Baustart des Klinikums Memmingen. Bereits die Baustelle erhält Fernwärme. Quelle: e-con AG
Der Neubau des Klinikums Memmingen bezieht bereits während der Bauphase Fernwärme. Sie ersetzt damit die konventionelle Bauheizung mit Heizöl. Das soll Kosten und CO2 sparen.
Der Fernwärmeanschluss ist da, das Klinikum noch nicht: Beim Neubau des Memminger Krankenhauses haben sich die Planer entschieden, bereits die Baustelle mit Fernwärme zu versorgen. Damit unterscheidet sich das Projekt deutlich von einer klassischen Baustellenversorgung, da damit keine separate Ölheizung als zentrale Wärmequelle für die Bauphase eingesetzt werden muss. Die Baustelle erhält nun seit Anfang Oktober Wärme, teilte die „e-con AG“ am 6. Oktober mit.
Die Wärme liefert das Heizwerk Memmingen Nord der E-con AG. Sie gelangt über das Wärmenetz entlang der Europastraße und der Dr.-Karl-Lenz-Straße zum Klinikstandort.
„Mit der planmäßigen Inbetriebnahme der Bauheizung erreichen wir einen wichtigen Meilenstein. Die Besonderheit liegt für uns darin, dass wir nicht erst im späteren Klinikbetrieb, sondern schon während der Bauphase auf Fernwärme setzen können. Das reduziert den Heizöleinsatz deutlich und schafft gleichzeitig einen wirtschaftlichen Vorteil“, sagte Andreas Müller beim Baustart. Müller ist geschäftsführender Gesellschafter der Alois-Müller-Gruppe, die die Gebäudetechnik liefert.
Berechnungen zufolge ersetzt die Fernwärme während einer Heizperiode in der Bauphase rund 600.000 Liter Heizöl. Die Beteiligten beziffern die daraus resultierende Minderung der CO2-Emissionen auf rund 1.240 Tonnen pro Jahr beziehungsweise 78 Prozent gegenüber der betrachteten Versorgung mit Heizöl.
Bei zwei vorgesehenen Heizperioden summiert sich der rechnerisch vermiedene Heizölverbrauch damit auf rund 1,2 Millionen Liter. Der Wärmebezug für die Bauheizung erreicht über diesen Zeitraum voraussichtlich rund 8.800 MWh. Die Projektpartner erwarten neben der Emissionsminderung geringere Wärmekosten gegenüber einer Versorgung mit Heizöl.
Fernwärme ergänzt klinikeigene Erzeugung
Nach Abschluss der Bauphase bleibt der Fernwärmeanschluss Bestandteil des Versorgungskonzepts für das Klinikum. Die vereinbarte Anschlussleistung beträgt 3.870 kW. Für den Regelbetrieb rechnen die Projektpartner mit einer Bezugsleistung von rund 1.200 kW. Das Klinikum soll daneben über eine eigene Energiezentrale verfügen.
„Für uns ist entscheidend, dass die Energieversorgung des neuen Klinikums möglichst robust aufgebaut ist. Die Fernwärme ergänzt unsere eigene Energiezentrale, übernimmt künftig Leistungsspitzen und kann im Bedarfsfall die Wärmeversorgung vollständig absichern. Damit schaffen wir ein hohes Maß an Versorgungssicherheit“, so Maximilian Mai, Vorstand des Klinikums Memmingen.
Auch aus Sicht der Stadt Memmingen hat das Projekt eine besondere Bedeutung.
„Mit dem Klinikneubau entsteht eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte unserer Stadt. Dass die Fernwärme bereits in der Bauphase genutzt wird und später zusätzlich zur Versorgungssicherheit des Klinikums beiträgt, zeigt den langfristigen Nutzen der aufgebauten Wärmeinfrastruktur für den Standort Memmingen“, sagte Oberbürgermeister Jan Rothenbacher. (hr)
Dienstag, 6.10.2026, 12:41 Uhr
Heidi Roider
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