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Energie & Management > Gebäudetechnik - Ein Gehirn gegen Chaos im Heizungskeller
Quelle: Fotolia / Ralf Kalytta
Gebäudetechnik

Ein Gehirn gegen Chaos im Heizungskeller

Eine KI-Plattform zur Sektorkopplung in Wohngebäuden hat „Green Fusion“ vorgestellt.
Die Wärmewende in der Wohnungswirtschaft hat ein Kommunikationsproblem: Wenn PV-Anlage, Wärmepumpe, Speicher und dynamische Stromtarife nicht vernetzt sind, bleibt wertvoller Dachstrom ungenutzt. Zusätzlich muss Netzstrom dann eingekauft werden, wenn er teuer ist. Auf einer Premierenveranstaltung in Berlin präsentierte Green Fusion, Spezialist für KI-gestützte Heizungsoptimierung, jetzt eine Plattform für Sektorkopplung, die als herstellerunabhängiges „Gehirn“ des Gebäudes fungiert. 

„Je mehr Komponenten im Gebäude verbaut werden, desto wichtiger ist eine intelligente Kommunikation“, betonte Chris Menzel, Chief Innovation Manager bei Green Fusion, bei der Vorstellung des Tools. Ohne diese Vernetzung herrsche oft „teures Chaos im Heizungskeller“, was zu unberechenbaren Stromkosten für die Mieterschaft und sinkender Rentabilität für Eigentümer führe. 

Die neue Plattform integriert, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt, Wärmepumpen, Photovoltaik und Ladeinfrastruktur ohne Medienbrüche. Die künstliche Intelligenz lerne das Gebäude kennen und passe den Fahrplan alle fünf Sekunden an – basierend auf Wetterdaten, Speicherkapazitäten und dem Nutzerverhalten. So könne der Eigenverbrauch selbst erzeugten Stroms gesteigert und der teure Netzbezug reduziert werden. 

Stromkosten sinken um 25 Prozent 

Ein Programmpunkt der Produkt-Premiere war der Erfahrungsbericht der Rheinwohnungsbau GmbH. Geschäftsführer Thomas Hummelsbeck und der Handlungsbevollmächtigte Benjamin Gaidel präsentierten Zahlen aus ihrem Quartier in Duisburg-Ungelsheim. Die sanierte Siedlung aus den 50er-Jahren ist mit Wärmepumpen und PV-Anlagen ausgestattet. Gaidel: „Sobald die Anlagen liefen, stellten wir fest, dass wir viel zu viel Strom ungenutzt ins Netz einspeisten.“ 

Durch die Green Fusion Plattform werde nun unter anderem die Speichertemperatur in den Hauptsonnenstunden gezielt angehoben. „Allein durch diese eine Maßnahme können wir im Quartier mit 55 Wärmepumpen jährlich 20.674 Euro der Stromkosten einsparen. Das entspricht knapp 20 Prozent. Das beweist, dass sich Sektorkopplung durch intelligente Steuerung endlich auch wirtschaftlich rechnet.“ 

Gebäude wird selbst zum Speicher

Mit dem folgenden Beispiel veranschaulichte Menzel bei der Premiere, wie die KI arbeitet: Zur Mittagszeit erreicht die Photovoltaikanlage ihre maximale Leistung. Die KI steuert nun aktiv den Energiefluss im Gebäude: Statt den Strom vollständig ins Netz einzuspeisen, werden gezielt die internen Speicher geladen. Der Batteriespeicher, der morgens bewusst freigehalten wurde, nimmt überschüssige Energie auf und verhindert so eine mögliche PV-Drosselung bei Leistungsspitzen. Gleichzeitig lädt die Wärmepumpe den 1.000-Liter-Pufferspeicher im Boost-Modus und erwärmt das Wasser rund 20 Grad über den aktuellen Heizbedarf hinaus. So wird das Gebäude selbst zum Speicher für günstigen, grünen Solarstrom. 

„Wir sind überzeugt, dass Wohnungsunternehmen ihre Investitionen und Margen absichern können – und das bei sehr verträglichen Nebenkosten für die Mieterschaft. Die Energiewende ist jetzt nicht nur technisch möglich, sie rechnet sich auch endlich“, so Paul Hock, Geschäftsführer bei Green Fusion.

