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Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Verbände drängen auf Reform beim Eichrecht
Ladepunkte. Quelle: Shutterstock / EyeX
Elektrofahrzeuge

Verbände drängen auf Reform beim Eichrecht

Acht Verbände aus Energie- und Mobilitätswirtschaft fordern schnelle Änderungen beim Eichrecht, um Kosten für öffentliche Ladesäulen zu senken und den Ausbau zu beschleunigen.
Acht Verbände und Organisationen drängen auf eine rasche Reform des Mess- und Eichrechts für öffentliche Ladeinfrastruktur. Nach Angaben der beteiligten Organisationen verteuern die aktuellen Vorgaben den Betrieb von Ladesäulen und bremsen den Ausbau. Zu den Unterzeichnern des Appells zählen der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC), der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES), CharIN, E-Mobility Deutschland, Inspire und S.A.F.E.

Die Verbände betonen, die derzeitige Eichpraxis verursache Kosten in Millionenhöhe. Diese Belastungen könnten sich auch auf die Preise an öffentlichen Ladepunkten auswirken. Deutschland müsse deshalb nationale Sonderregelungen beenden und stärker auf europaweit einheitliche Standards setzen, heißt es in einer Mitteilung am 27. April.

Nach Angaben der Verbände gab es zum 1. Februar 2026 in Deutschland rund 200.000 öffentliche Ladepunkte. Davon entfielen knapp 50.000 auf Schnellladepunkte. Diese Anlagen müssten nach geltendem Recht alle acht Jahre nachgeeicht werden. Die Verbände kritisieren, dass die bisher von Behörden angenommene Zahl von rund 6.000 Eichungen pro Jahr nicht mehr der Realität entspreche. Wegen der gestiegenen Zahl an Ladepunkten sowie zusätzlicher vorgeschriebener Nacheichungen nach Kabeltausch, Wartungen oder Kabeldiebstahl seien tatsächlich mehr als 45.000 Eichungen jährlich erforderlich.

Aus Sicht der Organisationen führen aufwendige Verfahren bei dieser Größenordnung unmittelbar zu hohen Mehrkosten. Diese träfen sowohl Betreiber als auch Investoren und könnten den weiteren Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur erschweren. Konkret verlangen die Verbände, die überarbeitete europäische Measuring Instruments Directive (MID) zügig in deutsches Recht zu übernehmen. Dadurch sollen nach ihrer Darstellung EU-weit harmonisierte Regeln gelten und nationale Sonderwege entfallen.

Keine Eichung nach Kabeltausch

Zudem müsse klargestellt werden, dass bestimmte Reparaturen keine erneute Eichung auslösen, sofern die Messgenauigkeit erhalten bleibt. Als Beispiel nannten die Verbände den Austausch von Kabeln durch autorisierte Fachunternehmen. Bei Schnellladepunkten fordern die Organisationen außerdem praktikable Vorgaben für Prüfmittel. Betreiber dürften nicht allein mit Investitionen in teure Prüfgeräte belastet werden, die nach Angaben der Verbände Kosten im sechsstelligen Euro-Bereich verursachen können.

Weiter verlangen die Unterzeichner bundesweit einheitliche technische Spezifikationen für Prüfmittel. Geräte müssten länderübergreifend einsetzbar sein, damit Investitionen planbar blieben. Nach Ablauf der achtjährigen Eichfrist sprechen sich die Verbände zudem für Stichprobenverfahren aus, statt sämtliche Ladepunkte erneut flächendeckend zu prüfen. Auch Software-Updates müssten einfacher behandelt werden. Hier schlagen die Organisationen nachgelagerte Stichprobenprüfungen mit angemessenen Übergangsfristen vor.

Kritisch sehen die Verbände auch Pläne für zusätzliche Prüfpunkte bei Gleichstrom-Ladepunkten. Eine Ausweitung auf mindestens acht Prüfpunkte würde nach ihrer Einschätzung Zeitaufwand und Kosten erhöhen, ohne einen erkennbaren Zusatznutzen zu schaffen.

