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Energie & Management > Bayern - Flüsse sollen Bayern bei der Wärmewende helfen
Zeigen in Berlin schon mal, wie es geht: Zwei Flusswärmepumpen im BTB-Blockheizkraftwerk Adlershof. Quelle: BTB
Bayern

Flüsse sollen Bayern bei der Wärmewende helfen

Die Flüsse in Bayern bieten ein enormes Potenzial für die Wärmeversorgung. Das zeigt eine Untersuchung der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE).
Wie die FfE im Auftrag von Branchenverbänden der Energiewirtschaft ermittelt hat, kann mindestens die Hälfte der bayerischen Städte und Gemeinden Flusswärmepumpen für Heizzwecke nutzen. Theoretisch steckt in den bayerischen Gewässern so viel Wärmepotenzial, dass der gesamte Gebäudewärmebedarf im Freistaat gedeckt werden könnte.

Mithilfe von Daten des Landesamts für Umwelt haben die Experten der FfE das theoretische Flusswärmepotenzial in Bayern analysiert. Die Ergebnisse, die am 19. April vorgestellt wurden, zeigen, dass bereits die teilweise Erschließung einen signifikanten Beitrag zur Deckung der Wärmenachfrage und damit auch zur Dekarbonisierung des bayerischen Energiesystems leisten könnte.

Um rein rechnerischen den Wärmebedarf der Haushalte und des Gewerbes von aktuell rund 150 Milliarden kWh zu decken, müsste dem aus den Flüssen erster und zweiter Ordnung entnommenen Wasser lediglich 1,5 Grad Wärme entzogen werden. Mithilfe von Wärmepumpen könnte daraus Energie zum Heizen gewonnen werden. Und: Die Gewässer würden durch Abkühlung sogar ökologisch profitieren.

Bei der Vorstellung der Studie in München sagte Joachim Ferstl von der FfE: „Unsere Experteninterviews und die Potenzialanalyse zeigen, dass an Flüssen gelegene Kommunen hiermit eine heute technisch bereitstehende Option haben, sich dauerhaft mit regenerativer Wärme zu versorgen.“ Wer dafür schon Anlagen am Wasser nutzen kann − wie Stauhaltungen an Wasserkraftwerken −, sollte sein Potenzial in der Wärmeplanung näher untersuchen.

„Die ersten Nutzungen an den großen Flüssen und Seen in Europa haben uns motiviert, dieses Potenzial zu untersuchen“, sagte Gunnar Braun, Geschäftsführer des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU), mit Verweis auf Projekte in Schweden, der Schweiz und Dänemark, aber auch in Mannheim, Köln, Berlin oder Rosenheim.
 
 
Wasserkraftwerke als Standortvorteil

Josef Rampl betonte für die Wasserkraftwerksverbände VWB/LVBW: „Wasserkraftwerke sind in Bayern die Wiege der Stromgewinnung. Wir freuen uns sehr, dass die Pioniere der Stromerzeugung nun auch Standortvorteile für die innovative Gewinnung von Wärme aus den Gewässern bieten können.“ Die Wasserkraft könne gleichzeitig den Strom für die Wärmepumpe ortsnah zur Verfügung stellen.

Detlef Fischer, Hauptgeschäftsführer beim bayerischen Energiewirtschaftsverband VBEW, sagte: „Das hohe nötige Tempo, die Ziele zur Klimaneutralität 2040 in Bayern zu erreichen, bekommt damit eine weitere realistische Umsetzungsoption. Die Wärmewende ist möglich.“

Bundesweit gibt es bisher, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung der Branchenvertreter heißt, nur einzelne Untersuchungen, die die sogenannte „Aquathermie“ adressieren. Mit der jetzt veröffentlichten Studie lege man erstmals für ein ganzes Bundesland eine Potenzialabschätzung vor. Sie komme genau zum richtigen Zeitpunkt für die Aufstellung der Wärmeplanung in den Kommunen. „Nun brauchen wir dringend die Umsetzung des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) in Bayern“, so Braun abschließend.

