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Energie & Management > Stromnetz - Die Netzampel von Transnet BW zeigte gelb und orange
Die Transnet-Hauptschaltleitung in Wendlingen musste zahlreiche Redispatch-Maßnahmen koordinieren. Quelle: Transnet BW
Stromnetz

Die Netzampel von Transnet BW zeigte gelb und orange

Die „Strom-Gedacht-App“ von Transnet BW hat für 4. Juni eine schwierige Situation im Übertragungsnetz gemeldet. Es waren umfangreiche Redispatch-Maßnahmen erforderlich.
Mit seiner Strom-Gedacht-App will der baden-württembergische Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW die Bevölkerung über die Lage im Übertragungsnetz informieren und Handlungsempfehlungen geben, die helfen, den Netzbetrieb zu stabilisieren. Beispielsweise, in dem Stromverbraucher in einem bestimmten Zeitraum aus- oder eingeschaltet werden.

Nach einem Vierteljahr war es am 4. Juli wieder soweit, dass die sich App meldete. Die Situation: Ein hohes Windaufkommen im Norden Deutschlands sorgte für eine hohe Belastung der Stromleitungen in den Süden. Das führte dazu, dass ein hohes Redispatch-Volumen erforderlich war, um Probleme zu vermeiden. Die beschriebene Situation wird üblicherweise dadurch gelöst, dass Windkraftanlagen im Norden gedrosselt und im Süden Stromerzeugung zugeschaltet wird, um eine Überlastung der Nord-Süd-Trassen zu vermeiden. Im konkreten Fall wurden auch 500 MW aus dem österreichischen Vorarlberg nach Baden-Württemberg importiert und Kraftwerke in Altbach/Deizisau und Karlsruhe aktiviert.

Die App gab zur Entspannung der Lage den Ratschlag, den Stromverbrauch auf die Zeit von Mitternacht bis 6 Uhr morgens vorzuziehen. Das wird durch eine gelbe Markierung angezeigt. Von 6 bis 8 Uhr ging sie auf orange, Zeichen dafür, in dieser Zeit den Verbrauch beispielsweise durch Haushaltsgeräte zu reduzieren.

Neue Stromtrassen sollen Situation verbessern

Wie Transnet BW immer wieder betont, bedeutet eine Meldung der Strom-Gedacht-App nicht, dass Stromabschaltungen zu befürchten sind. „Im Sinne einer Sensibilisierung der Bevölkerung signalisiert diese aber, dass Transnet BW mehr als gewöhnlich dafür tun muss, um das Stromnetz stabil zu halten. Und dass Bürgerinnen und Bürger mit einem angepassten Stromverbrauch selbst einen aktiven Beitrag leisten können“, so Transnet.

Der Übertragungsnetzbetreiber hat die App im November 2022 an den Start gebracht. Mittlerweile zählt sie mehr als 170.000 Downloads. Die App könne auch zur Reduktion von Kosten und CO2 beitragen, erläutert man bei Transnet: Je weniger von dem für Redispatch georderten Strom verbraucht werde, desto besser für das Klima und den Geldbeutel. Die Kosten für Redispatch, die pro Jahr im Bereich von mehr als einer Milliarde Euro liegen, werden schließlich über die Netzentgelte umgelegt und kommen so via Stromrechnung beim Endverbraucher an.

Eine dauerhafte Verbesserung der Situation wird von den neuen Gleichstromtrassen Südlink, Südostlink und Ultranet erwartet, die zusammen 8.000 MW Windkraftstrom nach Bayern und Baden-Württemberg bringen sollen. Sie hätten ursprünglich bereits Ende 2022 in Betrieb gehen sollen, wegen der von der Politik durchgesetzten Umplanung auf Erdverkabelung sowie durch Einsprüche von Bürgern und aus der Kommunalpolitk, konnte bisher aber noch nicht einmal mit dem Bau begonnen werden. Aktuell ist bei Südostlink und Südlink von Fertigstellungsterminen im Jahr 2027 und 2028 die Rede.

Weitere Informationen zur App sind online verfügbar.

