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Windturbinen und Solaranlagen zeigen sich aktuell am Niederrhein und in Sachsen-Anhalt von ihrer reizvollen Seite. Stadtwerke buhlen mit Zinssätzen von bis zu 3,3 Prozent um Bürgergeld.
Die Bevölkerung an der Energiewende zu beteiligen – das ist gesetzlich geregelt und für Projektierer ein Baustein der Finanzierung ihrer Vorhaben. Die Stadtwerke in Wittlich am Niederrhein und der Versorger EVH aus Halle an der Saale werben aktuell um Einlagen ihrer Kundschaft oder öffnen die Anlagemöglichkeit sogar bundesweit.
Im Süden Sachsen-Anhalts richtet die Offerte sich an alle Interessierten. Gleichwohl macht die EVH GmbH, die Energietochter der Stadtwerke Halle (Saale), bei den Zinssätzen einen Unterschied. Wer Kundin oder Kunde der EVH ist, bekommt auf sein Geld 3,3 Prozent Zinsen pro Jahr, alle anderen 2,3 Prozent.
Insgesamt 3 Millionen Euro sammelt die EVH dabei für Solaranlagen in Halle und der Umgebung ein. Mitte Juli waren laut Mitteilung noch 800.000 Euro verfügbar. Die Frist zur Zeichnung der Nachrangdarlehen reicht bis zum 31. Juli. Eine Einlage ist ab 500 Euro möglich, in Schritten von 100 Euro geht es bis maximal 25.000 Euro. Diese Beteiligung läuft über fünf Jahre bis Ende Juli 2031, es ist die vierte Runde dieser Art der EVH.
Anders als in Halle organisieren die Stadtwerke Willich in Nordrhein-Westfalen ihre Bürgerbeteiligung über Sparbriefe. Diese unterliegen der Einlagensicherung, womit es kein Ausfallrisiko für das eingesetzte Geld gibt. Der Zinssatz beträgt hier 3,25 Prozent, Partner ist die Sparkasse Krefeld.
Der Versorger vom Niederrhein hält den Kreis der Unterstützenden überschaubar groß und hatte zwei Zeichnungsphasen eingerichtet. An den beiden Windkraftprojekten „Willich 1“ und „Willich 3“ war eine Beteiligung zunächst für die unmittelbare Nachbarschaft (2,5 Kilometer Radius) oder Menschen aus bestimmten Anrainer-Kommunen möglich.
Das Vorhaben „Willich 1“ mit zwei Turbinen nahe des Gewerbegebiets Münchheide ist mit 1,2 Millionen Euro inzwischen komplett gezeichnet. Für die drei Anlagen von „Willich 3“ im Ortsteil Dickerheide seien 65 Prozent von 1,5 Millionen Euro vergeben, teilt der Versorger mit. Hier können nun auch Menschen mit Wohnsitz in Kaarst, Meerbusch und Korschenbroich ihr Geld anlegen. Die Mindesteinlage beträgt 1.000 Euro, maximal sind 10.000 Euro möglich. Das Geld bleibt zehn Jahre fest angelegt.
Die voraussichtlich zwischen Oktober 2026 und Januar 2027 ans Netz gehenden Windkraftanlagen kosten die Stadtwerke Willich insgesamt 47 Millionen Euro, davon stemmt der Versorger 15 Prozent aus eigenen Mitteln. Es handelt sich um Nordex-Anlagen vom Typ N163 mit 5,7 und 6,8 MW Leistung. vs)
Donnerstag, 16.07.2026, 14:48 Uhr
Volker Stephan
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