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Energie & Management > Strom - EnBW und EWE heben Energiepreise an
Quelle: Fotolia / galaxy67
Strom

EnBW und EWE heben Energiepreise an

Ab 1. April 2024 steigen die Strompreise in der Grund- und Ersatzversorgung der EnBW kräftig an. Auch bei EWE wird es teurer.
Die von EnBW angekündigte Preiserhöhung beträgt 15,9 Prozent. Wärmestrom-Kunden müssen 4,5 Prozent mehr bezahlen. Auch die Tarife außerhalb der Grund- und Ersatzversorgung ändern sich in ähnlichem Umfang.

EnBW begründet die Veränderungen mit den politischen Entscheidungen nach dem Verfassungsgerichtsurteil zur Schuldenbremse im November 2023. Sie hätten zu einer deutlichen Erhöhung der Netzentgelte geführt. Gleichzeitig seien auch die staatlichen Abgaben, Umlagen und Steuern gestiegen, die ebenfalls Teil des Strompreises für Haushalte sind. Zusammen machen diese beiden Kostenbestandteile, so das Unternehmen, mehr als die Hälfte des Strompreises für Privatkunden aus.

„Außerordentlich hohe Beschaffungskosten“

Die Ampelkoalition hatte im Dezember beschlossen, den Bundeszuschuss zum Netzentgelt von 5,5 Milliarden Euro zu streichen. Die vier Übertragungsnetzbetreiber Tennet, Amprion, 50 Hertz und Transnet BW kündigten daraufhin an, die Netzentgelte zum Jahreswechsel von 3,1 auf 6,4 Cent/kWh mehr als zu verdoppeln. Die Netzentgelte werden üblicherweise auf die Strompreise umgelegt.

Als weiteren Kostenfaktor führt EnBW die „außerordentlich hohen Beschaffungskosten“ an, vor allem im Energiekrisenjahr 2022. Zur Gewährleistung einer sicheren Versorgung kaufe man die für die Verbraucher benötigten Energiemengen bereits lange im Voraus ein. „Diese Langfriststrategie wirkt sich jetzt jedoch mit Verzögerung auf die Strompreise der EnBW aus“, heißt es in einer Mitteilung. Hintergrund ist, dass das Unternehmen wohl seine Langfristkontrakte vereinbart hat, als die Preise noch sehr hoch waren. Inzwischen sind sie an den Strömbörsen aber wieder billiger zu haben.

Mit der Anpassung liegt der Preis beim Haushaltsstrom in laut EnBW leicht über dem Marktdurchschnitt. Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.900 kWh wurden Mehrkosten von monatlich rund 16 Euro berechnet. Bei Wärmestrom mit gemeinsamer Messung betragen sie danach etwa 8 Euro je Monat, bezogen auf einen Musterhaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 6.300 kWh.

EWE nennt ebenfalls Netzentgelte und Umlagen

Der Oldenburger Versorger EWE erhöht die Strom- und Gaspreise in der Grundversorgung ebenfalls zum 1. April. Betroffen seien insgesamt 210.000 Strom- und 105.000 Gaskundinnen und -kunden, wie das Unternehmen mitteilt. Die Mehrkosten beim Strom beziffert EWE für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.800 kWh auf 62 Euro pro Jahr, beim Gas seien es bei einem Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 17.500 kWh Erdgas 455 Euro mehr pro Jahr.

Den Anstieg beim Strom begründete EWE ebenfalls mit dem gestiegenen Netzentgelt und der Umlage für stromintensive Betriebe. Beim Gas liege es vor allem am höheren CO2-Preis und an der Rückkehr zum vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent.

Der hannoversche Versorger Enercity hatte dagegen kürzlich angekündigt, den Strompreis konstant zu halten und die Erhöhung beim Netzentgelt nicht an die eigenen Kundinnen und Kunden weiterzugeben. Auch der bundesweite Anbieter Eon Energie Deutschland will auf eine Anhebung des Strompreises zunächst verzichten.

