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Energie & Management > Bilanz - Mannheim liegt bei der Wärmewende vorne
Quelle: Kurhan, Fotolia
Bilanz

Mannheim liegt bei der Wärmewende vorne

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV hat Halbjahreszahlen vorgelegt. Danach gab es ein leichtes Plus beim Umsatz. Das Ergebnis blieb deutlich unter den Vorjahreswerten.
Im laufenden Geschäftsjahres 2024 vom 1. Oktober 2023 bis 31. März 2024 erhöhten sich die Umsatzerlöse auf rund 4,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,1 Milliarden Euro), wie aus den von der Mannheimer MVV Energie AG jetzt vorgelegten Zahlen hervorgeht. Wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt, ist das vor allem auf die Erfüllung von Termingeschäften zurückzuführen, die noch auf einem höheren Strompreisniveau abgeschlossen worden waren.

„Wir bewegen uns bereits seit einigen Monaten in einem herausfordernden Marktumfeld, das insbesondere durch rückläufige Energiepreise an den Großhandelsmärkten sowie allgemeine Unsicherheiten gekennzeichnet ist. Wie erwartet lag daher unser Adjusted Ebit im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2024 mit 299 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert“, erklärte Vorstandsvorsitzender Georg Müller und betonte wie bereits zu Jahresbeginn: „Bei dem Ergebnis des vorangegangenen Geschäftsjahres ist jedoch zu berücksichtigen, dass dieses durch positive Einmaleffekte wie Veräußerungserlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen sowie eine außergewöhnliche, großhandelspreisbedingte Entwicklung im Geschäftsfeld Commodity Services geprägt worden war.“ Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag das Adjusted Ebit noch bei 526 Millionen Euro.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2024 wirkten sich vor allem höhere Ergebnisbeiträge aus dem Betrieb eigener Windkraftanlagen und aus dem Umweltgeschäft, das im Berichtszeitraum noch von höheren Stromerlösen profitieren konnte, positiv auf das Ergebnis aus. Außerdem erwirtschaftete die MVV höhere Erträge in der Erzeugung und dem Netzgeschäft, während die Ergebnisse im Projektentwicklungsgeschäft geringer ausfielen.

Für das volle Geschäftsjahr 2024 bestätigt die MVV die bereits im Geschäftsbericht 2023 veröffentlichte Prognose. Aus operativer Sicht geht das Energieunternehmen unverändert davon aus, dass das Adjusted Ebit des Konzerns zwischen 360 und 440 Millionen Euro liegen wird.

Ziel: Klimaneutral heizen bis 2030

Mit Blick auf die Wärmewende, die hierzulande durch das neue Gebäudeenergiegesetz und das Gesetz zur Wärmeplanung mehr Dynamik erhalten soll, stellte der MVV-Chef fest: „Mannheim wird zu den ersten Großstädten in Deutschland gehören, die einen Wärmeplan umsetzen. Der kommunale Wärmeplan der Stadt zeigt einen durchdachten Weg für die Zukunft der zentralen und dezentralen Wärme.“

Nun gelte es, gemeinsam die notwendige Überzeugungsarbeit für die schrittweise Umstellung auf klimaneutrale Quellen zu leisten. „Dies ist eine Aufgabe der gesamten Stadtgesellschaft“, unterstrich Müller. Die MVV trage dabei Verantwortung für weite Teile der regionalen und lokalen Wärmeangebote. Schon heute decke man in Mannheim 60 Prozent des Wärmebedarfs mit Fernwärme ab – in Zukunft sollen es 75 Prozent sein. „Dafür bauen wir unser Fernwärmenetz kontinuierlich aus und schließen nach und nach bis zu 10.000 weitere Gebäude an die Leitungen an“, so der Vorstandsvorsitzende.

Darüber hinaus will die MVV die Fernwärme in Mannheim und der Region bis 2030 vollständig klimaneutral machen. Aktuell bindet das Energieunternehmen die Phosphor-Recyclinganlage und das Biomassekraftwerk an das Fernwärmenetz an. Dann kann nach MVV-Angaben bereits mehr als die Hälfte des Wärmebedarfs der Haushalte und des Gewerbes in Mannheim mit grüner Wärme abgedeckt werden. Deutschlandweit macht der Anteil erneuerbarer Energien am Wärmebedarf, wie es heißt, derzeit noch nicht einmal 20 Prozent aus. Haushalten ohne zentrale Wärmeoption bietet die MVV darüber hinaus klimaneutrale dezentrale Wärmelösungen wie beispielsweise Wärmepumpen an.

Mehr Wind- und Photovoltaik im Portfolio

An den anderen großen Standorten der Gruppe in Offenbach und Kiel will die MVV die Wärmewende ebenfalls voranbringen. Hier verfolgen die Stadtwerke Kiel und die Energieversorgung Offenbach ebenfalls ambitionierte, spezifische Umbaupläne für die lokale Wärmeversorgung.
 

Zur Beschleunigung ihrer Stromwende will das Unternehmen inländische Wind- und Photovoltaik-Projekte aus eigenen Entwicklung verstärkt im Konzern halten. Vorgesehen ist beispielsweise, zwei weitere Windparks, die die Projektentwicklungstochter Juwi derzeit im Hochsauerlandkreis errichtet und die Strom für 48.000 Haushalte liefern können, ins Erzeugungsportfolio zu übernehmen.

Die MVV beschäftigt rund 6.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresumsatz von mehr als 7,5 Milliarden Euro.

