxistest zu unterziehen. Die Landesregierung entwickelte die Vorschläge nach eigenen Angaben gemeinsam mit Industrie- und Wirtschaftsunternehmen.

Wüst sagte laut einer Mitteilung der Landesregierung, Europa komme beim Wasserstoffhochlauf nicht schnell genug voran. Viele Unternehmen wollten investieren, träfen aber weiter auf regulatorische Hürden, fehlende Infrastruktur und hohe Planungsunsicherheit. Die EU müsse nun Rahmenbedingungen schaffen, damit aus Investitionsbereitschaft auch konkrete Projekte entstünden.

Mehr Planungssicherheit für Investoren

Neubaur verwies auf die industriepolitische Bedeutung von Wasserstoff. Nach ihrer Einschätzung zeigt der Realitätscheck, an welchen Stellen Europa Regeln vereinfachen müsse, damit Kapital in Projekte fließt. Liminski betonte den europäischen Charakter des Vorhabens. Nordrhein-Westfalen wolle praktische Erfahrungen aus einer starken Industrieregion in die Weiterentwicklung der europäischen Wasserstoffstrategie einbringen.

Die acht Handlungsfelder betreffen vor allem Infrastruktur, Förderung, Marktrisiken und Importfragen:
  • Die EU soll den European Hydrogen Backbone schnell und verbindlich realisieren. Ein europaweites Wasserstoffnetz soll Erzeugungsregionen mit industriellen Nachfragezentren verbinden und dadurch Versorgungssicherheit, Investitionsbedingungen und Wettbewerbsfähigkeit verbessern.
  • Die EU soll Risiken im Wasserstoffmarkt stärker absichern. Unternehmen, die Wasserstoff transportieren, speichern oder handeln, brauchen nach Einschätzung der Landesregierung geeignete Garantie- und Absicherungsinstrumente, damit Investitionen leichter zustande kommen.
  • Die Europäische Wasserstoffbank soll ihren Auktionsrahmen technologisch erweitern. Neben Elektrolyseuren sollen künftig auch weitere Technologien zur Bereitstellung von grünem Wasserstoff stärker in den Blick rücken, darunter Import- und Umwandlungsinfrastrukturen.
  • Europa soll die Produktionskosten für grünen Wasserstoff senken. Die Landesregierung sieht derzeitige Anforderungen als Kostentreiber und fordert längere Übergangsregelungen sowie weniger Wettbewerbsnachteile für Elektrolyseure.
  • Projekte für CO2-armen Wasserstoff brauchen verlässliche Regeln. Unternehmen benötigen laut dem Papier schnelle Klarheit bei Zertifizierung und Emissionsberechnung, damit sie Investitionsentscheidungen treffen können.
  • Europa soll den Wasserstoffmarkt stärker international ausrichten. In einer Übergangsphase sollen auch CO2-Quellen aus Industrieprozessen in Drittstaaten nutzbar sein, um zusätzliche Rohstoffquellen und Lieferketten aufzubauen.
  • Die EU soll Eckpunkte für eine gemeinsame Importstrategie entwickeln. Eine koordinierte Linie soll die Verhandlungsmacht gegenüber Drittstaaten stärken und Konkurrenz zwischen Mitgliedstaaten vermeiden.
  • Europa soll Übergangslösungen für die Jahre ohne flächendeckende Wasserstoffinfrastruktur ermöglichen. Ein bilanzieller Handel kann nach Einschätzung der Landesregierung Unternehmen früher Zugang zu erneuerbarem Wasserstoff verschaffen.
Nordrhein-Westfalen wirbt dafür, diese Punkte in die weitere europäische Wasserstoffpolitik einzubeziehen. Die Vorschläge sollen nach Darstellung der Landesregierung dazu beitragen, Investitionen in Wasserstoffprojekte schneller umzusetzen. Für Energieversorger und industrielle Abnehmer seien vor allem die Fragen nach Netzanschluss, Herkunftsnachweisen, Förderzugang und Risikoabsicherung entscheidend.

Der Realitätscheck richtet sich damit nicht nur an die EU-Kommission. Er beschreibt auch, welche Voraussetzungen Unternehmen aus Sicht der Landesregierung benötigen, um Wasserstoffprojekte in Europa wirtschaftlich planen zu können.

Donnerstag, 25.06.2026, 10:20 Uhr
Davina Spohn
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NRW will Wasserstoffregeln lockern
Nordrhein-Westfalen drängt auf einfachere Regeln für den Wasserstoffhochlauf in Europa. Acht Vorschläge sollen Investitionen erleichtern und Infrastruktur schneller voranbringen.
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will den europäischen Wasserstoffhochlauf stärker an den Anforderungen der Industrie ausrichten. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat dafür am 22. Juni dieses Jahres in Brüssel den „Realitätscheck Wasserstoff“ an Stephane Sejourne übergeben, den Exekutiv-Vizepräsident der Europäischen Kommission. Die in Brüssel ansässige Europäische Kommission ist die Exekutive der Europäischen Union (EU).