Dienstag, 6.02.2024, 14:44 Uhr
Gnter Drewnitzky und Susanne Harmsen
Energie & Management > Strom - EnBW und EWE heben Energiepreise an
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Strom
EnBW und EWE heben Energiepreise an
Ab 1. April 2024 steigen die Strompreise in der Grund- und Ersatzversorgung der EnBW kräftig an. Auch bei EWE wird es teurer.
Die von EnBW angekündigte Preiserhöhung beträgt 15,9 Prozent. Wärmestrom-Kunden müssen 4,5 Prozent mehr bezahlen. Auch die Tarife außerhalb der Grund- und Ersatzversorgung ändern sich in ähnlichem Umfang.

EnBW begründet die Veränderungen mit den politischen Entscheidungen nach dem Verfassungsgerichtsurteil zur Schuldenbremse im November 2023. Sie hätten zu einer deutlichen Erhöhung der Netzentgelte geführt. Gleichzeitig seien auch die staatlichen Abgaben, Umlagen und Steuern gestiegen, die ebenfalls Teil des Strompreises für Haushalte sind. Zusammen machen diese beiden Kostenbestandteile, so das Unternehmen, mehr als die Hälfte des Strompreises für Privatkunden aus.

„Außerordentlich hohe Beschaffungskosten“

Die Ampelkoalition hatte im Dezember beschlossen, den Bundeszuschuss zum Netzentgelt von 5,5 Milliarden Euro zu streichen. Die vier Übertragungsnetzbetreiber Tennet, Amprion, 50 Hertz und Transnet BW kündigten daraufhin an, die Netzentgelte zum Jahreswechsel von 3,1 auf 6,4 Cent/kWh mehr als zu verdoppeln. Die Netzentgelte werden üblicherweise auf die Strompreise umgelegt.

Als weiteren Kostenfaktor führt EnBW die „außerordentlich hohen Beschaffungskosten“ an, vor allem im Energiekrisenjahr 2022. Zur Gewährleistung einer sicheren Versorgung kaufe man die für die Verbraucher benötigten Energiemengen bereits lange im Voraus ein. „Diese Langfriststrategie wirkt sich jetzt jedoch mit Verzögerung auf die Strompreise der EnBW aus“, heißt es in einer Mitteilung. Hintergrund ist, dass das Unternehmen wohl seine Langfristkontrakte vereinbart hat, als die Preise noch sehr hoch waren. Inzwischen sind sie an den Strömbörsen aber wieder billiger zu haben.

Mit der Anpassung liegt der Preis beim Haushaltsstrom in laut EnBW leicht über dem Marktdurchschnitt. Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.900 kWh wurden Mehrkosten von monatlich rund 16 Euro berechnet. Bei Wärmestrom mit gemeinsamer Messung betragen sie danach etwa 8 Euro je Monat, bezogen auf einen Musterhaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 6.300 kWh.

EWE nennt ebenfalls Netzentgelte und Umlagen

Der Oldenburger Versorger EWE erhöht die Strom- und Gaspreise in der Grundversorgung ebenfalls zum 1. April. Betroffen seien insgesamt 210.000 Strom- und 105.000 Gaskundinnen und -kunden, wie das Unternehmen mitteilt. Die Mehrkosten beim Strom beziffert EWE für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.800 kWh auf 62 Euro pro Jahr, beim Gas seien es bei einem Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 17.500 kWh Erdgas 455 Euro mehr pro Jahr.

Den Anstieg beim Strom begründete EWE ebenfalls mit dem gestiegenen Netzentgelt und der Umlage für stromintensive Betriebe. Beim Gas liege es vor allem am höheren CO2-Preis und an der Rückkehr zum vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent.

Der hannoversche Versorger Enercity hatte dagegen kürzlich angekündigt, den Strompreis konstant zu halten und die Erhöhung beim Netzentgelt nicht an die eigenen Kundinnen und Kunden weiterzugeben. Auch der bundesweite Anbieter Eon Energie Deutschland will auf eine Anhebung des Strompreises zunächst verzichten.

Dienstag, 6.02.2024, 14:44 Uhr
Gnter Drewnitzky und Susanne Harmsen

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