E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Bilanz - VNG bleibt bei Ergebnis und Zukunftsplänen solide
Quelle: VNG
Bilanz

VNG bleibt bei Ergebnis und Zukunftsplänen solide

VNG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem stabilen Ergebnis abgeschlossen. Dennoch überrascht das Unternehmen mit einem neuen Geschäftsfeld.
Der Leipziger Erdgasimporteur und -händler VNG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem bereinigten Ebitda von 422 Millionen Euro abgeschlossen und damit nahezu das Vorjahresniveau erreicht (430 Millionen Euro). Das Konzernergebnis lag bei 200 Millionen Euro. Finanzvorstand Bodo Rodestock spricht von einem Ergebnis, das sich „in einem insgesamt sehr herausfordernden Umfeld“ behauptet habe. Alle Geschäftsbereiche hätten ihren Beitrag geleistet. Für 2026 wird ein operatives Ergebnis von 360 bis 390 Millionen Euro erwartet.

2025 wurden rund 244 Millionen Euro investiert, vor allem in Netze und Infrastruktur. Weitere Mittel flossen in Biogas sowie in Handel und Speicher. Langfristig sind Investitionen von bis zu fünf Milliarden Euro geplant, insbesondere in Ostdeutschland in den kommenden zehn Jahren. 

In seiner Rede zur Bilanzpressekonferenz am 1. April ging Vorstandschef Ulf Heitmüller auch auf die Entwicklungen im Nahen Osten ein. Diese wirkten sich unmittelbar auf die Preise aus. Zwar habe die mögliche Blockade der Straße von Hormus bislang keine direkten Versorgungsengpässe ausgelöst, jedoch habe es spürbare Marktreaktionen gegeben. 

Vor diesem Hintergrund bleibt die Sicherung der Gasversorgung das zentrale Element des Geschäftsmodells von VNG. VNG stützt sich dabei auf ein breit diversifiziertes Beschaffungsportfolio mit Pipelinegas aus Norwegen, Algerien und Aserbaidschan sowie LNG-Importen über deutsche Terminals. Laut Heitmüller ist diese Diversifizierung eine direkte Lehre aus den Krisenjahren nach 2022.

Auch die Speicher spielen weiterhin eine zentrale Rolle im System. In Phasen hoher Nachfrage haben sie ihre Funktion als Puffer erneut unter Beweis gestellt. Geringe Sommer-Winter-Preisdifferenzen erschweren aber die Befüllung. Heitmüller weist darauf hin, dass der Markt nur dann funktioniert, wenn entsprechende Preisanreize vorhanden sind. Fehlen diese, müsse die Politik zumindest über flankierende Instrumente nachdenken, etwa strategische Reserven oder marktbasierte Anreizmodelle. 

Wasserstoff mit angezogener Handbremse

Die Transformation in Richtung Wasserstoff bleibt für VNG ein strategisches Ziel, verläuft jedoch langsamer als geplant. Ein Beispiel hierfür ist der Energiepark Bad Lauchstädt. Das Projekt gilt als eines der wichtigsten für eine integrierte Wasserstoffwertschöpfungskette in Deutschland. Ursprünglich sollten zentrale Bausteine, darunter eine 25 Kilometer lange Transportleitung als Teil des künftigen Kernnetzes, bis 2025 fertiggestellt sein. Der erste grüne Wasserstoff soll nun erst 2026 fließen. Infrastrukturvorstand Hans-Joachim Polk ordnet die Verzögerung als Teil eines Lernprozesses ein. Erfahrungen aus anderen Projekten würden bewusst einbezogen und Abläufe teilweise angepasst. 

Grundsätzlich sieht VNG die Rahmenbedingungen für den Wasserstoffhochlauf als unzureichend an. Heitmüller kritisiert insbesondere die strengen Vorgaben für den Strombezug bei der Produktion von grünem Wasserstoff. Die Pflicht, Stromherkunft und Produktionszeitpunkt eng zu koppeln, führe zu deutlich höheren Kosten und stehe im Widerspruch zu einem flexiblen Energiesystem. Auch Netzentgelte und fehlende Nachfrageanreize bremsen den Markthochlauf.