Mittwoch, 18.03.2026, 08:50 Uhr
Günter Drewnitzky
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Ein Gehirn gegen Chaos im Heizungskeller
Eine KI-Plattform zur Sektorkopplung in Wohngebäuden hat „Green Fusion“ vorgestellt.
Die Wärmewende in der Wohnungswirtschaft hat ein Kommunikationsproblem: Wenn PV-Anlage, Wärmepumpe, Speicher und dynamische Stromtarife nicht vernetzt sind, bleibt wertvoller Dachstrom ungenutzt. Zusätzlich muss Netzstrom dann eingekauft werden, wenn er teuer ist. Auf einer Premierenveranstaltung in Berlin präsentierte Green Fusion, Spezialist für KI-gestützte Heizungsoptimierung, jetzt eine Plattform für Sektorkopplung, die als herstellerunabhängiges „Gehirn“ des Gebäudes fungiert. 

„Je mehr Komponenten im Gebäude verbaut werden, desto wichtiger ist eine intelligente Kommunikation“, betonte Chris Menzel, Chief Innovation Manager bei Green Fusion, bei der Vorstellung des Tools. Ohne diese Vernetzung herrsche oft „teures Chaos im Heizungskeller“, was zu unberechenbaren Stromkosten für die Mieterschaft und sinkender Rentabilität für Eigentümer führe. 

Die neue Plattform integriert, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt, Wärmepumpen, Photovoltaik und Ladeinfrastruktur ohne Medienbrüche. Die künstliche Intelligenz lerne das Gebäude kennen und passe den Fahrplan alle fünf Sekunden an – basierend auf Wetterdaten, Speicherkapazitäten und dem Nutzerverhalten. So könne der Eigenverbrauch selbst erzeugten Stroms gesteigert und der teure Netzbezug reduziert werden. 

Stromkosten sinken um 25 Prozent 

Ein Programmpunkt der Produkt-Premiere war der Erfahrungsbericht der Rheinwohnungsbau GmbH. Geschäftsführer Thomas Hummelsbeck und der Handlungsbevollmächtigte Benjamin Gaidel präsentierten Zahlen aus ihrem Quartier in Duisburg-Ungelsheim. Die sanierte Siedlung aus den 50er-Jahren ist mit Wärmepumpen und PV-Anlagen ausgestattet. Gaidel: „Sobald die Anlagen liefen, stellten wir fest, dass wir viel zu viel Strom ungenutzt ins Netz einspeisten.“ 

Durch die Green Fusion Plattform werde nun unter anderem die Speichertemperatur in den Hauptsonnenstunden gezielt angehoben. „Allein durch diese eine Maßnahme können wir im Quartier mit 55 Wärmepumpen jährlich 20.674 Euro der Stromkosten einsparen. Das entspricht knapp 20 Prozent. Das beweist, dass sich Sektorkopplung durch intelligente Steuerung endlich auch wirtschaftlich rechnet.“ 

Gebäude wird selbst zum Speicher

Mit dem folgenden Beispiel veranschaulichte Menzel bei der Premiere, wie die KI arbeitet: Zur Mittagszeit erreicht die Photovoltaikanlage ihre maximale Leistung. Die KI steuert nun aktiv den Energiefluss im Gebäude: Statt den Strom vollständig ins Netz einzuspeisen, werden gezielt die internen Speicher geladen. Der Batteriespeicher, der morgens bewusst freigehalten wurde, nimmt überschüssige Energie auf und verhindert so eine mögliche PV-Drosselung bei Leistungsspitzen. Gleichzeitig lädt die Wärmepumpe den 1.000-Liter-Pufferspeicher im Boost-Modus und erwärmt das Wasser rund 20 Grad über den aktuellen Heizbedarf hinaus. So wird das Gebäude selbst zum Speicher für günstigen, grünen Solarstrom. 

„Wir sind überzeugt, dass Wohnungsunternehmen ihre Investitionen und Margen absichern können – und das bei sehr verträglichen Nebenkosten für die Mieterschaft. Die Energiewende ist jetzt nicht nur technisch möglich, sie rechnet sich auch endlich“, so Paul Hock, Geschäftsführer bei Green Fusion.

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