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RWE will im niederländischen Moerdijk einen Batteriespeicher mit 400 MW Leistung und 1.100 MWh Kapazität realisieren. Er soll Netzengpässe mindern und Windstrom integrieren.
Der Essener Energiekonzern RWE hat den Bau eines Großbatteriespeichers am Kraftwerksstandort Moerdijk südlich von Rotterdam beschlossen. Die Anlage soll eine Leistung von 400
MW und eine Speicherkapazität von 1.100
MWh erreichen. Wie das Unternehmen in einer Mitteilung vom 21.
September bekannt gibt, kann die Anlage damit ihre volle Leistung fast drei Stunden lang bereitstellen. Die Inbetriebnahme ist für das zweite Quartal 2028 vorgesehen.
RWE will den Speicher über das bestehende Umspannwerk am Kraftwerksstandort an das niederländische Stromnetz anschließen. Er soll insbesondere einen regionalen Netzengpass im Westen der niederländischen Provinz Noord-Brabant entlasten. Nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers Tennet entsteht die Anlage in der Nähe des 150-kV-Umspannwerks Moerdijk-Noord. Dadurch sollen zusätzliche Netzkapazitäten für Verbraucher und Unternehmen verfügbar werden.
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Der Batteriespeicher in Moerdijk soll überschüssigen Strom aufnehmen, Lastspitzen abfedern und das Netz in Noord-Brabant entlasten. (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken) Quelle: RWE |
Neben dem zeitlichen Verschieben von Strom soll die Batterie auch Netzdienstleistungen übernehmen, wie es weiter heißt. RWE nennt dabei unter anderem Momentanreserve und synthetische Trägheit.
Die Momentanreserve stabilisiert das Stromnetz unmittelbar nach plötzlichen Ungleichgewichten zwischen Erzeugung und Verbrauch. Synthetische Trägheit ahmt dabei elektronisch die stabilisierende Wirkung rotierender Massen konventioneller Kraftwerke nach.
Da Wind- und Solaranlagen kaum rotierende Masse ins Netz einbringen, fehlt mit dem Rückgang konventioneller Kraftwerke ein Teil der natürlichen Frequenzstabilisierung. Batteriespeicher können diese Wirkung elektronisch nachbilden und auf Frequenzabweichungen binnen Millisekunden reagieren.
Eine weitere Aufgabe sieht RWE bei der Integration seines Offshore-Windprojekts „OranjeWind“. Der 795-MW-Windpark entsteht gemeinsam mit dem französischen
Energiekonzern Total Energies. Das Projekt ist darauf ausgelegt, die Windstromerzeugung stärker mit dem tatsächlichen Strombedarf in Einklang zu bringen. Der Speicher in Moerdijk soll dafür Strom aufnehmen, wenn viel Windenergie zur Verfügung steht, und ihn bei höherem Bedarf wieder ins Netz einspeisen.
RWE kombiniert „OranjeWind“ zudem mit weiteren flexiblen Verbrauchern und Speichern an Land. Dazu zählen Elektrolyseure, E-Kessel und intelligentes Laden. Ziel ist es, Schwankungen der Windstromproduktion auszugleichen und die erzeugte Energie stärker zu nutzen, wenn sie im Stromsystem benötigt wird.
Nikolaus Valerius, Vorstandsvorsitzender der RWE Generation, verweist zugleich auf die Bedeutung des Projekts für das regionale Stromnetz. Nach Angaben des Unternehmens könnte der Speicher rechnerisch den Strombedarf von rund einer halben Million Haushalten für fast drei Stunden decken. Diese Angabe dient allerdings lediglich der Veranschaulichung der Speichermenge; tatsächlich soll die Anlage in das Stromsystem eingebunden und unter anderem für die Netzstabilisierung eingesetzt werden.
RWE entwickelt und betreibt Batteriespeicher in Europa, den USA und Australien. Nach Unternehmensangaben verfügen die derzeit betriebenen Anlagen zusammen über eine Leistung von rund 1.700
MW. Weitere Batteriespeicher mit insgesamt 3.000
MW befinden sich derzeit im Bau. Das Unternehmen will seine Speicherkapazitäten weltweit weiter ausbauen.
(ds)
Montag, 21.09.2026, 11:37 Uhr
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