Während der Wasserstoffhochlauf ins Stocken gerät, entwickelt sich das Biogasgeschäft vergleichsweise stabil. So hat die VNG-Tochter BALANCE ihr Anlagenportfolio auf 40 Standorte ausgebaut und die installierte Leistung deutlich erhöht. 

Carbon Management als neues Geschäftsfeld

Mit Carbon Management positioniert sich VNG zunehmend als potenzieller Infrastrukturakteur für den Transport von CO2. Heitmüller geht davon aus, dass es in der ostdeutschen Industrie Prozesse gibt, deren Emissionen sich nicht vollständig vermeiden lassen, beispielsweise in der Zement- oder Chemieindustrie. Polk betont, dass gemeinsam mit Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette geprüft wird, wo sich tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln lassen.

Im Unterschied zur H2-Infrastruktur könne die CO2-Infrastruktur jedoch nicht einfach auf bestehende Netze aufsetzen. Vielmehr geht es überwiegend um Neubau, da die Druckverhältnisse und technischen Anforderungen andere sind. Gleichzeitig versucht man, den Aufbau zu koordinieren, um doppelte Strukturen zu vermeiden. Ohne staatlich abgesicherte Rahmenbedingungen wird sich jedoch kein Markt entwickeln. Polk nennt die Notwendigkeit eines Finanzierungsrahmens, klarer Regeln sowie wettbewerbsfähiger Entgelte, insbesondere für energieintensive Industrien in Ostdeutschland.

Im klassischen Gasgeschäft ist VNG weiterhin stabil aufgestellt, die Transformation wird jedoch vorsichtig angegangen. Heitmüller bringt diese Haltung auf den Punkt: Entscheidend sei nicht die Geschwindigkeit, sondern die Verlässlichkeit. Ohne stabile politische und regulatorische Rahmenbedingungen werde weder der Hochlauf von Wasserstoff noch der Aufbau neuer Märkte wie Carbon Management gelingen.

Mittwoch, 1.04.2026, 15:26 Uhr
Frank Urbansky
Energie & Management > Bilanz - VNG bleibt bei Ergebnis und Zukunftsplänen solide
Quelle: VNG
Bilanz
VNG bleibt bei Ergebnis und Zukunftsplänen solide
VNG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem stabilen Ergebnis abgeschlossen. Dennoch überrascht das Unternehmen mit einem neuen Geschäftsfeld.
Der Leipziger Erdgasimporteur und -händler VNG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem bereinigten Ebitda von 422 Millionen Euro abgeschlossen und damit nahezu das Vorjahresniveau erreicht (430 Millionen Euro). Das Konzernergebnis lag bei 200 Millionen Euro. Finanzvorstand Bodo Rodestock spricht von einem Ergebnis, das sich „in einem insgesamt sehr herausfordernden Umfeld“ behauptet habe. Alle Geschäftsbereiche hätten ihren Beitrag geleistet. Für 2026 wird ein operatives Ergebnis von 360 bis 390 Millionen Euro erwartet.

2025 wurden rund 244 Millionen Euro investiert, vor allem in Netze und Infrastruktur. Weitere Mittel flossen in Biogas sowie in Handel und Speicher. Langfristig sind Investitionen von bis zu fünf Milliarden Euro geplant, insbesondere in Ostdeutschland in den kommenden zehn Jahren. 

In seiner Rede zur Bilanzpressekonferenz am 1. April ging Vorstandschef Ulf Heitmüller auch auf die Entwicklungen im Nahen Osten ein. Diese wirkten sich unmittelbar auf die Preise aus. Zwar habe die mögliche Blockade der Straße von Hormus bislang keine direkten Versorgungsengpässe ausgelöst, jedoch habe es spürbare Marktreaktionen gegeben. 

Vor diesem Hintergrund bleibt die Sicherung der Gasversorgung das zentrale Element des Geschäftsmodells von VNG. VNG stützt sich dabei auf ein breit diversifiziertes Beschaffungsportfolio mit Pipelinegas aus Norwegen, Algerien und Aserbaidschan sowie LNG-Importen über deutsche Terminals. Laut Heitmüller ist diese Diversifizierung eine direkte Lehre aus den Krisenjahren nach 2022.