Mittwoch, 15.05.2024, 10:55 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Bilanz - Mannheim liegt bei der Wärmewende vorne
Quelle: Kurhan, Fotolia
Bilanz
Mannheim liegt bei der Wärmewende vorne
Das Mannheimer Energieunternehmen MVV hat Halbjahreszahlen vorgelegt. Danach gab es ein leichtes Plus beim Umsatz. Das Ergebnis blieb deutlich unter den Vorjahreswerten.
Im laufenden Geschäftsjahres 2024 vom 1. Oktober 2023 bis 31. März 2024 erhöhten sich die Umsatzerlöse auf rund 4,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,1 Milliarden Euro), wie aus den von der Mannheimer MVV Energie AG jetzt vorgelegten Zahlen hervorgeht. Wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt, ist das vor allem auf die Erfüllung von Termingeschäften zurückzuführen, die noch auf einem höheren Strompreisniveau abgeschlossen worden waren.

„Wir bewegen uns bereits seit einigen Monaten in einem herausfordernden Marktumfeld, das insbesondere durch rückläufige Energiepreise an den Großhandelsmärkten sowie allgemeine Unsicherheiten gekennzeichnet ist. Wie erwartet lag daher unser Adjusted Ebit im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2024 mit 299 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert“, erklärte Vorstandsvorsitzender Georg Müller und betonte wie bereits zu Jahresbeginn: „Bei dem Ergebnis des vorangegangenen Geschäftsjahres ist jedoch zu berücksichtigen, dass dieses durch positive Einmaleffekte wie Veräußerungserlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen sowie eine außergewöhnliche, großhandelspreisbedingte Entwicklung im Geschäftsfeld Commodity Services geprägt worden war.“ Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag das Adjusted Ebit noch bei 526 Millionen Euro.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2024 wirkten sich vor allem höhere Ergebnisbeiträge aus dem Betrieb eigener Windkraftanlagen und aus dem Umweltgeschäft, das im Berichtszeitraum noch von höheren Stromerlösen profitieren konnte, positiv auf das Ergebnis aus. Außerdem erwirtschaftete die MVV höhere Erträge in der Erzeugung und dem Netzgeschäft, während die Ergebnisse im Projektentwicklungsgeschäft geringer ausfielen.

Für das volle Geschäftsjahr 2024 bestätigt die MVV die bereits im Geschäftsbericht 2023 veröffentlichte Prognose. Aus operativer Sicht geht das Energieunternehmen unverändert davon aus, dass das Adjusted Ebit des Konzerns zwischen 360 und 440 Millionen Euro liegen wird.

Ziel: Klimaneutral heizen bis 2030

Mit Blick auf die Wärmewende, die hierzulande durch das neue Gebäudeenergiegesetz und das Gesetz zur Wärmeplanung mehr Dynamik erhalten soll, stellte der MVV-Chef fest: „Mannheim wird zu den ersten Großstädten in Deutschland gehören, die einen Wärmeplan umsetzen. Der kommunale Wärmeplan der Stadt zeigt einen durchdachten Weg für die Zukunft der zentralen und dezentralen Wärme.“

Nun gelte es, gemeinsam die notwendige Überzeugungsarbeit für die schrittweise Umstellung auf klimaneutrale Quellen zu leisten. „Dies ist eine Aufgabe der gesamten Stadtgesellschaft“, unterstrich Müller. Die MVV trage dabei Verantwortung für weite Teile der regionalen und lokalen Wärmeangebote. Schon heute decke man in Mannheim 60 Prozent des Wärmebedarfs mit Fernwärme ab – in Zukunft sollen es 75 Prozent sein. „Dafür bauen wir unser Fernwärmenetz kontinuierlich aus und schließen nach und nach bis zu 10.000 weitere Gebäude an die Leitungen an“, so der Vorstandsvorsitzende.

Darüber hinaus will die MVV die Fernwärme in Mannheim und der Region bis 2030 vollständig klimaneutral machen. Aktuell bindet das Energieunternehmen die Phosphor-Recyclinganlage und das Biomassekraftwerk an das Fernwärmenetz an. Dann kann nach MVV-Angaben bereits mehr als die Hälfte des Wärmebedarfs der Haushalte und des Gewerbes in Mannheim mit grüner Wärme abgedeckt werden. Deutschlandweit macht der Anteil erneuerbarer Energien am Wärmebedarf, wie es heißt, derzeit noch nicht einmal 20 Prozent aus. Haushalten ohne zentrale Wärmeoption bietet die MVV darüber hinaus klimaneutrale dezentrale Wärmelösungen wie beispielsweise Wärmepumpen an.

Mehr Wind- und Photovoltaik im Portfolio

An den anderen großen Standorten der Gruppe in Offenbach und Kiel will die MVV die Wärmewende ebenfalls voranbringen. Hier verfolgen die Stadtwerke Kiel und die Energieversorgung Offenbach ebenfalls ambitionierte, spezifische Umbaupläne für die lokale Wärmeversorgung.
 

Zur Beschleunigung ihrer Stromwende will das Unternehmen inländische Wind- und Photovoltaik-Projekte aus eigenen Entwicklung verstärkt im Konzern halten. Vorgesehen ist beispielsweise, zwei weitere Windparks, die die Projektentwicklungstochter Juwi derzeit im Hochsauerlandkreis errichtet und die Strom für 48.000 Haushalte liefern können, ins Erzeugungsportfolio zu übernehmen.

Die MVV beschäftigt rund 6.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresumsatz von mehr als 7,5 Milliarden Euro.

Mittwoch, 15.05.2024, 10:55 Uhr
Gnter Drewnitzky

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