Dienstag, 4.07.2023, 16:54 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Stromnetz - Die Netzampel von Transnet BW zeigte gelb und orange
Die Transnet-Hauptschaltleitung in Wendlingen musste zahlreiche Redispatch-Maßnahmen koordinieren. Quelle: Transnet BW
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Die Netzampel von Transnet BW zeigte gelb und orange
Die „Strom-Gedacht-App“ von Transnet BW hat für 4. Juni eine schwierige Situation im Übertragungsnetz gemeldet. Es waren umfangreiche Redispatch-Maßnahmen erforderlich.
Mit seiner Strom-Gedacht-App will der baden-württembergische Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW die Bevölkerung über die Lage im Übertragungsnetz informieren und Handlungsempfehlungen geben, die helfen, den Netzbetrieb zu stabilisieren. Beispielsweise, in dem Stromverbraucher in einem bestimmten Zeitraum aus- oder eingeschaltet werden.

Nach einem Vierteljahr war es am 4. Juli wieder soweit, dass die sich App meldete. Die Situation: Ein hohes Windaufkommen im Norden Deutschlands sorgte für eine hohe Belastung der Stromleitungen in den Süden. Das führte dazu, dass ein hohes Redispatch-Volumen erforderlich war, um Probleme zu vermeiden. Die beschriebene Situation wird üblicherweise dadurch gelöst, dass Windkraftanlagen im Norden gedrosselt und im Süden Stromerzeugung zugeschaltet wird, um eine Überlastung der Nord-Süd-Trassen zu vermeiden. Im konkreten Fall wurden auch 500 MW aus dem österreichischen Vorarlberg nach Baden-Württemberg importiert und Kraftwerke in Altbach/Deizisau und Karlsruhe aktiviert.

Die App gab zur Entspannung der Lage den Ratschlag, den Stromverbrauch auf die Zeit von Mitternacht bis 6 Uhr morgens vorzuziehen. Das wird durch eine gelbe Markierung angezeigt. Von 6 bis 8 Uhr ging sie auf orange, Zeichen dafür, in dieser Zeit den Verbrauch beispielsweise durch Haushaltsgeräte zu reduzieren.

Neue Stromtrassen sollen Situation verbessern

Wie Transnet BW immer wieder betont, bedeutet eine Meldung der Strom-Gedacht-App nicht, dass Stromabschaltungen zu befürchten sind. „Im Sinne einer Sensibilisierung der Bevölkerung signalisiert diese aber, dass Transnet BW mehr als gewöhnlich dafür tun muss, um das Stromnetz stabil zu halten. Und dass Bürgerinnen und Bürger mit einem angepassten Stromverbrauch selbst einen aktiven Beitrag leisten können“, so Transnet.

Der Übertragungsnetzbetreiber hat die App im November 2022 an den Start gebracht. Mittlerweile zählt sie mehr als 170.000 Downloads. Die App könne auch zur Reduktion von Kosten und CO2 beitragen, erläutert man bei Transnet: Je weniger von dem für Redispatch georderten Strom verbraucht werde, desto besser für das Klima und den Geldbeutel. Die Kosten für Redispatch, die pro Jahr im Bereich von mehr als einer Milliarde Euro liegen, werden schließlich über die Netzentgelte umgelegt und kommen so via Stromrechnung beim Endverbraucher an.

Eine dauerhafte Verbesserung der Situation wird von den neuen Gleichstromtrassen Südlink, Südostlink und Ultranet erwartet, die zusammen 8.000 MW Windkraftstrom nach Bayern und Baden-Württemberg bringen sollen. Sie hätten ursprünglich bereits Ende 2022 in Betrieb gehen sollen, wegen der von der Politik durchgesetzten Umplanung auf Erdverkabelung sowie durch Einsprüche von Bürgern und aus der Kommunalpolitk, konnte bisher aber noch nicht einmal mit dem Bau begonnen werden. Aktuell ist bei Südostlink und Südlink von Fertigstellungsterminen im Jahr 2027 und 2028 die Rede.

Weitere Informationen zur App sind online verfügbar.

Dienstag, 4.07.2023, 16:54 Uhr
Gnter Drewnitzky

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