Montag, 27.04.2026, 11:41 Uhr
Susanne Harmsen
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Ladepunkte. Quelle: Shutterstock / EyeX
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Verbände drängen auf Reform beim Eichrecht
Acht Verbände aus Energie- und Mobilitätswirtschaft fordern schnelle Änderungen beim Eichrecht, um Kosten für öffentliche Ladesäulen zu senken und den Ausbau zu beschleunigen.
Acht Verbände und Organisationen drängen auf eine rasche Reform des Mess- und Eichrechts für öffentliche Ladeinfrastruktur. Nach Angaben der beteiligten Organisationen verteuern die aktuellen Vorgaben den Betrieb von Ladesäulen und bremsen den Ausbau. Zu den Unterzeichnern des Appells zählen der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC), der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES), CharIN, E-Mobility Deutschland, Inspire und S.A.F.E.

Die Verbände betonen, die derzeitige Eichpraxis verursache Kosten in Millionenhöhe. Diese Belastungen könnten sich auch auf die Preise an öffentlichen Ladepunkten auswirken. Deutschland müsse deshalb nationale Sonderregelungen beenden und stärker auf europaweit einheitliche Standards setzen, heißt es in einer Mitteilung am 27. April.

Nach Angaben der Verbände gab es zum 1. Februar 2026 in Deutschland rund 200.000 öffentliche Ladepunkte. Davon entfielen knapp 50.000 auf Schnellladepunkte. Diese Anlagen müssten nach geltendem Recht alle acht Jahre nachgeeicht werden. Die Verbände kritisieren, dass die bisher von Behörden angenommene Zahl von rund 6.000 Eichungen pro Jahr nicht mehr der Realität entspreche. Wegen der gestiegenen Zahl an Ladepunkten sowie zusätzlicher vorgeschriebener Nacheichungen nach Kabeltausch, Wartungen oder Kabeldiebstahl seien tatsächlich mehr als 45.000 Eichungen jährlich erforderlich.

Aus Sicht der Organisationen führen aufwendige Verfahren bei dieser Größenordnung unmittelbar zu hohen Mehrkosten. Diese träfen sowohl Betreiber als auch Investoren und könnten den weiteren Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur erschweren. Konkret verlangen die Verbände, die überarbeitete europäische Measuring Instruments Directive (MID) zügig in deutsches Recht zu übernehmen. Dadurch sollen nach ihrer Darstellung EU-weit harmonisierte Regeln gelten und nationale Sonderwege entfallen.

Keine Eichung nach Kabeltausch

Zudem müsse klargestellt werden, dass bestimmte Reparaturen keine erneute Eichung auslösen, sofern die Messgenauigkeit erhalten bleibt. Als Beispiel nannten die Verbände den Austausch von Kabeln durch autorisierte Fachunternehmen. Bei Schnellladepunkten fordern die Organisationen außerdem praktikable Vorgaben für Prüfmittel. Betreiber dürften nicht allein mit Investitionen in teure Prüfgeräte belastet werden, die nach Angaben der Verbände Kosten im sechsstelligen Euro-Bereich verursachen können.

Weiter verlangen die Unterzeichner bundesweit einheitliche technische Spezifikationen für Prüfmittel. Geräte müssten länderübergreifend einsetzbar sein, damit Investitionen planbar blieben. Nach Ablauf der achtjährigen Eichfrist sprechen sich die Verbände zudem für Stichprobenverfahren aus, statt sämtliche Ladepunkte erneut flächendeckend zu prüfen. Auch Software-Updates müssten einfacher behandelt werden. Hier schlagen die Organisationen nachgelagerte Stichprobenprüfungen mit angemessenen Übergangsfristen vor.

Kritisch sehen die Verbände auch Pläne für zusätzliche Prüfpunkte bei Gleichstrom-Ladepunkten. Eine Ausweitung auf mindestens acht Prüfpunkte würde nach ihrer Einschätzung Zeitaufwand und Kosten erhöhen, ohne einen erkennbaren Zusatznutzen zu schaffen.

Montag, 27.04.2026, 11:41 Uhr
Susanne Harmsen

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