Zuvor hatten Wüst, Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) und Europaminister Nathanael Liminski (CDU) das Papier bereits an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen übermittelt. Nach Angaben der Landesregierung in Düsseldorf enthält der Realitätscheck acht Handlungsempfehlungen. Sie sollen regulatorische Hürden abbauen, Investitionsrisiken senken und den Aufbau von Infrastruktur beschleunigen.

Das Papier geht auf einen Austausch im Juli 2025 zurück. Damals hatten die EU-Kommission, die Landesregierung und führende Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen vereinbart, die europäischen Wasserstoffregeln einem Praxistest zu unterziehen. Die Landesregierung entwickelte die Vorschläge nach eigenen Angaben gemeinsam mit Industrie- und Wirtschaftsunternehmen.

Wüst sagte laut einer Mitteilung der Landesregierung, Europa komme beim Wasserstoffhochlauf nicht schnell genug voran. Viele Unternehmen wollten investieren, träfen aber weiter auf regulatorische Hürden, fehlende Infrastruktur und hohe Planungsunsicherheit. Die EU müsse nun Rahmenbedingungen schaffen, damit aus Investitionsbereitschaft auch konkrete Projekte entstünden.

Mehr Planungssicherheit für Investoren

Neubaur verwies auf die industriepolitische Bedeutung von Wasserstoff. Nach ihrer Einschätzung zeigt der Realitätscheck, an welchen Stellen Europa Regeln vereinfachen müsse, damit Kapital in Projekte fließt. Liminski betonte den europäischen Charakter des Vorhabens. Nordrhein-Westfalen wolle praktische Erfahrungen aus einer starken Industrieregion in die Weiterentwicklung der europäischen Wasserstoffstrategie einbringen.

Die acht Handlungsfelder betreffen vor allem Infrastruktur, Förderung, Marktrisiken und Importfragen:
  • Die EU soll den European Hydrogen Backbone schnell und verbindlich realisieren. Ein europaweites Wasserstoffnetz soll Erzeugungsregionen mit industriellen Nachfragezentren verbinden und dadurch Versorgungssicherheit, Investitionsbedingungen und Wettbewerbsfähigkeit verbessern.
  • Die EU soll Risiken im Wasserstoffmarkt stärker absichern. Unternehmen, die Wasserstoff transportieren, speichern oder handeln, brauchen nach Einschätzung der Landesregierung geeignete Garantie- und Absicherungsinstrumente, damit Investitionen leichter zustande kommen.
  • Die Europäische Wasserstoffbank soll ihren Auktionsrahmen technologisch erweitern. Neben Elektrolyseuren sollen künftig auch weitere Technologien zur Bereitstellung von grünem Wasserstoff stärker in den Blick rücken, darunter Import- und Umwandlungsinfrastrukturen.
  • Europa soll die Produktionskosten für grünen Wasserstoff senken. Die Landesregierung sieht derzeitige Anforderungen als Kostentreiber und fordert längere Übergangsregelungen sowie weniger Wettbewerbsnachteile für Elektrolyseure.
  • Projekte für CO2-armen Wasserstoff brauchen verlässliche Regeln. Unternehmen benötigen laut dem Papier schnelle Klarheit bei Zertifizierung und Emissionsberechnung, damit sie Investitionsentscheidungen treffen können.
  • Europa soll den Wasserstoffmarkt stärker international ausrichten. In einer Übergangsphase sollen auch CO2-Quellen aus Industrieprozessen in Drittstaaten nutzbar sein, um zusätzliche Rohstoffquellen und Lieferketten aufzubauen.
  • Die EU soll Eckpunkte für eine gemeinsame Importstrategie entwickeln. Eine koordinierte Linie soll die Verhandlungsmacht gegenüber Drittstaaten stärken und Konkurrenz zwischen Mitgliedstaaten vermeiden.
  • Europa soll Übergangslösungen für die Jahre ohne flächendeckende Wasserstoffinfrastruktur ermöglichen. Ein bilanzieller Handel kann nach Einschätzung der Landesregierung Unternehmen früher Zugang zu erneuerbarem Wasserstoff verschaffen.
Nordrhein-Westfalen wirbt dafür, diese Punkte in die weitere europäische Wasserstoffpolitik einzubeziehen. Die Vorschläge sollen nach Darstellung der Landesregierung dazu beitragen, Investitionen in Wasserstoffprojekte schneller umzusetzen. Für Energieversorger und industrielle Abnehmer seien vor allem die Fragen nach Netzanschluss, Herkunftsnachweisen, Förderzugang und Risikoabsicherung entscheidend.

Der Realitätscheck richtet sich damit nicht nur an die EU-Kommission. Er beschreibt auch, welche Voraussetzungen Unternehmen aus Sicht der Landesregierung benötigen, um Wasserstoffprojekte in Europa wirtschaftlich planen zu können.

Donnerstag, 25.06.2026, 10:20 Uhr
Davina Spohn

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