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Die von Equinor aktuell vorgelegte Studie „Energieperspektiven 2026“ geht von restriktiveren energiepolitischen Prioritäten durch Regierungen weltweit aus.
Aus Anlass der geopolitischen Krisen und der in Folge gestiegenen Energiepreise verlagert sich die Aufmerksamkeit auf heimische Kapazitäten und kurzfristige Stabilität. Klimaschutz gerät unter Druck.
„Walls“, „Plazas“, „Silos“, „Arches“Der norwegische Öl- und Gaskonzern hat anhand von vier Szenarien das Energie-Trilemma - Sicherheit, Erschwinglichkeit, Dekarbonisierung - beleuchtet: Die Szenarien unterscheiden sich darin, wie Regierungen und Märkte diese Ziele gewichten:
- „Walls“ – der aktuelle Kurs, der auf den heutigen Energiemärkten, politischen und technologischen Trends aufbaut
- „Plazas“ – eine Zukunft, geprägt von Wachstum, offenem Wettbewerb und Erschwinglichkeit
- „Silos“ – eine Welt, die auf Energiesicherheit und Resilienz ausgerichtet ist
- „Arches“ – ein Weg, bei dem nationale Prioritäten mit der Dekarbonisierung in Einklang stehen
Es handelt sich um Szenarien für die Exploration von Öl und Gas, die plausible Zukunftsbilder auf der Grundlage unterschiedlicher Annahmen von 2029 an veranschaulichen. Equinor versucht nur, mögliche Wege aufzuzeigen und eine Plattform für Debatten und fundierte Entscheidungen zu bieten, statt Ergebnisse vorherzusagen. Mit den Szenarien wird somit eine Bandbreite möglicher Entwicklungspfade aufgezeigt.
Mix aus Konjunktur und EnergiemixAls entscheidende Determinanten des globalen Primärenergieverbrauchs werden das Wirtschaftswachstum und der Energiemix identifiziert. Dabei reicht die Spanne beim Primärenergieverbrauch – stets von 2025 aus gerechnet – je nach Szenario von einem Plus von 15 Prozent bis 2050 („Plazas“) bis zu einem Rückgang um 13 Prozent („Arches“). In „Walls“ wird nach einem zunächst noch leichten Anstieg 2035 ein Plateau erreicht. In „Silos“ sinkt der Primärenergieverbrauch von bis 2035 um etwa 6 Prozent.
Die Energiewende findet in allen Szenarien statt, nur sind die Gründe dafür und die Intensität unterschiedlich. Die energiebezogenen Netto-Treibhausgas-Emissionen sinken in allen Szenarien. Im klimatisch günstigsten Pfad „Arches“ gehen sie bis 2050 um 60 Prozent auf 14,4 Milliarden Tonnen zurück. Von dem Rückgang entfallen 1,6 Milliarden Tonnen auf Abscheidung und Speicherung beziehungsweise Weiterverwendung von CO2 (CCUS).
Für die EU-27 rechnet Equinor bis 2050 mit einem Rückgang des Primärenergieverbrauchs zwischen einem Viertel und einem Drittel. Der Beitrag fossiler Energien vermindert sich in der Union von 65 Prozent auf Anteile zwischen 32 Prozent („Arches“) und rund 50 Prozent in „Silos“ und „Plazas“. Für „Walls“ werden 42 Prozent angenommen.
Fast keine Kohle und Öl mehr für StromStrom ist demnach entscheidend für die Dekarbonisierung. Der stärkste Anstieg der Nachfrage wird in „Arches“ erwartet, und zwar bis 2050 um mehr als 40 Prozent auf 3.933 TWh pro Jahr. Der Anteil von Ökostrom steigt je nach Szenario von 48 auf 70 bis 77 Prozent. Der Beitrag fossiler Energien geht von 29 auf 5 bis 10 Prozent zurück. Kohle und Öl verschwinden weitgehend aus dem Erzeugungsmix. Die Position der Kernenergie schwächt sich leicht ab, szenarioabhängig von 23 auf 16 bis 22 Prozent.
Die CO2-Emissionen sinken in allen Szenarien drastisch, am stärksten um 80 Prozent in „Arches“ auf 500 Millionen Tonnen (vor CCUS). Die Studie ist unter equinor.com abrufbar. (hws)
Freitag, 19.06.2026, 11:29 Uhr
Hans-Wilhelm Schiffer
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