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Energie & Management > Windkraft Onshore - Kleines Stadtwerk wagt erste große Erneuerbaren-Investition
Quelle: Shutterstock / Jacques Tarnero
Windkraft Onshore

Kleines Stadtwerk wagt erste große Erneuerbaren-Investition

Ein Wasserversorger aus dem Mittelhessischen unternimmt die ersten ernsthaften Schritte im Erneuerbaren-Sektor. Eine Millionenanlage in einem Windpark soll weitere Ökopläne befördern.
Die Stadtwerke Stadtallendorf wagen sich in den Bereich der Millionen-Investitionen vor. Durch die Beteiligung an einer Windkraft-Gesellschaft betritt der klassische kommunale Eigenbetrieb Neuland im Erneuerbaren-Sektor.

Der Rat der mittelhessischen Kleinstadt gab nun grünes Licht für eine strukturelle Änderung des Versorgers und für den Erwerb von Anteilen an einem örtlichen Windpark. Dieser befindet sich zwischen dem benachbarten Erksdorf und Stadtallendorf und besteht aus vier Enercon-Anlagen vom Typ E-160. Sie kommen auf eine Nabenhöhe von 166 Metern und – bei einem Rotordurchmesser von 160 Metern – auf eine Gesamthöhe von nahezu 250 Metern. 

Bau und Betrieb des Turbinen-Quartetts verantwortet die Windpark Hopfenberg GmbH. Daran hält der kommunale Energiekonzern EAM aus Kassel mit seiner Tochter „Natur“ aktuell 98 Prozent. In Kürze gibt EAM allerdings eine gehörige Menge der Anteile ab und bleibt künftig unter der Mehrheitsschwelle. Dieser Schritt erscheint nicht zuletzt deshalb unkompliziert und logisch, weil auch Stadtallendorf zu den vielen kommunalen Anteilseignern des Unternehmens zählt.

Einsteigen wird dann auch die Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf mit 37 Prozent. Die Stadt Stadtallendorf übernimmt über ihren Eigenbetrieb 26 Prozent. Dafür zahlt die Kommune zwischen 2,9 und 3,1  Millionen Euro. Die Gesamtinvestitionen für den Park, der in wenigen Wochen in Betrieb gehen soll, belaufen sich auf rund 35 Millionen Euro. Die Betreiber erwarten eine Ernte von 43 Millionen kWh Grünstrom pro Jahr. 

Binnen 20 Jahren erwarten Stadt und Versorger Einnahmen aus der Beteiligung in Höhe von 4,8 Millionen Euro. Geld, das laut Rolf Weber in neue Solarkraftwerke fließen soll. Die Stadtwerke, so ihr Betriebsleiter auf Anfrage dieser Redaktion, wollten mit den Rückflüssen weitere Solaranlagen auf den Dächern öffentlicher Gebäude finanzieren. Bislang haben die Stadtwerke etwa eine Handvoll Kollektoren-Sammlungen auf Bädern und anderen Immobilien errichtet, Ziel sei hier die Selbstversorgung mit Grünstrom.

Die Stadtwerke Stadtallendorf sind ein hundertprozentiger Eigenbetrieb der 21.000-Einwohner-Kommune und haben Wasser und Abwasser, Straßenreinigung sowie den Betrieb mehrerer Bäder unter ihren Fittichen. Seit einer jüngsten Gesetzesänderung ist es auch Eigenbetrieben ohne Rang einer Gesellschaft möglich, an Projekten zur Energieproduktion mitzuwirken. Der Rat der Stadt gab entsprechend grünes Licht für einen neuen Betriebszweig der Stadtwerke („Erneuerbare Energien“).

Montag, 9.03.2026, 15:02 Uhr
Volker Stephan
Energie & Management > Windkraft Onshore - Kleines Stadtwerk wagt erste große Erneuerbaren-Investition
Quelle: Shutterstock / Jacques Tarnero
Windkraft Onshore
Kleines Stadtwerk wagt erste große Erneuerbaren-Investition
Ein Wasserversorger aus dem Mittelhessischen unternimmt die ersten ernsthaften Schritte im Erneuerbaren-Sektor. Eine Millionenanlage in einem Windpark soll weitere Ökopläne befördern.
Die Stadtwerke Stadtallendorf wagen sich in den Bereich der Millionen-Investitionen vor. Durch die Beteiligung an einer Windkraft-Gesellschaft betritt der klassische kommunale Eigenbetrieb Neuland im Erneuerbaren-Sektor.

Der Rat der mittelhessischen Kleinstadt gab nun grünes Licht für eine strukturelle Änderung des Versorgers und für den Erwerb von Anteilen an einem örtlichen Windpark. Dieser befindet sich zwischen dem benachbarten Erksdorf und Stadtallendorf und besteht aus vier Enercon-Anlagen vom Typ E-160. Sie kommen auf eine Nabenhöhe von 166 Metern und – bei einem Rotordurchmesser von 160 Metern – auf eine Gesamthöhe von nahezu 250 Metern. 

Bau und Betrieb des Turbinen-Quartetts verantwortet die Windpark Hopfenberg GmbH. Daran hält der kommunale Energiekonzern EAM aus Kassel mit seiner Tochter „Natur“ aktuell 98 Prozent. In Kürze gibt EAM allerdings eine gehörige Menge der Anteile ab und bleibt künftig unter der Mehrheitsschwelle. Dieser Schritt erscheint nicht zuletzt deshalb unkompliziert und logisch, weil auch Stadtallendorf zu den vielen kommunalen Anteilseignern des Unternehmens zählt.

Einsteigen wird dann auch die Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf mit 37 Prozent. Die Stadt Stadtallendorf übernimmt über ihren Eigenbetrieb 26 Prozent. Dafür zahlt die Kommune zwischen 2,9 und 3,1  Millionen Euro. Die Gesamtinvestitionen für den Park, der in wenigen Wochen in Betrieb gehen soll, belaufen sich auf rund 35 Millionen Euro. Die Betreiber erwarten eine Ernte von 43 Millionen kWh Grünstrom pro Jahr. 

Binnen 20 Jahren erwarten Stadt und Versorger Einnahmen aus der Beteiligung in Höhe von 4,8 Millionen Euro. Geld, das laut Rolf Weber in neue Solarkraftwerke fließen soll. Die Stadtwerke, so ihr Betriebsleiter auf Anfrage dieser Redaktion, wollten mit den Rückflüssen weitere Solaranlagen auf den Dächern öffentlicher Gebäude finanzieren. Bislang haben die Stadtwerke etwa eine Handvoll Kollektoren-Sammlungen auf Bädern und anderen Immobilien errichtet, Ziel sei hier die Selbstversorgung mit Grünstrom.

Die Stadtwerke Stadtallendorf sind ein hundertprozentiger Eigenbetrieb der 21.000-Einwohner-Kommune und haben Wasser und Abwasser, Straßenreinigung sowie den Betrieb mehrerer Bäder unter ihren Fittichen. Seit einer jüngsten Gesetzesänderung ist es auch Eigenbetrieben ohne Rang einer Gesellschaft möglich, an Projekten zur Energieproduktion mitzuwirken. Der Rat der Stadt gab entsprechend grünes Licht für einen neuen Betriebszweig der Stadtwerke („Erneuerbare Energien“).

Montag, 9.03.2026, 15:02 Uhr
Volker Stephan

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