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Energie & Management > Stromnetz - SF6-freie 420-kV-Schaltanlage besteht Prüfung
Quelle: Katia Meyer-Tien
Stromnetz

SF6-freie 420-kV-Schaltanlage besteht Prüfung

In einem Umspannwerk haben Tennet und Hitachi Energy die Abnahmetests einer SF6-freien 420-kV-Schaltanlage abgeschlossen. Die Anlage soll nun in den Regelbetrieb übergehen.
Der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet Germany und der Anlagenbauer Hitachi Energy haben die Hochspannungs-Abnahmetests einer SF6-freien gasisolierten Schaltanlage (GIS) auf der Spannungsebene 420 kV abgeschlossen. Nach Angaben der Unternehmen handelt es sich um die erste Anlage ohne Schwefelhexafluorid (SF6) als Isoliergas, die in einer realen Umspannwerks-Umgebung installiert und getestet wurde.

Die Prüfungen fanden im Umspannwerk Erzhausen bei Hannover statt. Mit dem erfolgreichen Abschluss sei der Übergang von der Entwicklungs- und Validierungsphase in den Betrieb erreicht worden. Das Projekt war 2022 angekündigt worden. Ziel war gewesen, erstmals eine SF6-freie GIS auf der höchsten Spannungsebene eines Übertragungsnetzes einzusetzen.

Die Tests wurden den Unternehmen zufolge nach den geltenden internationalen Normen durchgeführt. 420-kV-Leitungen und die zugehörigen Umspannwerke bilden einen zentralen Bestandteil des europäischen Übertragungsnetzes und ermöglichen die Übertragung großer Strommengen über weite Entfernungen. Die eingesetzten Schaltanlagen müssen dabei hohen elektrischen, thermischen und mechanischen Belastungen standhalten. Bisher wird auf dieser Spannungsebene überwiegend SF6 als Isolier- und Schaltgas verwendet.

Schwefelhexafluorid besitzt ein hohes Treibhauspotenzial. Es ist 24.300-mal höher ist als das von Kohlendioxid. Die nun eingesetzte Anlage kommt ohne SF6 aus. Die von Hitachi Energy entwickelte Schaltanlage der Produktreihe „EconiQ“ soll laut Hersteller vergleichbare technische Eigenschaften hinsichtlich Zuverlässigkeit, Leistung und Platzbedarf bieten wie konventionelle Anlagen.

Stefan Bönig erklärte, der erfolgreiche Abschluss der Feldtests sei ein wichtiger Schritt für das Projekt und die Netzausbaupläne des ÜNB. „Diese erfolgreiche Validierung der SF6-freien 420-kV-GIS beweist, dass die höchsten Spannungsebenen mit einer Technologie erreicht werden können, die kein SF6 benötigt und dennoch die Leistung, Zuverlässigkeit und den Platzbedarf bietet, die Betreiber erwarten”, so der Direktor Asset Management & Technology bei Tennet Germany.

Auch Hitachi Energy bewertet die Testergebnisse als Nachweis für die technische Einsatzfähigkeit der Technologie. Christian Ohler, Leiter der Global Product Group Switchgear im Geschäftsbereich High Voltage Products bei Hitachi Energy, sieht das Unternehmen auf dem Weg der Branche zu SF6-freien Lösungen im Höchstspannungs-Bereich in einer Vorreiterrolle.

Montag, 22.06.2026, 14:18 Uhr
Fritz Wilhelm
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SF6-freie 420-kV-Schaltanlage besteht Prüfung
In einem Umspannwerk haben Tennet und Hitachi Energy die Abnahmetests einer SF6-freien 420-kV-Schaltanlage abgeschlossen. Die Anlage soll nun in den Regelbetrieb übergehen.
Der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet Germany und der Anlagenbauer Hitachi Energy haben die Hochspannungs-Abnahmetests einer SF6-freien gasisolierten Schaltanlage (GIS) auf der Spannungsebene 420 kV abgeschlossen. Nach Angaben der Unternehmen handelt es sich um die erste Anlage ohne Schwefelhexafluorid (SF6) als Isoliergas, die in einer realen Umspannwerks-Umgebung installiert und getestet wurde.

Die Prüfungen fanden im Umspannwerk Erzhausen bei Hannover statt. Mit dem erfolgreichen Abschluss sei der Übergang von der Entwicklungs- und Validierungsphase in den Betrieb erreicht worden. Das Projekt war 2022 angekündigt worden. Ziel war gewesen, erstmals eine SF6-freie GIS auf der höchsten Spannungsebene eines Übertragungsnetzes einzusetzen.

Die Tests wurden den Unternehmen zufolge nach den geltenden internationalen Normen durchgeführt. 420-kV-Leitungen und die zugehörigen Umspannwerke bilden einen zentralen Bestandteil des europäischen Übertragungsnetzes und ermöglichen die Übertragung großer Strommengen über weite Entfernungen. Die eingesetzten Schaltanlagen müssen dabei hohen elektrischen, thermischen und mechanischen Belastungen standhalten. Bisher wird auf dieser Spannungsebene überwiegend SF6 als Isolier- und Schaltgas verwendet.

Schwefelhexafluorid besitzt ein hohes Treibhauspotenzial. Es ist 24.300-mal höher ist als das von Kohlendioxid. Die nun eingesetzte Anlage kommt ohne SF6 aus. Die von Hitachi Energy entwickelte Schaltanlage der Produktreihe „EconiQ“ soll laut Hersteller vergleichbare technische Eigenschaften hinsichtlich Zuverlässigkeit, Leistung und Platzbedarf bieten wie konventionelle Anlagen.

Stefan Bönig erklärte, der erfolgreiche Abschluss der Feldtests sei ein wichtiger Schritt für das Projekt und die Netzausbaupläne des ÜNB. „Diese erfolgreiche Validierung der SF6-freien 420-kV-GIS beweist, dass die höchsten Spannungsebenen mit einer Technologie erreicht werden können, die kein SF6 benötigt und dennoch die Leistung, Zuverlässigkeit und den Platzbedarf bietet, die Betreiber erwarten”, so der Direktor Asset Management & Technology bei Tennet Germany.

Auch Hitachi Energy bewertet die Testergebnisse als Nachweis für die technische Einsatzfähigkeit der Technologie. Christian Ohler, Leiter der Global Product Group Switchgear im Geschäftsbereich High Voltage Products bei Hitachi Energy, sieht das Unternehmen auf dem Weg der Branche zu SF6-freien Lösungen im Höchstspannungs-Bereich in einer Vorreiterrolle.

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