Freitag, 19.04.2024, 13:47 Uhr
Gnter Drewnitzky
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Zeigen in Berlin schon mal, wie es geht: Zwei Flusswärmepumpen im BTB-Blockheizkraftwerk Adlershof. Quelle: BTB
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Flüsse sollen Bayern bei der Wärmewende helfen
Die Flüsse in Bayern bieten ein enormes Potenzial für die Wärmeversorgung. Das zeigt eine Untersuchung der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE).
Wie die FfE im Auftrag von Branchenverbänden der Energiewirtschaft ermittelt hat, kann mindestens die Hälfte der bayerischen Städte und Gemeinden Flusswärmepumpen für Heizzwecke nutzen. Theoretisch steckt in den bayerischen Gewässern so viel Wärmepotenzial, dass der gesamte Gebäudewärmebedarf im Freistaat gedeckt werden könnte.

Mithilfe von Daten des Landesamts für Umwelt haben die Experten der FfE das theoretische Flusswärmepotenzial in Bayern analysiert. Die Ergebnisse, die am 19. April vorgestellt wurden, zeigen, dass bereits die teilweise Erschließung einen signifikanten Beitrag zur Deckung der Wärmenachfrage und damit auch zur Dekarbonisierung des bayerischen Energiesystems leisten könnte.

Um rein rechnerischen den Wärmebedarf der Haushalte und des Gewerbes von aktuell rund 150 Milliarden kWh zu decken, müsste dem aus den Flüssen erster und zweiter Ordnung entnommenen Wasser lediglich 1,5 Grad Wärme entzogen werden. Mithilfe von Wärmepumpen könnte daraus Energie zum Heizen gewonnen werden. Und: Die Gewässer würden durch Abkühlung sogar ökologisch profitieren.

Bei der Vorstellung der Studie in München sagte Joachim Ferstl von der FfE: „Unsere Experteninterviews und die Potenzialanalyse zeigen, dass an Flüssen gelegene Kommunen hiermit eine heute technisch bereitstehende Option haben, sich dauerhaft mit regenerativer Wärme zu versorgen.“ Wer dafür schon Anlagen am Wasser nutzen kann − wie Stauhaltungen an Wasserkraftwerken −, sollte sein Potenzial in der Wärmeplanung näher untersuchen.

„Die ersten Nutzungen an den großen Flüssen und Seen in Europa haben uns motiviert, dieses Potenzial zu untersuchen“, sagte Gunnar Braun, Geschäftsführer des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU), mit Verweis auf Projekte in Schweden, der Schweiz und Dänemark, aber auch in Mannheim, Köln, Berlin oder Rosenheim.
 
 
Wasserkraftwerke als Standortvorteil

Josef Rampl betonte für die Wasserkraftwerksverbände VWB/LVBW: „Wasserkraftwerke sind in Bayern die Wiege der Stromgewinnung. Wir freuen uns sehr, dass die Pioniere der Stromerzeugung nun auch Standortvorteile für die innovative Gewinnung von Wärme aus den Gewässern bieten können.“ Die Wasserkraft könne gleichzeitig den Strom für die Wärmepumpe ortsnah zur Verfügung stellen.

Detlef Fischer, Hauptgeschäftsführer beim bayerischen Energiewirtschaftsverband VBEW, sagte: „Das hohe nötige Tempo, die Ziele zur Klimaneutralität 2040 in Bayern zu erreichen, bekommt damit eine weitere realistische Umsetzungsoption. Die Wärmewende ist möglich.“

Bundesweit gibt es bisher, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung der Branchenvertreter heißt, nur einzelne Untersuchungen, die die sogenannte „Aquathermie“ adressieren. Mit der jetzt veröffentlichten Studie lege man erstmals für ein ganzes Bundesland eine Potenzialabschätzung vor. Sie komme genau zum richtigen Zeitpunkt für die Aufstellung der Wärmeplanung in den Kommunen. „Nun brauchen wir dringend die Umsetzung des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) in Bayern“, so Braun abschließend.

Freitag, 19.04.2024, 13:47 Uhr
Gnter Drewnitzky

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