Auch die Speicher spielen weiterhin eine zentrale Rolle im System. In Phasen hoher Nachfrage haben sie ihre Funktion als Puffer erneut unter Beweis gestellt. Geringe Sommer-Winter-Preisdifferenzen erschweren aber die Befüllung. Heitmüller weist darauf hin, dass der Markt nur dann funktioniert, wenn entsprechende Preisanreize vorhanden sind. Fehlen diese, müsse die Politik zumindest über flankierende Instrumente nachdenken, etwa strategische Reserven oder marktbasierte Anreizmodelle. 

Wasserstoff mit angezogener Handbremse

Die Transformation in Richtung Wasserstoff bleibt für VNG ein strategisches Ziel, verläuft jedoch langsamer als geplant. Ein Beispiel hierfür ist der Energiepark Bad Lauchstädt. Das Projekt gilt als eines der wichtigsten für eine integrierte Wasserstoffwertschöpfungskette in Deutschland. Ursprünglich sollten zentrale Bausteine, darunter eine 25 Kilometer lange Transportleitung als Teil des künftigen Kernnetzes, bis 2025 fertiggestellt sein. Der erste grüne Wasserstoff soll nun erst 2026 fließen. Infrastrukturvorstand Hans-Joachim Polk ordnet die Verzögerung als Teil eines Lernprozesses ein. Erfahrungen aus anderen Projekten würden bewusst einbezogen und Abläufe teilweise angepasst. 

Grundsätzlich sieht VNG die Rahmenbedingungen für den Wasserstoffhochlauf als unzureichend an. Heitmüller kritisiert insbesondere die strengen Vorgaben für den Strombezug bei der Produktion von grünem Wasserstoff. Die Pflicht, Stromherkunft und Produktionszeitpunkt eng zu koppeln, führe zu deutlich höheren Kosten und stehe im Widerspruch zu einem flexiblen Energiesystem. Auch Netzentgelte und fehlende Nachfrageanreize bremsen den Markthochlauf.

Während der Wasserstoffhochlauf ins Stocken gerät, entwickelt sich das Biogasgeschäft vergleichsweise stabil. So hat die VNG-Tochter BALANCE ihr Anlagenportfolio auf 40 Standorte ausgebaut und die installierte Leistung deutlich erhöht. 

Carbon Management als neues Geschäftsfeld

Mit Carbon Management positioniert sich VNG zunehmend als potenzieller Infrastrukturakteur für den Transport von CO2. Heitmüller geht davon aus, dass es in der ostdeutschen Industrie Prozesse gibt, deren Emissionen sich nicht vollständig vermeiden lassen, beispielsweise in der Zement- oder Chemieindustrie. Polk betont, dass gemeinsam mit Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette geprüft wird, wo sich tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln lassen.

Im Unterschied zur H2-Infrastruktur könne die CO2-Infrastruktur jedoch nicht einfach auf bestehende Netze aufsetzen. Vielmehr geht es überwiegend um Neubau, da die Druckverhältnisse und technischen Anforderungen andere sind. Gleichzeitig versucht man, den Aufbau zu koordinieren, um doppelte Strukturen zu vermeiden. Ohne staatlich abgesicherte Rahmenbedingungen wird sich jedoch kein Markt entwickeln. Polk nennt die Notwendigkeit eines Finanzierungsrahmens, klarer Regeln sowie wettbewerbsfähiger Entgelte, insbesondere für energieintensive Industrien in Ostdeutschland.

Im klassischen Gasgeschäft ist VNG weiterhin stabil aufgestellt, die Transformation wird jedoch vorsichtig angegangen. Heitmüller bringt diese Haltung auf den Punkt: Entscheidend sei nicht die Geschwindigkeit, sondern die Verlässlichkeit. Ohne stabile politische und regulatorische Rahmenbedingungen werde weder der Hochlauf von Wasserstoff noch der Aufbau neuer Märkte wie Carbon Management gelingen.

Mittwoch, 1.04.2026, 15:26 Uhr
Frank Urbansky

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.