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Die KfW richtet ihre Förderungen im In- und Ausland sowie interne Abläufe neu aus. Ziel ist es, Investitionen in Deutschland zu stärken und Wachstum sowie Innovation zu unterstützen.
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt am Main will ihren Beitrag zur Stärkung des Wirtschafts- und Innovationsstandorts Deutschland ausbauen. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende Stefan Wintels auf der Jahresauftakt-Pressekonferenz an. Demnach plant die staatliche Förderbank ab 2026 eine Neuausrichtung ihrer Arbeit in drei Bereichen: der inländischen Förderung, dem Auslandsgeschäft und den internen Prozessen.
Laut Wintels bleibt der Auftrag der KfW auch unter veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen bestehen. „Wir wollen Investitionen in eine wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Energie- und Wärmeversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen unterstützen“, sagte er. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Förderung des deutschen Innovationssystems sowie der Wettbewerbsfähigkeit von Mittelstand und Industrie. International will die KfW nach eigenen Angaben zu stabilen Rahmenbedingungen für Export, Innovation und Wachstum beitragen.
Rückblickend meldet die KfW für 2025 ein deutliches Wachstum. Das Kerngeschäft der inländischen Förderung mit Krediten und Zuschüssen stieg laut Bank im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Drittel auf 61 Milliarden Euro. KfW Capital sagte rund 750 Millionen Euro für Beteiligungen an Venture-Capital- und Venture-Debt-Fonds zu. Auch die internationalen Einheiten verzeichneten ein hohes Neugeschäft. Die KfW IPEX-Bank erreichte ein Neuzusagevolumen von 24,2 Milliarden Euro und lag damit über dem Vorjahreswert.
Private Investitionen in ZukunftsfelderIm Inlandsgeschäft bildet der im Dezember 2025 gestartete Deutschlandfonds den Kern der Neuausrichtung. Nach Angaben der KfW soll der Fonds erstmals einen übergreifenden Rahmen schaffen, um private Investitionen in zentrale Zukunftsfelder anzustoßen. Wintels spricht in diesem Zusammenhang von einem Wechsel von sektorbezogenen Förderangeboten hin zu stärker kapitalmarktnahen Finanzierungen. Für 2026 plant die KfW mehrere neue Instrumente innerhalb des Deutschlandfonds. Dazu zählen Pilot-Transaktionen von Verbriefungen, die Kreditrisiken von Bankbilanzen entlasten und so die Kreditvergabe an Mittelstand und Industrie erleichtern sollen.
Darüber hinaus will die KfW neue Förderkredite für Energieversorgungsunternehmen auflegen. Diese sollen laut dem Institut den Ausbau einer klimaschutzgerechten Strom- und Wärmeversorgung in Deutschland absichern. Zusätzlich stellt die Bank weiteren Mittel für Start-ups und Scale-ups bereit. Diese fließen über den Wachstums- und Innovationskapitalfonds Zukunftsfonds II insbesondere in DeepTech, BioTech sowie in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie und sollen bestehende Finanzierungsbedarfe im Mittelstand adressieren.
Wohnungsbauförderung neu ausgerichtetAuch die klassische Inlandsförderung im Wohnungsbau stellt die KfW neu auf. Die Förderbank bündelt ihre wohnungswirtschaftlichen Programme in zwei Basisangebote: eines für den Neubau und eines für Bestand und Modernisierung. Laut KfW sollen die neuen Programme ab dem kommenden Jahr die Förderlandschaft übersichtlicher machen und für mehr Planungssicherheit sorgen. Bis dahin bleiben die bestehenden Programme nutzbar.
Im internationalen Geschäft reagiert die KfW nach eigenen Angaben auf globale Herausforderungen. Für die KfW Entwicklungsbank orientiert sich die künftige Ausrichtung stärker an deutschen und europäischen Interessen, wie sie im Reformplan des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vorgesehen sind. Geostrategische Infrastrukturprojekte sollen gezielt gefördert werden. Zudem will die KfW Haushaltsmittel effizienter einsetzen und insbesondere sehr arme und fragile Länder unterstützen. Parallel dazu plant sie, Finanzierungen mit Kapitalmarktmitteln auszubauen, unter anderem durch neue Partner und Garantien.
Mehr Auslandskredite 2025Das Tochterunternehmen DEG, das private Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern finanziert, soll in den kommenden Jahren mehr Neuzusagen aus Eigenmitteln leisten und zusätzliche Mittel mobilisieren. Die KfW IPEX-Bank, zuständig für Export- und Projektfinanzierungen, prüft laut KfW vor dem Hintergrund makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheiten weitere strategische Wachstumsfelder.
Parallel zur inhaltlichen Neuausrichtung will die KfW ihre internen Abläufe weiterentwickeln. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Einsatz von künstlicher Intelligenz. Laut Wintels verankert die KfW KI als strategisches Thema in der Konzernstrategie. Ein interdisziplinäres Team soll Anwendungsfälle identifizieren, den Ausbau steuern und Mitarbeitende im Umgang mit KI schulen. Mittelfristig soll dies auch die Interaktion mit Kundinnen und Kunden vereinfachen.
Die
detaillierten Förderzahlen der KfW stehen im Internet bereit.
Mittwoch, 4.02.2026, 13:21 Uhr
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